Ledecká fährt in Peking auf dem Snowboard erneut zu Olympia-Gold

Ester Ledecká

Bei den Olympischen Spielen in Peking kann sich Tschechien über die erste Medaille freuen. Und es ist gleich eine goldene geworden. Denn Ester Ledecká hat ihren Titel aus Pyeongchang im Snowboard-Parallelriesenslalom verteidigt.

Daniela Ulbing und Ester Ledecká  (rechts) | Foto: Roman Vondrouš,  ČTK

Der tschechische Fernseh-Kommentator war ganz aus dem Häuschen, als Ester Ledecká am Dienstagvormittag mitteleuropäischer Zeit ins Ziel fuhr. Im Finale besiegte die Tschechin die österreichische Weltranglisten-Erste Daniela Ulbing. Schon in der Qualifikation hatte sie die schnellste Zeit hingelegt und danach jede Gegnerin souverän aus dem Weg geräumt. Im Ziel gestand sie, sehr glücklich zu sein, aber noch das Rennen im Kopf zu haben.

Ledecká – das ist die Wintersportlerin, die vor vier Jahren in Pyeongchang das Kunststück vollbrachte, sowohl auf dem Snowboard als auch auf Alpin-Ski Gold zu gewinnen. Nun also ist der erste Teil der Titelverteidigung gelungen. Damit hat sie ihre dritte Goldmedaille bei Olympia geholt und liegt schon mit 26 Jahren bei der Zahl der Olympiasiege auf einer Höhe mit zwei großen Landsleuten: der Eisschnellläuferin Martina Sáblíková und dem Speerwerfer Jan Železný. In Reichweite befindet sich nun Langstreckenläufer Emil Zátopek mit vier Goldenen, nur die Turnerin Věra Čáslavská mit sieben Goldmedaillen ist noch weit weg.

Ester Ledecká | Foto: Elena Horálková,  Tschechischer Rundfunk

Insgesamt ist es kein Wunder, dass Ester Ledecká in Tschechien praktisch das Gesicht der Winterspiele ist. Überall lacht sie von den Werbeplakaten. Zugleich vermied sie es peinlichst, über ihre Medaillenträume oder etwa Gold zu reden. So sagte sie beispielsweise Anfang Februar in den Inlandssendungen des Tschechischen Rundfunks über den olympischen Snowboard-Parallelriesenslalom:

„Er ist genauso wichtig wie alle anderen Rennen in dieser Saison. Ich werde einfach am Start stehen mit dem Vorhaben, so gut zu fahren, wie ich kann. Der Druck ist weder größer noch geringer als sonst. Sie müssen sich das so vorstellen: Sie kommen zur Arbeit, und dort wird von Ihnen verlangt, dass Sie der Beste auf der Welt sind. Das wird von mir in jedem Rennen erwartet. Und ich erwarte das auch selbst von mir, da ich einfach top sein will. Dafür trainiere ich, und es ist das, was mich im Leben erfüllt. Es gibt also den Druck, aber er ist nicht größer als bei den Weltcup-Rennen.“

Ester Ledecká | Foto: Roman Vondrouš,  ČTK

Tatsächlich galt Ledecká auf dem Snowboard bei Olympia als die große Favoritin. Schließlich war sie im Weltcup in dieser Saison nie schlechter als auf Rang zwei ins Ziel gekommen.

Doch auf sie warten nun noch drei Alpinski-Disziplinen. Am Freitag geht Ledecká als Titelverteidigerin auf die Strecke des Super-G. Dort ist sie allerdings nicht die Top-Favoritin, eher die Italienerinnen Sofia Goggia und Federica Brignone sowie die Schweizerin Lara Gut-Behrami. Denn die Tschechin stand im laufenden Weltcup in dieser Disziplin noch nicht auf dem Treppchen. Dafür kann man sie in der Abfahrt am Dienstag kommender Woche zum erweiterten Kreis der Medaillenkandidatinnen rechnen. Und zum Abschluss der Spiele ist der Plan, dass Ester Ledecká auch noch in der Kombination startet.

Daniela Ulbing,  Ester Ledecká und Gloria Kotnik | Foto: Gregory Bull,  ČTK/AP Photo
Autor: Till Janzer
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