Nach 17 Tagen werden die von den streikenden CT-Mitarbeitern vorbereiteten Nachrichten wieder ohne Unterbrechungen ausgestrahlt

r_2100x1400_radio_praha.png

Der Dauerbrenner dieser Tage ist zweifelsohne die Krise im öffentlich-rechtlichen Tschechischen Fernsehen-CT, in der es jedoch zu einer - für die Fernsehzuschauer - erfreulichen Änderung kam. Denn nach 17 Tagen wird ab Mittwoch wieder nur noch eine Version der Nachrichten gesendet - ohne Unterbrechungen. Diese Tatsache ändert jedoch nichts daran, dass das Abgeordnetenhaus am Freitag über die Abberufung des bestehenden Fernsehrates entscheiden wird. Martina Schneibergova fasst zusammen:

In der von ihrem Team am Dienstagabend vorbereiteten Nachrichtensendung gab die Leiterin der Nachrichtensektion Jana Bobosikova bekannt, sie werde keine Nachrichten mehr ausstrahlen, und die Nachrichtensendungen würden demnächst von den ursprünglichen Nachrichtenredakteuren aus dem Prager Nachrichtenstudio gesendet. Bobosikova, deren Rücktritt von den streikenden Fernsehmitarbeitern gefordert wird, verabschiedete sich von den Zuschauern auf dem Bildschirm wie folgt: "Ich habe zu diesem Zeitpunkt sämtliche organisatorischen sowie menschlichen und technischen Möglichkeiten ausgeschöpft, um Nachrichtensendungen von Ersatzräumlichkeiten aus vorzubereiten. Es bleibt mir nichts anderes übrig, als mich der brutalen Kraft derer unterzuordnen, die die technischen Mittel des öffentlich-rechtlichen Fernsehens beherrscht haben und sie seitdem für ihre Ziele benutzen."

Die Entscheidung über die Einstellung ihrer eigenen Nachrichtensendungen traf Bobosikova aufgrund eines Entschlusses der stellvertretenden Hauptintendantin Vera Valterova, die verlauten ließ, dies solle zur Beruhigung der Lage beitragen.

Adam Komers vom Krisenausschuss der streikenden Fernsehmitarbeiter meinte dazu:"Der Krisenausschuss begrüßt die Tatsache, dass die zweite Forderung der Streikenden erfüllt werden soll. Damit wurde der Raum für eventuelle Verhandlungen über weitere Forderungen der Streikenden geöffnet."

Der Krisenausschuss wies jedoch Bobosikovas Worte über die angeblich brutale Kraft zurück.

Bobosikova ließ noch am Dienstagabend verlauten, sie habe trotz der Einstellung der von ihrem Team vorbereiteten Nachrichten nicht vor, zurückzutreten. Sie stellte weiter im Gespräch für den Tschechischen Rundfunk fest, sie bestehe auf allen Kündigungen, die sie den protestierenden Redakteuren in den vergangenen Tagen ausgesprochen habe.

Kulturminister Pavel Dostal begrüßte die Einstellung der sog. "offiziellen" Nachrichtensendungen:

"Es verschwindet eine sehr schlechte Berichterstattung, die unprofessionell war. Noch schlimmer war es jedoch, dass diese Nachrichten wenig ausgewogen waren und dass man darin sogar gelogen hat. Aus dem von den Streikenden besetzten Nachrichtenstudio werden wir anständige Nachrichten empfangen können, die hoffentlich ausgewogen sein werden."

Trotz dieser jüngsten Änderung droht dem Fernsehrat am Freitag auch weiterhin die Abberufung durch das Abgeordnetenhaus. Der Fernsehrat ignorierte auf seiner Montagssitzung die Aufforderung der Abgeordneten, den Fernsehdirektor Jiri Hodac abzuberufen. Die Abgeordneten bereiten nun Maßnahmen vor, die der eventuellen Abberufung folgen könnten.