Musikfestival „Prager Frühling“ 1990 mit Dirigent Rafael Kubelík

Rafael Kubelík (Foto: YouTube)

Der 12. Mai ist der Todestag des Komponisten Bedřich Smetana und traditionell der Eröffnungstag der internationalen Musikfestspiele „Prager Frühling“. Alljährlich wird Smetanas Zyklus sinfonischer Dichtungen „Mein Vaterland“ zum Auftakt gespielt, und daran möchten wir auch in der heutigen Ausgabe von MusikCzech anknüpfen. Und das trotz der Tatsache, dass das Festival dieses Jahr in Folge der Corona-Pandemie nicht wie üblich stattfinden kann, sondern nur rund zehn Live-Konzerte online anbieten wird.

Rafael Kubelík (Foto: YouTube)
Eine ganz besondere Auflage erlebte das Musikfestival vor 30 Jahren, kurz nach der politischen Wende hierzulande. Im Frühjahr 1990 kehrte nach 41 Jahren in der Emigration der weltbekannte Dirigent tschechischer Herkunft Rafael Kubelík in die freie Tschechoslowakei zurück. Damals leitete er die Tschechische Philharmonie im Eröffnungskonzert zum „Prager Frühling“. Über sein Leben im Ausland pflegte der Dirigent zu sagen, er habe seine Heimat verlassen, um nicht sein Volk verlassen zu müssen.

In der Interpretation von Rafael Kubelík hören Sie heute den vierten und den fünften Teil aus dem Zyklus, und zwar „Aus Böhmens Hain und Flur“ und „Tábor“. Die Aufnahme ist ein Live-Mittschnitt des Konzerts vom 12. Mai 1990 im Smetana-Saal des Repräsentationshauses in Prag.