Konstanz, Überlingen, Kaufbeuren: Briefe aus dem Süden Deutschlands

Stuart Miles, FreeDigitalPhotos.net

Der Pferdefleischskandal, der europaweit die Kreise zieht, ein Nachruf nach dem verstorbenen Schriftsteller Otfried Preussler und die Rede des tschechischen Premierministers Petr Nečas im bayerischen Landtag - diese und andere Themen haben wir heute im Hörerforum.

Stuart Miles,  FreeDigitalPhotos.net
Willkommen bei der Hörerpostsendung auf den Wellen von Radio Prag, willkommen beim Hörerforum. Am Anfang möchten wir uns für Ihre Empfangsberichte, Briefe und E-Mails bedanken. Unter anderem folgende Hörer haben uns diesmal geschrieben: Erhard Lauber aus Bad Berleburg-Girkhausen, Hans-Joachim Pellin aus Lübz, Paul Reinersch aus Dudweiler und Eckhard Röscher aus Dessau-Rosslau. Also noch einmal vielen Dank!

Und nun zum Inhalt einiger Ihrer Briefe. Ulrich Wicke aus Felsberg schreibt:



„Erschreckend fand ich den Bericht über die Luftverschmutzung in Ostrau. Solche Reportagen zeichnen Radio Prag aus. Eure Kollegen von Radio Slowakei International planen die Rückkehr auf die Kurzwelle. Wäre das nicht auch eine Option für Radio Prag? Ich glaube, die Zahl Eurer Hörer würde dann ansteigen. Jedenfalls würde ich Euch dann wieder häufiger hören und auch anschreiben.“

Leider nicht, Herr Wicke. Eben an diesem Montag wurde ein neuer Vertrag zwischen dem Tschechischen Rundfunk und dem Außenministerium über die Auslandssendungen unterzeichnet. Die Kurzwelle, die im alten Vertrag noch verankert war, wurde nun gestrichen. Wir müssen uns also künftig auf andere Übertragungswege für unsere Sendungen verlassen.

Themenwechsel: Europaweit aktuell ist zurzeit der Skandal um falsch deklariertes Fleisch. Auch den tschechischen Markt hat er bereits erreicht. Martina Pohl aus Überlingen schreibt uns dazu:

Foto: Barbora Kmentová
„Ich finde es unmöglich, wie man falsch deklarierte Produkte auf den Markt bringen kann. Wie dreist bestimmte 'schwarze Schafe' in dieser Branche bewusst täuschen, um den Konsumenten hinters Licht zu führen. (…) Als Verbraucher will ich selbst bestimmen, von welchem Tier das Fleisch auf meinem Teller ist. Deshalb erwarte ich auch, dass zum Beispiel in den Produkten das enthalten ist, was draufsteht. Händler und Hersteller müssen sicherstellen, dass Produkte in Ordnung sind und die Ware allen gesetzlichen Anforderungen entspricht. Doch die Realität zeigt sich mal wieder von einer anderen Seite. Ein Hersteller aus Luxemburg konnte ein halbes Jahr lang Pferdefleisch anstelle von Rindfleisch in die Produkte beimengen. Es ist keiner Kontrollbehörde aufgefallen. Solche kriminellen Machenschaften sind nicht hinnehmbar. Hohe Strafen sollten für solche Betrüger verhängt werden. Ich bin mir sicher, der nächste Lebensmittelskandal wird trotzdem nicht lange auf sich warten lassen. Der enorm hohe Preisdruck, den die Handelsketten auf die Hersteller ausüben, um möglichst günstige Lebensmittel für den Verbraucher anbieten zu können, ist Teil der Ursache für solche Verstöße.“

Danke für Ihre Meinung, Frau Pohl. Auch hierzulande werden strenge Strafen für die Betrüger verlangt, unter anderem vom Landwirtschaftsminister. Nun aber zu einer weiteren Zuschrift. Wolfram Welte aus Konstanz stellt sich am Anfang seines Briefes zunächst vor:

„Ich bin ein alter Hörer von Radio Prag. Wenn ich mich recht erinnere, war es 1966, als ich mich als 18-jähriger Münzensammler mit der Bitte um einen Tauschpartner an Ihren Sender wandte. So entstand meine erste Freundschaft mit einem Bürger Ihres Landes. Gegenseitige Besuche folgten zu einer Zeit, als noch die französische Botschaft Interessensvertretung der Bundesrepublik in Prag war. Die weiteren Freundschaften, die bis heute andauern, kann und will ich hier nicht alle aufzählen. Das alles verdanke ich jener Hilfe von Radio Prag. Heute erinnerte ich mich an Sie, weil ich die Nachricht vom Tod Otfried Preusslers las, der 1923 in Nordböhmen geboren wurde. Preussler habe ich als vorlesender Vater von drei Kindern sehr geschätzt. Er gehört sicherlich zu den vielen hervorragenden Schriftstellern, die Böhmen hervorgebracht hat und die aus der reichen Kulturtradition und der Sagen- und Märchenwelt des Landes geschöpft haben. Vielleicht haben Sie keinen Bezug zu Kinder- und Jugendbüchern. Dann empfehle ich Ihnen Preusslers Erwachsenenmärchen: ‚Die Flucht aus Ägypten. Königlich böhmischer Teil’. Daran hätte Jaroslav Hašek wohl auch seine Freude gehabt.“

Danke, Herr Welte, für Ihre Erinnerung an Otfried Preussler und Ihre Empfehlung. Auch wir bedauern sehr den Tod dieses Schriftstellers, über den Radio Prag wiederholt berichtet hat.


Petr Nečas  (Foto: ČT24)
Von Hendrik Leuker aus Bamberg haben wir folgende Zeilen erhalten:

„Auf mein Interesse ist Eure ausführliche Berichterstattung über die erste Rede eines tschechischen Premiers im bayerischen Landtag gestoßen, in der Herr Nečas sich für das Unrecht an den Sudetendeutschen entschuldigt, aber gleichzeitig an Bayern appelliert, den Blick nach vorne zu richten. Ihm ist beizupflichten, auch für den Fall, dass sich die politischen Konstellationen aufgrund der Wahlen in diesem Jahr – auf beiden Seiten – ändern sollten.“

Foto: Archiv Radio Prag
Aus dem Süden von Bayern hat sich Heinrich Eusterbrock nach längerer Zeit wieder bei uns gemeldet:

„Vor fast genau zwei Jahren schickte ich Ihnen meinen letzten Brief samt Hörbericht mit der klassischen Post. Damals erzählte ich Ihnen, dass ich Ihr Online-Programm wegen einer veralteten Computer- und Internet-Ausrüstung nicht hören könne. Das blieb so bis Ende letzten Jahres. Nachdem noch mehrere Radiostationen von der Kurzwelle verschwunden waren, entschloss ich mich dann doch, meinen Internetanschluss zu modernisieren und die dafür nötigen Computerprogramme zu installieren. Auch musste ich einen anderen Telefon- und Datentarif bei der Deutschen Telekom wählen. Natürlich teurer als zuvor. Aber ich kann nun auch wieder die Stationen erreichen, die mein Kurzwellenempfänger nicht mehr zu Gehör bringt. Eine schöne Sache – aber eben teurer als vorher. Das Problem mit dem Anhören Ihres Programms direkt auf Ihrer Webseite habe ich zwar immer noch – mein MS-Media-Player ist nicht in Ordnung –, aber es gibt natürlich Abhilfe. Wie Sie aus einem Hörbericht ersehen, verfolge ich Ihr Programm entweder über den Internetauftritt von WRN-deutsch oder über das Radioportal tunein.com. Die haben selbst Player installiert, so dass ich meinen nicht dafür benötige. Im letzten Dezember hörte ich Sie auch einmal über das Portal radio.de, was derzeit allerdings nicht mehr funktioniert. Nach meinem Eindruck liegt der Grund dafür wohl nicht bei meinen Gerätschaften. Bei Gelegenheit werde ich auch bei anderen Radioportalen nach Ihrem Programm suchen – insofern ähnelt die selbst gestellte Aufgabe der Arbeit mit dem Kurzwellenempfänger. (…) Das soll´s dann erst einmal gewesen sein. Ich wünsche dem gesamten Team alles Gute und viel Spaß bei der täglichen Radioarbeit. Es ist übrigens schön zu hören, dass doch noch ein paar altbekannte Stimmen mitmachen. Und die Qualität Ihrer Beiträge ist nach wie vor hervorragend.“

Soweit Heinrich Eusterbrock aus Kaufbeuren. Zum Schluss noch die Preisfrage für den Monat März:

Aus welchen drei historischen Ländern setzt sich die Tschechische Republik zusammen? Falls Sie die richtige Antwort kennen beziehungsweise nachgeschlagen haben, schicken Sie uns diese an cr@radio.cz. Sechs Gewinner werden mit kleinen Geschenken von Radio Prag belohnt. Im Februar war auch Franz Schanza aus Schrems unter den glücklichen Gewinnern. Er schrieb uns das richtige Datum 1. Januar 1993. An diesem Tag entstand die Tschechische Republik durch den Zerfall des gemeinsamen Staates von Tschechen und Slowaken.

Und das war`s für heute, liebe Hörerinnen und Hörer. Wir danken Ihnen für Ihre Briefe und E-Mails sowie für Ihre Aufmerksamkeit und freuen uns auf ein Wiederhören in zwei Wochen. Bis dahin können Sie uns schreiben an: Radio Prag, Vinohradská 12, 120 99 Prag 2, Tschechische Republik. Oder elektronisch an: deutsch@radio.cz.