Lebensmittelkontrollen: Jedes dritte Speiseeis fällt durch

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Im Hochsommer verschaffen wir uns gern Abkühlung mit einem Eis. Da ist es keine gute Nachricht, dass die tschechischen Lebensmittelinspektoren bei 30 Prozent ihrer Tests von Eisdielen Mängel festgestellt haben. Zu oft werden sowohl bei der Herstellung als auch beim Verkauf die hygienischen Normen nicht eingehalten.

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Softeis, Kugeleis oder Eiswürfel in Getränken – in den vergangenen Jahren sind tschechische Lebensmittelinspektoren bei ihren Tests immer wieder auf hygienische Mängel gestoßen. Da die gefrorenen Produkte vor allem im Hochsommer gefragt sind, sind die Lagerung und der Verkauf technisch aufwändig und für Mängel anfällig. Deswegen machten die Kontrolleure auch in dieser Saison wieder ihre Stichproben.

Bei einem solchen Kontrollgang lässt sich das Team der staatlichen Lebensmittelinspektion zunächst vom Verkäufer eine Portion Eis in der Waffel zubereiten. Sie wird in einer speziellen Tüte und einem transportablen Kühlschrank verwahrt und dann analysiert. Die Kontrolleure sind dabei in Einwegoveralls gehüllt und tragen Gummihandschuhe, um die Proben nicht eventuell selbst zu kontaminieren. Inspektor Pavel Haas erklärt:

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„Wir werden zunächst den Raum dokumentieren, in dem das Eis angeboten wird. Danach analysieren wir die genommene Probe.“

In erster Linie geht es um die Sauberkeit der Räumlichkeiten. Mit einem speziellen Thermometer kontrolliert Haas dann die Temperatur des Behälters, in dem das Eis präsentiert wird:

„Die Temperatur entspricht der Vorschrift, sie muss mindestens minus acht Grad betragen. Bei diesen Proben konzentrieren wir uns vor allem auf Speiseeis mit Milchanteil, bei denen ein größeres Hygienerisiko als bei Sorbets besteht. Hier kann es bei längerer Lagerung zur Ausbreitung von Mikroorganismen kommen. Diesmal werden wir auf Listerien und Salmonellen testen.“

Pavel Kopřiva (Foto: ČT24)

Ähnliche Kontrollen werden auch bei Herstellern von Eiswürfeln durchgeführt. In diesem Jahr sind die Ergebnisse weniger zufriedenstellend, sagt der Sprecher der Lebensmittelinspektion Pavel Kopřiva:

„Beim Speiseeis entsprechen 30 Prozent der Proben nicht den mikrobiologischen Parametern. Bei Eiswürfeln für Getränke sind es sogar 42 Prozent. Solche ähnlichen Ergebnisse hatten wir auch in den letzten Jahren.“

Manche Hersteller halten demnach nicht die nötigen hygienischen Maßnahmen ein, so Kopřiva weiter:

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„Sie vernachlässigen die regelmäßige Reinigung der Eismaschinen. Diese Geräte brauchen eine kontinuierliche, praktisch tägliche Pflege und Desinfektion, damit es nicht zur Übertragung von Bakterien kommt.“

Diesen Herstellern sprechen die Lebensmittelinspektoren ein Verbot für die Herstellung von Eis aus, solange die Tests kein zufriedenstellendes Ergebnis liefern. Der Kunde erkennt solche Mängel oft nur schwer. Aber schon beim ersten Eindruck in der Eisdiele kann er Hinweise zum Hygienestandard finden, erläutert Pavel Haas:

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„Man sollte darauf achten, ob die Bedienung Schutzkleidung trägt, zum Beispiel Handschuhe. Sie sollte außerdem nicht mit derselben Hand die Eistüte und das Geld berühren, was aber sehr häufig vorkommt. Und wenn es vor Ort nicht richtig sauber ist, kann das schon auf mögliche unerwünschte Mikroorganismen hinweisen. Wir schauen bei den Kontrollen auch ganz genau darauf, wie es unter den Behältern und Produkten aussieht. Der innere Verkaufsraum hat einen wesentlichen Einfluss auf die Qualität des Eises.“

Ihre Stichproben führen die Lebensmittelinspektoren noch bis zum September durch.