• 07.01.2022

    Der polnische Premier Mateusz Morawiecki bereitet die Abberufung seines Botschafters in Tschechien vor. Dies gab der polnische Regierungssprecher Piotr Müller am Donnerstag auf Twitter bekannt. Dabei war die Rede von „äußerst verantwortungslosen Äußerungen zum Kohlebergbau Turów“. Jeder polnische Diplomat sei verpflichtet, die Interessen seines Landes zu verteidigen, schrieb Müller weiter.

    Der Regierungssprecher bezog sich dabei auf Berichte polnischer Medien über ein Interview des Botschafters Mirosław Jasiński mit dem Sender Deutsche Welle. Darin sagte der Diplomat unter anderem, dass es im Streit zwischen Prag und Warschau zum Tagebau Turów einen „Mangel an Empathie, Verständnis und Dialogbereitschaft“ gäbe, und dies „vor allem auf der Seite Polens“.

    Der Braunkohletagebau Turów nahe der polnisch-tschechischen Grenze bedroht hiesigen Politikern zufolge die Trinkwasserressourcen in den tschechischen Gemeinden. Die polnische Regierung lehnt es trotz einer entsprechenden Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes ab, die Grube zu schließen.

  • 06.01.2022

    Die erste Priorität in der Programmerklärung seiner Regierung sei es, dafür zu sorgen, dass Tschechien im internationalen Wettbewerb bestehen und zu einem der fortschrittlichsten Länder der Welt aufsteigen kann. Das sagte Premier Petr Fiala (Bürgerdemokraten) am Donnerstag. Zuvor hatte sein Kabinett die Regierungserklärung einstimmig verabschiedet und wird sie am Freitag veröffentlichen.

    Die Erklärung basiere in jeder Hinsicht auf dem im November vereinbarten Koalitionsvertrag, doch sie sei umfassender, ergänzte Fiala vor Journalisten. Laut der Nachrichtenagentur ČTK, der die Endfassung des Dokuments bereits vorliegt, sieht das Regierungsprogramm beispielsweise die Verabschiedung der ersten Stufe der Rentenreform bis 2023 vor.

    Autor: Lothar Martin
  • 06.01.2022

    Das tschechische Außenministerium hat am Donnerstag in einer Erklärung alle Parteien der Unruhen in Kasachstan dazu aufgerufen, die Gewalt zu beenden und die Lage unter Achtung der Gesetze und der Menschenrechte zu lösen. Nach Angaben der Behörde befinden sich etwa 30 tschechische Staatsbürger im Land. Der tschechischen Botschaft in Nur-Sultan liegen keine Informationen vor, dass sie in Gefahr seien.

    Die Vorsitzenden der beiden Außenausschüsse im tschechischen Parlament kritisieren den Einmarsch der russischen Armee in Kasachstan. Sie verweisen dabei auf die historischen Erfahrungen mit Russland, einschließlich der Okkupation der Tschechoslowakei 1968 durch die damalige Sowjetunion.

    Die Unruhen in Kasachstan brachen am Sonntag in der Stadt Schangaösen aus, einen Tag nachdem die Preisobergrenze für Flüssiggas (LPG) aufgehoben wurde und sich die Preise im Nu verdoppelten. Anschließend breiteten sich die Demonstrationen auf andere Städte aus.

    Autor: Lothar Martin
  • 06.01.2022

    Die tschechische Währung wird Tag für Tag stärker im Kursverhältnis zur EU-Währung. Zum Geschäftsschluss am Donnerstag um 17 Uhr wurde der Wechselkurs mit 24,51 Kronen pro Euro angegeben. Das ist ein Plus von sieben Hellern gegenüber dem Vortag und der höchste Wert seit September 2012. Das gab das Internetportal Patria Online am Donnerstagnachmittag bekannt.

    Die tschechische Währung verzeichnet seit Anfang Dezember vorigen Jahres einen allmählichen Wertzuwachs gegenüber dem Euro. Am 1. Dezember lag der Wechselkurs bei 25,51 Kronen pro Euro, jetzt – 36 Tage später – ist er um genau eine Krone stärker. Erst vor neun Tagen wurde die Marke von 25 Kronen je Euro durchbrochen. Gegenüber der amerikanischen Währung hat das tschechische Geld jedoch etwas eingebüßt. Am Donnerstag lag hier der Kurs bei 21,70 Kronen je US-Dollar.

    Autor: Lothar Martin
  • 06.01.2022

    Der Anteil der Corona-Fälle, die auf die Omikron-Variante des Virus zurückzuführen sind, bewegt sich derzeit bei 35 Prozent. Das ist das Ergebnis der Sequenzierung von Positiv-Befunden am Mittwoch, teilte das Nationale Referenzlabor mit. In manchen Regionen kann der Anteil auch schon bis zu 50 Prozent betragen, informierte das zentrale Gesundheitsamt am Donnerstag in einem Pressebericht.  Laut einer Vorhersage der Behörde vom Montag werde der Omikron-Anteil bei den Corona-Fällen binnen zehn Tagen die 50-Prozent-Marke übersteigen, also ungefähr am 13. Januar.

    Derweil wurde am Donnerstag aus der Uniklinik Hradec Králové / Königgrätz der erste Fall in Tschechien mit der Coronavirus-Variante B.1.640 gemeldet. Daran erkrankt ist ein Mann aus dem umliegenden ostböhmischen Kreis, sagte ein Sprecher des Krankenhauses. Die Variante B.1.640 wurde nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im vergangenen September erstmals in der Demokratischen Republik Kongo festgestellt und wird seit November separat überwacht.

    Autor: Lothar Martin
  • 06.01.2022

    In Tschechien sind im vergangenen Jahr neue Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtamtleistung von 62 Megawatt (MW) installiert worden. Das waren gut 20 Prozent mehr als im Jahr 2020. Auf der anderen Seite lag die Steigerungsrate nicht so hoch wie noch im vorvergangenen Jahr, als die installierte Leistung verdoppelt werden konnte. Dies teilte der tschechische Verband der Solarindustrie (Solární asociace) am Donnerstag bei einer Pressekonferenz mit.

    Der derzeitige Boom geht den Informationen nach auf die gestiegenen Strompreise und staatliche Förderprogramme zurück. Derzeit führen bei den Neuinstallationen kleine Photovoltaik-Anlagen auf Einfamilienhäusern. Für die kommenden Jahre glaubt der Verband jedoch, dass auch größere Anlagen auf Dächern sowie Solarparks wieder vom Boom erfasst werden dürften.

    Autor: Till Janzer
  • 06.01.2022

    Die Spieler des tschechischen Eishockeymeisters HC Oceláři Třinec sind den Meldungen der Internetportale iSport.cz und iDnes.cz zufolge in Quarantäne. Sie mussten den Weg in die zeitweilige Isolierung antreten, nachdem mehrere Team-Kollegen positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Die nächsten Punktspiele des Tabellenführers der Extraliga wurden abgesagt. Es sind die Auswärtspartien am Freitag in Liberec / Reichenberg und am Sonntag in Karlovy Vary / Karlsbad, die auf einen noch unbestimmten Termin verlegt wurden.

    Trotz fortwährender Pandemie waren in dieser Saison bisher noch keine Punktspiele der Extraliga ausgefallen. Seit Ende November ist jedoch die Zuschauerzahl in den Arenen auf 1000 Besucher begrenzt. Ab kommenden Dienstag wird hierzulande die Quarantänedauer von 14 auf fünf Tage reduziert.

    Autor: Lothar Martin
  • 06.01.2022

    In seiner Neujahrsansprache hat der Präsident der tschechischen Handelskammer, Vladimír Dlouhý, die Regierung aufgerufen, eine neue Form zur Regulierung des Energiemarkts zu finden. Ihm zufolge sollte der Staat die für Tschechien offenbar unrealistischen Ziele des Green Deals der EU verhindern sowie eine kurzfristige Lösung zur angespannten Lage auf dem Arbeitsmarkt durch die Einstellung ausländischer Arbeitskräfte schaffen. Die Unternehmer müssten seiner Meinung nach verstehen, dass die Stabilisierung der öffentlichen Finanzen die wichtigste Aufgabe aller ist, die die Regierung zu erfüllen habe.

    Als Präsident der Handelskammer könne er es den Mitgliedern dieser Vereinigung nicht erklären, warum die Energiepreise stark gestiegen sind, zugleich aber auch die Margen der Energiekonzerne zugelegt haben. In dieser Frage rasch Klärung zu schaffen, sei die sofortige Aufgabe des Ministers für Industrie und Handel, betonte Dlouhý.

    Autor: Lothar Martin
  • 06.01.2022

    Am Freitag ist es in Tschechien wolkenlos bis heiter. Morgens vereinzelt Raureif oder tiefhängende Bewölkung. In Böhmen nimmt die Bewölkung im Tagesverlauf von Westen her zu, am Nachmittag und Abend ist mit leichtem Schneefall zu rechnen. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei -2 bis +2 Grad Celsius. In Lagen um 1000 Meter Höhe liegen die Maximalwerte um -5 Grad Celsius. Es weht ein schwacher bis mäßiger Wind aus Süd bis Südwest.

    Autor: Lothar Martin
  • 06.01.2022

    Der tschechische Staatshaushalt wies Ende des Jahres 2021 das Rekorddefizit von 419,7 Milliarden Kronen (17,1 Milliarden Euro) auf. Im Jahr 2020 wurde der Etat mit einem Minus von 367,4 Milliarden Kronen (14,95 Milliarden Euro) abgeschlossen. Das gab Finanzminister Zbyněk Stanjura (Bürgerdemokraten) am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Prag bekannt.

    Das defizitäre Ergebnis des Staatshaushalts wurde durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie und der gegen sie ergriffenen Maßnahmen beeinflusst. Vor allem deshalb war für das letzte Jahr auch ein Defizit von bis zu 500 Milliarden Kronen (20,35 Milliarden Euro) vom Abgeordnetenhaus gebilligt worden. Zuvor wies der Etat des Jahres 2020 das größte Haushaltsloch seit Entstehung des tschechischen Staates auf.

    Autor: Lothar Martin

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