Mobilfunkgesellschaften: UMTS-Lizenzen sind allzu teuer

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"Es ist allzu teuer, und aus dem Grund haben wir kein Interesse daran..." So lautet die Antwort der drei tschechischen Mobilfunkgesellschaften Eurotel, RadioMobil und Cesky Mobil auf das Angebot des Kabinetts, die Mobilfunklizenzen der dritten Generation, sogenannten UMTS-Lizenzen, für 6,7 Milliarden Kronen zu verkaufen. Martina Schneibergova fasst zusammen:

Mit viel Verlegenheit werden die Bemühungen der Regierung begleitet, die UMTS-Lizenzen zu verkaufen und dafür wenigstens 20 Mrd. Kronen zu kassieren. Keine der drei tschechischen Mobilfunkgesellschaften hat sich am Dienstag beim staatlichen Amt für Telekommunikation um die Verleihung der UMTS-Lizenz beworben. Alle drei Gesellschaften einigten sich darauf, 6,7 Mrd. Kronen für eine Lizenz seien allzu viel und stellen eine teuere und risikoreiche Operation dar. Der Sprecher der Mobilfunkgesellschaft Eurotel, Jan Kucmas, erklärte gegenüber Journalisten, in der jetzigen Lage auf den Telekommunikationsmärkten in der Welt sowie unter den konkreten Bedingungen in Tschechien wäre der Kauf einer Lizenz zum angebotenen Preis weder für die Kunden, noch für die Besitzer und Mitarbeiter von Eurotel günstig. Auch nach Meinung des Sprechers von RadioMobil, Jiri Hajek, ist der Preis unannehmbar. Seinen Worten zufolge hat die jüngste Lizenzverleihung in Dänemark, Griechenland und Frankreich bewiesen, dass die von den tschechischen Mobilfunkgesellschaften geforderte Preisreduzierung begründet sei. Für einen annehmbaren Preis hält Hajek eine Summe zwischen 1,5 und 2,5 Mrd. Kronen. Auch der dritte Interessent Cesky Mobil ließ verlauten, er sei bereit eine Lizenzgebühr zu bezahlen, die kommerziell annehmbare Bedingungen wiederspiegeln würde.

Das staatliche Amt für Telekommunikation hat von den Mobilfunkgesellschaften gefordert, die Hälfte bis zu drei Viertel der Gesamtsumme in diesem Jahr und den Rest in Anzahlungen im Verlauf von fünf, bzw. zehn Jahren zu erstatten.

Mit dem Gesamtertrag von 20 Mrd. Kronen rechnet das Kabinett in dem Haushaltsentwurf. Finanzminister Jiri Rusnok erklärte, man müsse andere finanzielle Ressourcen finden.

Das staatliche Amt für Telekommunikation muss die UMTS-Lizenzen bis Ende November verleihen. Bei dieser progressiven Technologie soll das herkömmliche Mobiltelefonieren mit Bildübertragung verbunden werden.