Mährisch-schlesischer Hauptmann Evzen Tosenovsky: erster Kandidat auf den Posten des ODS-Parteichefs

Эвжен Тошеновски (Фото: ЧТК)

Die Partei eines Mannes. Für kaum eine andere Partei in Tschechien ist diese Bezeichnung zutreffender, als für sie: die Demokratische Bürgerpartei (ODS). Dieser Mann heißt Vaclav Klaus und er steht der konservativen ODS seit ihrer Gründung im Jahre 1991 vor. Doch nach dem Parteikongress im Dezember kann alles anders sein. Markéta Maurová berichtet.

Evzen Tosenovsky, Foto:CTK
Nach dem Scheitern der Bürgerdemokraten bei den Abgeordnetenhauswahlen im Juni dieses Jahres wurden nicht nur in den Medien, sondern auch in der Partei selbst Stimmen laut, dass Vaclav Klaus an der Spitze der ODS abgelöst werden sollte. Über das weitere Schicksal der Partei soll daher der außerordentliche Parteitag im Dezember entscheiden. Klaus gab offiziell bisher nicht bekannt, ob er erneut kandidieren werde oder nicht. Am vergangenen Wochenende trat jedoch der erste Kandidat hervor, der sich um den höchsten Parteiposten bewerben will: der mährisch-schlesische Landeshauptmann Evzen Tosenovsky. Über seine Motivation sagte er gegenüber Radio Prag:

"Ich glaube, dass man in diesem Moment nicht abseits stehen bleiben kann, weil es notwendig ist , dass die rechtsorientierte Politik in der Tschechischen Republik wieder zu Atem kommt. Die ODS ist nach den Wahlen, die sie als sehr wichtig einstufte, aber nicht gewann, ein bisschen bestürzt. Die Menschen können sich nicht orientieren. Vor uns stehen die Kommunal- und Senatswahlen und die Menschen müssen natürlich wieder wach werden."

Die politische Persönlichkeit des 46jährigen Evzen Tosenovskys ist in der kommunalen Sphäre gewachsen. In den Jahren 1993-2000 war er Oberbürgermeister in Ostrava (Mährisch Ostrau), seit 2000 steht er als Landeshauptmann dem mährisch-schlesischen Landkreis vor. Auch in dem Fall, dass es ihm gelingt, die Kandidatur um den ODS-Vorsitz zu gewinnen, will er in Nordmähren bleiben und dort weiterhin als Landeshauptmann tätig sein. Einen Umzug nach Prag hat er nicht geplant. Wie betrachtet Tosenovsky daher die Tatsache, dass er sich aus einer Grenzregion um die höchste Funktion in der Partei bewirbt, die in der Metropole die stärkste Position inne hat?

"Einerseits ist es sicher ein Nachteil. Natürlich ist es ein Problem, das nicht nur technische Aspekte, wie die Entfernung von Prag, hat, sondern auch darin besteht, dass dort, im Zentrum, sehr viel geschieht. Andererseits bin ich der Meinung, dass es auf seine Weise auch ein Vorteil sein kann, wenn man die Dinge nicht nur aus Prager Sicht wahrnimmt. Dies kann ein gewisser Beitrag sein. Aber global gesehen ist es sicher ein Handicap."