„Man wird bei Radio Prag direkt in die Materie geschmissen…“
Es sei sogar besser, als er sich vorgestellt habe, sagt unser neuer Kollege, Strahinja Bućan, über seine Arbeit bei Radio Prag. Ein Interview mit ihm bringen wir im heutigen Hörerforum.
Die Armeen welcher Staaten trafen im Juli 1866 in der Schlacht bei Königgrätz aufeinander?
Soweit zu unserem Monatsquiz. Im zweiten Teil unseres Hörerforums wollen wir ein Versprechen erfüllen. Wir haben bereits angekündigt, Ihnen unseren neuen Kollegen, Strahinja Bućan, mal etwas näher vorzustellen. Strahinja ist seit April Mitglied der deutschsprachigen Redaktion von Radio Prag. Sie hören jetzt ein Interview mit ihm:
Strahinja, du bist seit mehr als drei Monaten bei Radio Prag. Hast du dich schon eingearbeitet? Bist du zufrieden in der Redaktion? Unterscheidet sich die Wirklichkeit von dem, was du dir vorgestellt hast?
„Die Arbeit bei Radio Prag gefällt mir sehr gut. Eingearbeitet habe ich mich mehr oder weniger auch, man wird bei Radio Prag ja direkt in die Materie geschmissen. Es ist eigentlich sogar ein bisschen besser, als ich mir vorgestellt habe. Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich, man kommt an Orte, an die man normalerweise nicht kommt und man sieht Sachen, die man normalerweise nicht sieht. Man hat auch einen etwas größeren Überblick, als wenn man die Medien nur konsumiert. Das ist eigentlich sehr reizvoll.“
Hast du bereits Themen oder Themenbereiche gefunden, denen Du dich in deinen Beiträgen für Radio Prag näher widmen möchtest? Du hast Politik studiert – ist es dein Schwerpunkt?
„Politik ist ein Schwerpunkt bei mir, ich habe Politische Wissenschaft studiert. Ich mache auch gerne etwas zur Kultur.“
„Natürlich ist Politik ein Schwerpunkt bei mir, ich habe tatsächlich Politische Wissenschaft studiert, wenn auch mit in einer etwas anderen Richtung: Ich habe mich im Studium hauptsächlich mit politischer Philosophie und Theorie beschäftigt, unter anderem auch mit dem Extremismus. Das ist ein bisschen abgehoben von der Tagespolitik, mit der wir in den Medien natürlich hauptsächlich arbeiten. Abgesehen davon mache ich auch gerne etwas zur Kultur, das gehört auch zu meinen Interessen und auch Fachbereichen.“
Wir haben schon die Politik erwähnt. Was hast du noch studiert?
„
Also studiert habe ich damals an der LMU München, Slawistik und politische Wissenschaft. In der Slawistik habe ich mich hauptsächlich mit der Literatur der slawischen Sprachen beschäftigt, genauer gesagt mit der serbischen und kroatischen Literatur. Aber auch mit der russischen und tschechischen. Und dadurch spreche ich auch Tschechisch.“Danach wollte ich auch fragen. Du hast also in München auch Tschechisch studiert?
„Genau. Im Slawistik-Studium sollte ich drei slawische Sprachen mehr oder weniger lernen – Serbokroatisch war die eine, Russisch war die andere, und dann fiel meine Wahl auch auf Tschechisch. Das habe ich dann in fünf Jahren in München zu einem – glaube ich – ganz brauchbaren Niveau getrieben, dank unserer sehr guten Lehrerin damals.“Du bist in München aufgewachsen. Dein Name deutet aber an, dass du eigentlich nicht aus Deutschland kommst. Woher kommen deine Eltern beziehungsweise deine Vorfahren?
„Vielleicht ist das schon ein bisschen dadurch angeklungen, dass ich mich mit Serbokroatisch beschäftigt habe. Meine Familie kommt ursprünglich aus dem heutigen Kroatien. Meine Familie ist in den 1970er Jahren nach Deutschland gekommen, genauer gesagt nach München, wo ich dann auch geboren und aufgewachsen bin. Und meine ganze Schullaufbahn bis zum Magister-Titel beendet habe.“Und seit wann lebst du in Prag?
„In Prag bin ich mittlerweile seit fast vier Jahren.“
Hast du auch schon vorher Prag besucht?
„Natürlich. Wenn man Tschechisch studiert, liegt es auch nahe an Exkursionen teilzunehmen, oder auch privat die Tschechische Republik zu besuchen. Es ist ja nah an München, man fährt nicht weit, und es lohnt sich natürlich immer wieder.“
„Wenn man sich im Studium mit Tschechisch beschäftigt, dann konzentriert man sich natürlich auf die tschechischen Medien.“
Du hast dich für Tschechien interessiert, als du noch in Deutschland gelebt hast. Hast du vielleicht auch schon früher Radio Prag gekannt– als eine Informationsquelle über Tschechien?
„Das ist eine schwierige Frage. Ich muss zugeben, ich habe es nicht gekannt. Wenn man sich im Studium mit Tschechisch beschäftigt, dann konzentriert man sich natürlich auf die tschechischen Medien. Man liest die tschechischen Zeitungen und hört den Tschechischen Rundfunk, schaut das Tschechische Fernsehen. Also ich muss ehrlich sagen, in meiner Zeit in München habe ich eher versucht, die tschechischen Medien aus Tschechien zu verfolgen, und nicht die deutschen.“
Das ist für jemanden, der Tschechisch spricht und versteht, eine logische Wahl. Radio Prag ist vor allem für die Ausländer bestimmt, die nicht Tschechisch sprechen. Bevor du zu Radio Prag gewechselt bist, in welchen Berufen warst du schon tätig?„Also mit meinem Abschluss an der Universität München endete meine akademische Karriere eigentlich noch nicht. Ich versuche mich derzeit immer noch an einem Doktortitel hier an der Karlsuniversität in Prag, eben auch aus dem Bereich der serbischen Literatur. Natürlich muss man neben dem Studium auch irgendwie seinen Lebensunterhalt verdienen, und so habe ich bisher Deutsch unterrichtet. Also ich habe etwas direkter mit den Menschen gearbeitet.“
„Im Prinzip bin ich ein bisschen ein Quereinsteiger im Journalismus.“
Hast du schon eine Erfahrung im Journalismus gemacht? Oder ist das jetzt die erste Gelegenheit?
„Im Prinzip bin ich ein bisschen ein Quereinsteiger im Journalismus. Denn ich habe mich sehr stark auf meinen akademischen Werdegang konzentriert und bin mehr oder weniger durch Zufall zu Radio Prag und zum Journalismus gekommen. Wobei ich sagen muss, ich bereue es auf keinen Fall.“
Also ich wünsche dir viel Spaß bei deiner Arbeit bei Radio Prag. Am Ende möchte ich vielleicht noch fragen, was du in deiner Freizeit gerne machst und was deine Vorlieben sind?
„Freizeit, Markéta, was ist das? Nein, also ich lese ganz gerne und ich gehe auch sehr gerne spazieren. Prag als eine sehr schöne Stadt bietet sich da an, und man sieht eigentlich jeden Tag etwas Neues und etwas, was man davor noch nicht bemerkt hat.“Und das war’s schon wieder für heute. Schreiben Sie uns bitte weiter an: Radio Prag – Deutschsprachige Redaktion, Vinohradská 12, 120 99 Prag 2, Tschechische Republik, oder per E-Mail an: [email protected]. Machen Sie es gut, auf Wiederhören in zwei Wochen!







