• 22.10.2026

    Die oppositionelle Bürgermeisterpartei (Stan) wendet sich an den Mandats- und Immunitätsausschuss des Unterhauses. Grund sei das Verhalten des Abgeordneten Miroslav Ševčík (parteilos, für SPD) und des Vorsitzenden des Abgeordnetenhauses, Tomio Okamura („Freiheit und direkte Demokratie“, SPD). Darüber informierte der Stan-Vorsitzende Vít Rakušan auf X. Laut Rakušan hat Ševčík gegen Ende der Sitzung des Abgeordnetenhauses am Mittwoch die Chefin der Stan-Fraktion, Michaela Šebelová, grob angeschrien. Als Rakušan und andere Kollegen daraufhin durch Okamuras Vermittlung eine Entschuldigung forderten, seien sie auf Geschrei und Beleidigungen gestoßen, schrieb der Stan-Chef. Er fügte hinzu, die Art und Weise, wie Vertreter der Regierungskoalition mit Andersdenkenden und vor allem mit Frauen umgehen würden, werfe die Gesellschaft kulturell um Jahrzehnte zurück.

    Nach einer Sitzung der erweiterten Führung des Unterhauses am Donnerstag erklärte Okamura, er halte die am Mittwoch im Plenum geäußerten Worte für unangemessen. Ševčík sagte am Donnerstag gegenüber der Presseagentur ČTK, das Wort „Menopause“ sei nicht an Šebelová gerichtet gewesen.

  • 22.10.2026

    Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat am Mittwoch in Berlin den tschechischen Staatspräsidenten Petr Pavel empfangen. Pavel sagte nach dem Treffen, ein Stopp der Hilfen für die Ukraine würde Russland noch mehr ermutigen. Deutschland tritt laut dem tschechischen Staatsoberhaupt nachdrücklich dafür ein, dass die Unterstützung für die Ukraine auch weiterhin fortgesetzt werden muss. Andernfalls drohen Europa Pavel zufolge noch größere Probleme als es schon derzeit hat.

    Pavel sprach mit Merz zudem über eine Vertiefung der bilateralen Zusammenarbeit im Sicherheitsbereich. Die tschechisch-deutschen Gespräche auf höchster Ebene werden laut dem Staatspräsidenten fortgesetzt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird am 1. Dezember Prag besuchen, und auch Bundeskanzler Merz wird Anfang nächsten Jahres in die Tschechische Republik reisen.

  • 22.10.2026

    Der tschechische Schriftsteller und Dramatiker Pavel Kohout hat mit 98 Jahren ein neues Buch mit dem Titel „Parta charty mastí karty“ veröffentlicht. Im Buch wird die große Geschichte mit dem Schicksal gewöhnlicher Menschen verknüpft. Kohout stellte das Buch in der Prager Galerie Portheimka feierlich vor. Als „Taufpate“ nahm Vlastimil Třešňák an der Buchvorstellung teil. Der Künstler gestaltete das Cover des Bandes.

    Kohout gehört zu den bedeutendsten tschechischen Schriftstellern der Gegenwart. Er durchlief einen Wandlungsprozess – von der Bewunderung für Stalin über eine allmähliche Ernüchterung hin zur Teilnahme am Prager Frühling von 1968. Der Schriftsteller ist zu einem entschiedenen Gegner des kommunistischen Regimes geworden. Er schrieb rund 60 Theaterstücke, 20 Drehbücher und über 20 Prosawerke. Seit 1989 lebt er abwechselnd in Prag und in Wien.

  • 22.10.2026

    Eine Sommereiche aus der Schlossallee in Skalička in der Gegend von Přerov ist in Tschechien zum „Baum des Vierteljahrhunderts“ gekürt worden. Darüber entschieden die Teilnehmer einer gleichnamigen Umfrage, die von der Stiftung Partnerství durchgeführt wurde. Die Eiche, die etwa 400 Jahre alt ist, erhielt 5727 Stimmen. Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Wettbewerbs „Baum des Jahres“ hatte die Stiftung die Abstimmung zum „Baum des Vierteljahrhunderts“ initiiert. Dreizehn Siegerbäume aus den früheren Jahren, die einen Querschnitt durch die Geschichte des Wettbewerbs darstellten, bewarben sich um den Titel.

    Das Gemeindeamt von Skalička und die Kinder der dortigen Grundschule hatten die Eiche für den Wettbewerb nominiert. Der mächtige Baum mit einem Umfang von fast fünf Metern ist Teil der Schlossallee, die aus 22 Linden und zehn Eichen besteht.

  • 22.10.2026

    Ein Gottesdienst im Veitsdom auf der Prager Burg wird an diesem Donnerstag an die Wahl von Ferdinand I. von Habsburg zum König von Böhmen im Jahre 1526 erinnern. Der Gottesdienst wird vom Prager Erzbischof Stanislav Přibyl zelebriert. Auch Karl von Habsburg-Lothringen, der Enkelsohn des letzten böhmischen Königs und Kaisers, Karl I. von Österreich, kündigte seine Teilnahme an.

    Das Prager Erzbistum hat die Informationen zum Gottesdienst auf seiner Website veröffentlicht.

  • 21.10.2026

    Rund 20 Arten nichterneuerbarer Rohstoffe sollen so in die Gesetzgebung Tschechiens aufgenommen werden, damit ihnen eine bedeutsame Stellung in der staatlichen Rohstoffpolitik zukommt. Diese Initiative des Ministeriums für Industrie und Handel kündigte Staatssekretär Marcel Dlask am Mittwoch auf einer Fachkonferenz in Prag an. Dieser Schritt sei unabdinglich, um die tschechische Industrie und ihre Konkurrenzfähigkeit in Europa aufrechtzuerhalten, begründete Dlask.

    Dem Ministeriumsvertreter zufolge wird die Rohstoffsicherheit Tschechiens langsam zu einer Frage der nationalen Sicherheit. Denn es gebe hierzulande nicht genügend sogenannte kritische nichterneuerbare Rohstoffe, und diese müssten auch importiert werden. Laut Dlask soll die Förderung aus einheimischen Vorkommen von Lithium, Mangan, Wolfram und anderen Stoffen gesetzlich so verankert werden, dass sie etwa von der Automobilindustrie oder im Bereich der Künstlichen Intelligenz genutzt werden können.

  • 21.10.2026

    Die Einführung des Euro in Tschechien ist vor allem eine politische Frage. Darin waren sich mehrere Experten einig, die am Mittwoch in der Universität in Pardubice zum Thema debattiert haben. Die hiesigen Politiker würden den Währungswechsel immer weiter aufschieben, weil die Unterstützung in der Bevölkerung zu niedrig sei, lautete die Analyse von Petr Sklenář, dem Leiter der Währungssektion in der Tschechischen Nationalbank (ČNB).

    An dem Gespräch beteiligt war etwa auch der Vorsitzende des Nationalen Haushaltsrates, Mojmír Hampl. Er erinnerte daran, dass die Diskussion um eine mögliche Euro-Einführung schon länger als 20 Jahre geführt werde. Tschechien könne weiterhin mit seiner eigenen Währung funktionieren, sofern die Währungs- und Geldpolitik besser sei als der EU-Durchschnitt, so Hampl. Unter gegenteiligen Umständen ist eine eigene Währung seiner Ansicht nach aber eher eine Belastung.

    Und mit seiner Vorhersage, dass hierzulande auch in zehn Jahren noch mit der Tschechischen Krone bezahlt werde, stieß Ivan Štefanec, der ehemalige slowakische Regierungsbeauftragte für die Euro-Einführung, in der Diskussionsrunde auf allgemeine Zustimmung.

  • 21.10.2026

    Die Staaten in Zentraleuropa sollten nach Ansicht des tschechischen Außenministers Petr Macinka (Motoristé sobě) in der EU mehr zusammenarbeiten. Die Region müsse bei der Gestaltung der europäischen Zukunft eine lautere Stimme haben, forderte Macinka am Mittwoch am Ende seines Besuchs in Slowenien. Dort war er mit seinem Amtskollegen Tone Kajzer zusammengetroffen.

    Tschechien und Slowenien seien enge und verlässliche Partner, betonte Macinka außerdem. Die Europäische Union muss seiner Aussage vom Mittwoch zufolge zum gesunden Menschenverstand zurückfinden, vor allem in der Energiepolitik.

  • 21.10.2026

    Die frühere Vorsitzende der tschechischen Kommunistischen Partei (KSČM), Kateřina Konečná, die für die linkspopulistische Bewegung „Stačilo!“ (Es reicht!) im Europaparlament sitzt, ist der Fraktion Patrioten für Europa beigetreten. Über ihren Schritt informierte die Politikerin am Mittwoch auf X. In der laufenden Legislaturperiode war Konečná bisher fraktionslos, davor noch in der Linken im Europäischen Parlament – GUE/NGL.

    Teil der Fraktion Patrioten für Europa ist unter anderem die tschechische Regierungspartei Ano. Konečná begründete ihre Entscheidung damit, dass sie bei den bisherigen Abstimmungen am häufigsten mit dieser Fraktion übereingestimmt habe.

  • 21.10.2026

    Am Mittwoch ist in Prag die dreitägige internationale Verteidigungsmesse Future Forces Forum eröffnet worden. Staatspräsident Petr Pavel mahnte in seiner Rede, eine erfolgreiche Abschreckung werde künftig davon abhängen, wie schnell die jeweiligen Staaten neue Technologien und Innovationen einführen. Vizepremier und Industrieminister Karel Havlíček (Partei Ano) kündigte seinerseits an, die Verteidigungsindustrie werde einer der Pfeiler der tschechischen Wirtschaft werden und die traditionellen Branchen, wie Automobilindustrie, Energiewirtschaft und Baugewerbe, ergänzen.

    Verteidigungsminister Jaromír Zůna (parteilos) informierte zudem, dass seit Jahresbeginn bereits 3696 neue Soldaten in die tschechische Armee aufgenommen worden seien. Parallel zu der Veranstaltung auf dem Messegelände empfing Präsident Pavel am Mittwoch auf der Prager Burg den EU-Kommissar für Verteidigung und Raumfahrt, Andrius Kubilius.

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