Milch in Tschechien: Export höher als Import

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Der Verbrauch von Milchprodukten stagniert in Tschechien. Im vergangenen Jahr sind 1,08 Milliarden Liter Milch exportiert sowie rund 900 Millionen Liter Milch importiert worden.

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Im zurückliegenden Jahr lag der Verbrauch von Milchprodukten in Tschechien bei 234 Kilogramm pro Person. Das war ein ähnlicher Wert wie im Vorjahr, zu dem vor allem der spürbare Preisanstieg bei diesen Produkten beigetragen hat. Ein weiterer Faktor für die Stagnation könnte das warme Wetter gewesen sein, bei dem der Verbrauch naturgemäß niedriger sei, meint der Vorsitzende des Böhmisch-Mährischen Verbands der Milchproduzenten, Jiří Kopáček. Die Preise sind besonders bei Rohmilch gestiegen. Zuletzt stieg der Einkaufspreis zwischen Januar und Dezember 2013 um etwa ein Fünftel, der Preiszuwachs im Jahresvergleich lag bei durchschnittlich 11 Prozent.

Jiří Kopáček (Foto: Tschechisches Fernsehen)
Die einheimische Produktion sei durch das große Angebot an Billigprodukten aus dem Ausland bedroht. Insbesondere aus Deutschland, Belgien und Polen komme eine starke Konkurrenz, sagt Kopáček. Dabei sei die Qualität der eingeführten Milchprodukte nicht immer optimal und zwinge die tschechische Lebensmittelaufsicht so auch oft zum Handeln. Die importierten Milchprodukte hatten einen Anteil von 41 Prozent am Gesamtverbrauch des Jahres 2013. Hoch im Kurs standen dabei vor allem Käse, Butter und Sauermilchprodukte.

Als eine weitere Folge der Preissteigerung ist hierzulande der Verbrauch von Käse und Quark im vergangenen Jahr um ein halbes Kilogramm gesunken. Dennoch entspricht der Verbrauch in etwa dem EU-Durschnitt, der bei 17 Kilogramm liegt. Dagegen essen die Tschechen überdurchschnittlich viel Butter – im Schnitt 5,1 Kilogramm pro Jahr. Das ist um 1,5 Kilo mehr als der europäische Durchschnittsverbrauch.

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Die Milchproduktion in der Tschechischen Republik stieg 2013nur geringfügig auf 2,77 Milliarden Liter. Davon wurden 1,08 Milliarden Liter ausgeführt. Geliefert wurde die Milch vor allem an Molkereien in das benachbarte Grenzgebiet Deutschlands. Der Import erhöhte sich von 853 auf 898 Millionen Liter, gibt das Landwirtschaftsministerium an. Exportiert wird vor allem Rohmilch, beim Import ist der Anteil der fertigen Milchprodukte höher.