Nachbericht vom Spiel Tschechien - Ghana
Am vergangenen Samstag kam bei der Fußball-WM in Deutschland wieder Tschechien an den Ball, und zwar im Spiel gegen Ghana. Dazu ein Nachbericht von Lothar Martin direkt aus Köln.
Die tschechische Mannschaft war von diesem frühen Gegentreffer sichtlich irritiert. Denn im weiteren Spielverlauf konnte sie zwar eine spielerische Gleichwertigkeit herstellen, wirkte aber vor dem Tor von Ghana ungewohnt nervös und fahrig. So konnte auch Tomas Rosicky die beste Möglichkeit der Tschechen kurz vor der Pause nicht nutzen, während ein Kopfballtor von Pavel Nedved kurz nach dem Seitenwechsel wegen Abseits nicht anerkannt werden konnte. Und so brachte erst die 65. Spielminute die nächste Aufregung, als Tomas Ujfalusi den ghanaischen Stürmer im Strafraum zum Fall brachte und dafür wegen einer so genannten Notbremse des Platzes verwiesen wurde. Und Ghana bekam zudem auch einen Elfmeter, der aber nicht verwandelt werden konnte:
Nach dieser Szene entwickelte sich ein toller Schlagabtausch, weil Tschechien mit zehn Mann alles riskierte um wenigstens noch den Ausgleich zu schaffen. Die schnellen und zweikampfstarken Ghanaer haben aber jede Gelegenheit zum Konter genutzt. Aber auch sie brachten lange kein weiteres Tor zustande. In der 82. Spielminute aber schnappte sich Sulley Muntari den Ball und donnerte ihn mit Links in das rechte obere Toreck:Die Hoffnungen der tschechischen Fans in Köln und in der Heimat an den TV-Geräten erfüllten sich also nicht. Doch die überwiegende Mehrheit wusste trotz der Niederlage die Stärke der Ghanaer auch anzuerkennen. "Sie waren in allen Belangen besser", sagte Zdenek aus Brno / Brünn und ergänzte: "Die Ghanaer spielten schon gut in der Begegnung mit Italien, doch sie hatten viel Pech. Heute hat sich ihr Engagement ausgezahlt." Es war sogar ein höherer Sieg für die Afrikaner möglich. Doch nicht nur Zdenek brach eine Lanze für den eigenen Torhüter: "Wenn wir Petr Cech nicht gehabt hätten, dann hätte es hier Handballresultat gegeben. Null zu Sechs oder Null zu Sieben wäre es dann ausgegangen." Nationaltrainer Karel Brückner analysierte die Niederlage nüchterner, nicht aber ohne ebenfalls mit einen Lob zu beginnen: "Ghana spielte sehr gut. Das erste Tor hat die Frage nach dem Sieger entschieden. Wir mussten die Deckung etwas mehr öffnen, was dem Gegner in die Karten gespielt hat. Und nach dem Platzverweis gegen uns, da haben wir schon volles Risiko gespielt."
Nach dieser Niederlage stehen die tschechischen Fußballer nun vor der schweren Aufgabe gegen Gruppenfavorit Italien unbedingt punkten oder nach Möglichkeit sogar gewinnen zu müssen, soll die WM für sie nicht schon am Donnerstag beendet sein. Dazu müssen sie vermutlich ohne die Verletzten Milan Baros und Jan Koller und ganz sicher ohne die gesperrten Lokvenc und Ujfalusi antreten. Deshalb kommt auch Zdenek aus Brünn zu der Auffassung: "Ich habe Angst, dass wir nicht weiter kommen." Sein mitgereister Freund ist jedoch optimistischer: "Wir kommen weiter über Italien." Aber auch Ghana hat die große Chance auf das Achtelfinale. Die Fans aus dem westafrikanischen Land waren schon über das 2:0 über Tschechien ganz glücklich.







