Milliardeninvestition: Tschechiens Boden soll besser vor Erosion und Wasserabfluss geschützt werden

Teich in Bítovany

Bei Platzregen passiert es in den ländlichen Gebieten Tschechiens immer häufiger, dass sich der Schlamm von den Feldern in die Gärten und Straßen der anliegenden Dörfer ergießt. Damit der Boden wieder mehr Wasser speichern kann und der Erosion Einhalt geboten wird, stellt das Landwirtschaftsministerium in diesem Jahr schon mehr Geld zur Verfügung als noch 2024. Sein selbstgestecktes Finanzierungsziel erfüllt das Ressort aber immer noch nicht.

Das 500-Seelen-Dorf Bítovany liegt in Ostböhmen, 20 Kilometer südlich von Pardubice. Am Ortsrand grenzen die Grundstücke einiger neu errichteter Familienhäuser direkt an ein Feld. Bei starkem Regen würden das Wasser und der Feldboden regelmäßig in die Gärten gespült, berichtet Bürgermeisterin Pavla Peřinová (parteilos):

Teich in Bítovany | Foto: Šárka Rusnáková,  Tschechischer Rundfunk

„Das ist wirklich ein Problem. Es könnte gelöst werden durch Trockenpolder oder auch durch neue Gebäude, wie etwa Remisen. Des Weiteren sollte das Regenwasser in den Fluss umgeleitet werden, der das Tal umfließt. Besser wird dies alles aber wohl der Experte wissen, der vom Staatlichen Grundstücksamt hier hergeschickt wird.“

Das Gebiet am Dorfrand sei immer schon sehr wasserreich gewesen, räumt die Bürgermeisterin ein, zumal dort auch Wasserrohre verlegt seien. Dennoch hat die Gemeinde dort vor einigen Jahren mehrere Baugrundstücke in den Grundstücksplan eintragen und von einem Privatunternehmer verkaufen lassen. Und die neuen Besitzer wussten anscheinend nichts davon, dass sich das Areal nicht gut zum Bau von Wohnhäusern eignet.

Nun besteht das Problem aber, und notwendig sind regulierende Eingriffe in die Landschaftsgestaltung. Die Gemeindeverwaltung könnte dafür ein weiteres Förderprogramm des Landwirtschaftsministeriums nutzen, das Ressortleiter Marek Výborný (Christdemokraten) vergangene Woche vorgestellt hat:

Marek Výborný | Foto: René Volfík,  iROZHLAS.cz

„Diese Gelder können genutzt werden zur Anlegung von Windschutzstreifen, Versickerungssystemen, Anti-Erosionsschranken, Wasserbecken, Polder, Gräben oder Tümpeln. Die Maßnahmen erfüllen nicht nur Schutzfunktionen gegen Erosion und Hochwasser. Darüber hinaus gestalten wir die Landschaft dadurch wieder vielfältiger und schaffen einen höheren Grad an Biodiversität.“

Vor allem müsse dafür gesorgt werden, dass wieder mehr Regenwasser von den Böden gespeichert werden könne, ergänzte Výborný. Vorrang hätten dabei Orte, die am stärksten betroffen sind von Trockenheit und Bodenabtragungen oder aber von ungewollten Überschwemmungen.

Die Förderanträge können die Verwaltungen und Grundstücksbesitzer ab Juli stellen. Für die entsprechenden Vorhaben vergibt das Ministerium in diesem Jahr insgesamt 2,3 Milliarden Kronen (92 Millionen Euro). In der Regierungserklärung von 2021 war noch die Rede von drei Milliarden Kronen (120 Millionen Euro) jährlich. Dies würde die aktuelle wirtschaftliche Lage jedoch nicht ermöglichen, sagt Výborný. Immerhin stünde in diesem Jahr schon mehr Geld zur Verfügung als noch 2024, pflichtet ihm Svatava Maradová bei. Sie leitet das Staatliche Grundstücksamt (SPÚ):

Svatava Maradová | Foto: René Volfík,  iROZHLAS.cz

„Im vergangenen Jahr waren im Etat für Grundstücksanpassungen 739 Millionen Kronen. Für 2025 rechnen wir nun mit einer knappen Milliarde. Es gibt also nachweislich eine Erhöhung.“

Aus dem Staatshaushalt stehen dem Amt dieses Jahr also umgerechnet etwa 10,4 Millionen Euro mehr zur Verfügung.

Neben dem Etat sind die verschiedenen EU-Töpfe eine weitere wichtige Finanzquelle. Sie decken 2025 mehr als 20 Prozent der Kosten in dem Ministeriumsprogramm ab. Bis einschließlich 2027 werden in Tschechien auf diesem Gebiet insgesamt 100 Millionen Euro aus EU-Fonds investiert.

Autoren: Daniela Honigmann , Kryštof Jiřík | Quelle: Český rozhlas
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