Martin Doktor - eine große tschechische Medaillenhoffnung

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Ein Kanu und ein Stechpaddel, das sind die Arbeitsgeräte des 26-jährigen Martin Doktor, der wie kaum ein Zweiter in den letzten Jahren das Weltniveau in den Einer-Canadier-Konkurrenzen mitbestimmt hat. Was Wunder, ist Doktor doch der Doppel-Olympiasieger von Atlanta über die 500- und 1000-m-Strecke. Von Lothar Martin.

Nach Sydney fährt der Blondschopf, der von seinem Vater Josef trainiert wird, also als Titelverteidiger. Andererseits weiß der Doktor aus dem ostböhmischen Sezemice auch, dass die Gegnerschaft nicht schläft. Im Gegenteil. Kurz vor seinem Abflug Anfang August ins Trainingscamp nach Südafrika, sagte der Prager Sportstudent vor Journalisten, dass sich ihm zuletzt immer jüngere und stärkere Konkurrenten entgegen gestellt haben. Dennoch sei er seit der WM 1995 in Duisburg nie ohne Medaille von einer internationalen Meisterschaft nach Hause gefahren, so Doktor, weshalb er sich auch für Sydney entsprechende Ziele gesetzt hat:

"Also das Minimalziel ist, wie ich bereits sagte, der Gewinn zumindest einer Medaille. Ich wäre enttäuscht, wenn ich ohne heimkehren würde. Mein Maximalziel werde ich nicht verraten - nur soviel: ich werde versuchen alles zu geben und dann wird es von der Tagesform und den äußeren Einflüssen abhängen, was am Ende dabei herauskommt."

Auf seine stärksten Gegner angesprochen, nannte Doktor gleich ein halbes Dutzend:

"Ganz sicher gehören der Russe Maxim Opelew und der Deutsche Dittmer dazu. Des weiteren rechne ich mit den Ungarn, die immer schnell sind, sowie mit einem Bulgaren und einem Kanadier."

Von der neuen Regattastrecke in Sydney war Doktor sichtlich angetan:

"Das ist praktisch eine völlig neue Strecke, eine künstliche Strecke. Die Windverhältnisse sind dort ganz andere als vor vier Jahren in Atlanta. Andererseits trainiere ich bei uns in Racice auf einer ziemlich ähnlichen Anlage, sodass mir in Sydney nichts Überraschendes widerfahren sollte. Ich denke, die Strecke von Sydney wird mir liegen."

Das hoffen auch seine heimischen Fans. Martin Doktor jedenfalls gehört zu den ganz heißen Medaillenkandidaten der Tschechischen Republik in Sydney.