Nach geplatztem China-Geschäft: Milliardär kauft Klaviere von Petrof für tschechische Schulen

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Die Stiftung des Milliardärs Karel Komárek kauft elf Pianos der Traditionsmarke Petrof, die China abgelehnt hat. Sie stiftet die Instrumente für Schulen.

Karel Komárek (Foto: Archiv KKCG)

Die Taiwan-Reise des tschechischen Senatschefs Miloš Vystrčil (Bürgerdemokraten) hat für Spannungen zwischen Prag und Peking gesorgt. Die chinesische Seite drohte in Reaktion darauf mit Konsequenzen und „empfindlichen Sanktionen“. Diese bekam der tschechische Klavierhersteller Petrof aus Hradec Králové / Königgrätz noch vor der Rückkehr der Senatsdelegation zu spüren. Sein chinesischer Partner habe einen Auftrag in Höhe von 5,3 Millionen Kronen (200.000 Euro) zunächst ausgesetzt, hieß es am vergangenen Freitag von Petrof.

Kurz darauf meldete sich allerdings ein neuer Interessent: Die Familienstiftung des tschechischen Milliardärs Karel Komárek kaufte die Instrumente des Herstellers. „Nachdem wir von diesem Problem erfahren haben, entschieden wir uns sofort, die Klaviere zu kaufen. Meine Frau und ich haben uns geeinigt, dass unsere Stiftung sie an Schulen in Tschechien verschenkt. Wir wünschen uns, dass diese elf Instrumente zu einem Symbol des tschechischen Stolzes und Zusammenhalts werden“, führte Komárek an. In den nächsten Tagen soll eine Ausschreibung in Gang gesetzt werden, in der sich Schulen um die Klaviere bewerben können.

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Die traditionsreiche Firma Petrof hat in den vergangenen Jahren in China die Position des größten Piano-Importeurs aus Europa erkämpft, die Volksrepublik ist für sie der wichtigste Absatzmarkt. Das Unternehmen verkauft dort zum einen seine Instrumente der Marke Petrof, zum einen lässt es direkt in China unter anderem Namen weitere 6000 Klaviere pro Jahr produzieren. Die Firmenleitung befürchtet nun wegen der verschlechterten Beziehungen zwischen Prag und Peking auch negative Auswirkungen auf die eigenen Geschäfte in dem Land.

Karel Komárek belegt aktuell Rang drei in der Liste der reichsten Tschechen. Seine Investmentgruppe KKCG vereint unteranderem Aktivitäten in der Öl- und Gasindustrie, am Immobilienmarkt, in der Informationstechnologie und im Glücksspielsektor. Mit seiner Frau Štěpánka betreibt er eine Familienstiftung, die sich unter anderem um die Gestaltung des öffentlichen Raums kümmert und auch hinter dem Musikfestival Dvořákova Praha (Dvořáks Prag) steht.