• 20.06.2021

    Tausende Menschen trafen am Sonntagnachmittag auf dem Prager Wenzelsplatz zusammen, um gegen die Regierung von Andrej Babiš (Partei Ano) zu protestierten. Die Demonstration wurde vom Verein „Eine Million Augenblicke für die Demokratie“ einberufen. Zu Beginn der Demonstration stellten die Vertreter des Vereins eine symbolische Rechnung aus. Auf einer Quittung in Überlebensgröße zählten sie alle Probleme der Politik von Babiš sowie Gerichtsfälle, in die er verwickelt ist. Mehrere der Demonstranten hatten EU-Flaggen und Transparente mit, auf denen Justizministerin Marie Benešová (parteilos) zum Rücktritt aufgefordert wurde. Auf anderen Transparenten protestierten sie gegen Babiš oder gegen das Bündnis von Präsident Miloš Zeman mit Putin.

    Der Vorsitzende des Vereins, Benjamin Roll, sagte, der Verein starte eine Kampagne für die Demokratie, die jeden brauche. Die nächste Regierung werde die einzige Aufgabe haben, die Fehler des gegenwärtigen Kabinetts zu korrigieren, so der Bürgeraktivist. Auf dem Podium traten unter anderem der Liedermacher Tomáš Klus und der Schauspieler Jan Potměšil auf.

    Der Verein entstand 2017. Er macht auf Probleme aufmerksam, die vor allem mit Babiš verbunden sind. Dem Verein zufolge ist der Premier im Interessenkonflikt und hält seine Wahlversprechen nicht ein. Vor zwei Jahren nahmen an einer Demonstration des Vereins auf dem Prager Letná rund 280.000 Menschen teil.

  • 20.06.2021

    Am Montag ist es in Tschechien überwiegend  heiter, örtlich ist mit Regenschauern und Gewittern zu rechnen. Die Tageshöchsttemperaturen erreichen 27 bis 32 Grad Celsius.

  • 20.06.2021

    Das Gesundheitsministerium will ab zweiter Julihälfte Impfungen gegen das Coronavirus auch ohne vorherige Anmeldung ermöglichen. Dies teilte Gesundheitsminister Adam Vojtěch (parteilos) am Sonntag im öffentlich-rechtlichen Tschechischen Fernsehen mit.

    Er merkte zudem an, dass das Ministerium daran arbeitet, um ab Anfang Ferien auch Impfungen aus den USA und anderen Ländern anerkennen zu können. Seinen Worten zufolge geht es nicht um die Anerkennung der Impfung selbst, sondern darum, wie die Menschen die Impfung nachweisen sollen.

  • 20.06.2021

    Die tschechische Filmregisseurin Michaela Pavlátová feierte Erfolg beim Animationsfilmfestival in Annecy. Im Hauptwettbewerb gewann sie den Preis der Jury für ihren abendfüllenden Film „Moje slunce Mad“. Der Film erzählt die Geschichte eines Mädchens, das Prag verlässt, um in Kabul ihren Mitschüler Nazir zu heiraten. Die Filmemacherin inspirierte sich durch das Buch „Frišta“ von Journalistin Petra Procházková.

    Michaela Pavlátová wurde zuvor mit mehreren Preisen ausgezeichnet, sie wurde auch für den Oscar und den Goldenen Bären in Berlin nominiert. Sie leitet den Lehrstuhl für Animationsfilm an der Filmakademie in Prag.

  • 20.06.2021

    Ohne Öffentlichkeit fand am Sonntag in der Gedenkstätte Ležáky ein Gedenkakt statt, bei dem der Opfer des Massakers von 1942 gedacht wurde. An der Gedenkveranstaltung nahm unter anderem Kulturminister Lubomír Zaorálek (Sozialdemokraten) teil. Am Gedenkakt nahm auch die letzte Überlebende aus Ležáky, Jarmila Doleželová, geboren Šťulíková,  teil. Sie sei damals sehr klein gewesen und könne sich an nichts erinnern,  aber sei froh, dass sich ihre Tochter dafür interessiere, sagte sie. Es sei wichtig, nicht nur an das Schicksal von Ležáky, sondern auch an weitere Kriegsschrecken zu erinnern, so Doleželová. Sie ist eine der Schwestern, die als einzige das Massaker überlebt haben. Ihre Schwester Marie ist vor zwei Jahren gestorben.

    Am 24. Juni 1942 wurden in einem Racheakt für das Attentat auf den stellvertretenden Reichsprotektor Reinhard Heydrich die 34 erwachsenen Bewohner von Ležáky erschossen und alle Häuser niedergebrannt. Die 13 Kinder wurden verschleppt, außer zwei Mädchen wurden sie später im polnischen Chmelno in den Gaskammern ermordet. Ležáky war der zweite Racheakt der Nationalsozialisten für den Tod Heydrichs nach dem Massaker in Lidice.

  • 20.06.2021

    Justizministerin Marie Benešová (parteilos) wird dem Regierungskabinett den neuen obersten Staatsanwalt bis Ende Juni vorschlagen. Über den Nachfolger des bisherigen Chefs der Obersten Staatsanwaltschaft, Pavel Zeman, wird ihren Worten zufolge das Kabinett vermutlich in der übernächsten Woche verhandeln. Es wird einer der jetzigen Staatsanwälte sein. Das sagte die Justizministerin am Sonntag gegenüber dem TV-Sender CNN Prima News.

    Der Europaabgeordnete und  Ex-Justizminister Jiří Pospíšil (Top 09) ist davon überzeugt, dass die Ministerin einen neuen obersten Staatsanwalt in der Gegenwart nicht vorschlagen sollte. Dieser wird jedoch von der Regierung gebilligt, deren Vorsitzender Andrej Babiš (Partei Ano) strafrechtlich verfolgt wird. Der Prozess der Wahl wird laut Pospíšil von Spekulationen begleitet. Der Nachfolger von Pavel Zeman sollte erst vom nächsten Kabinett gebilligt werden. Bis zu der Zeit sollte der erste Stellvertreter des obersten Staatsanwalts die Staatsanwaltschaft leiten.

    Pavel Zeman gab seinen Rücktritt Mitte Mai bekannt, er endet im Amt zum 30. Juni. Als einen der Gründe seines Rücktritts nannte er den Druck, den die Justizministerin auf ihn ausübt.

  • 20.06.2021

    Am Samstag wurden in Tschechien 63 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Das war die niedrigste Zahl, die an einem Samstag seit 11. Juli 2020 verzeichnet wurde. Vor einer Woche wurden um zehn Fälle mehr registriert. Dies geht aus den Daten des Gesundheitsministeriums hervor.

    In den Krankenhäusern wurden am Samstag 73 Patienten wegen Covid-19 behandelt. Bei elf davon war der Krankheitsverlauf schwer. Die 7-Tage-Inzidenz beträgt neun Fälle, die 14-Tage-Inzidenz 22 Fälle pro 100.000 Einwohner. Die Reproduktionszahl stieg leicht von 0,66 auf 0,72 Prozent. Zur günstigen Corona-Lage trägt den Experten zufolge die Impfung bei. Voll geimpft wurden mehr als 2,5 Millionen Menschen. Mit wenigstens einer Dosis wurden bisher fast 4,7 Millionen Menschen vakziniert. Dies sind rund 44 Prozent der tschechischen Bevölkerung.

    Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie im März 2020 steckten sich über 1,66 Millionen Menschen mit dem Coronavirus an. 30.280 Menschen sind mit dem Coronavirus gestorben.

  • 19.06.2021

    Der Unfall, bei dem am Freitag  auf dem Gelände einer Firma in Pilsen der Schwefelwasserstoff entwich, hat ein drittes Opfer. Im Krankenhaus starb einer der beiden Männer, die in die Uni-Klinik eingeliefert wurden. Der Gesundheitszustand des anderen Mannes verbessere sich, teilte eine Sprecherin der Uni-Klinik in Pilsen, mit. Am Freitag sind zwei Männer an der Vergiftung gestorben.

    Die Polizei sucht weiterhin nach den Ursachen des Unfalls. Die Firma beschäftigt sich mit der Entsorgung des Industrieschlamms.

  • 19.06.2021

    Ein tschechisches Militärfahrzeug fuhr am Samstag in Mali auf eine Mine. Alle Soldaten seien in Ordnung, niemand sei verletzt worden, teilte die Tschechische Armee via Twitter mit. Weitere Informationen wurden nicht veröffentlicht.

    Tschechische Spezialkräfte sind Bestandteil der Task Force Takuba. Im europäischen militärischen Einsatzverband, der die französische Operation Barkhane zur Bekämpfung des islamistischen Terrorismus in Mali unterstützt, können bis zu 60 tschechische Soldaten eingesetzt werden. Weitere fast 80 tschechische Soldaten nehmen an der multinationalen Ausbildungsmission der EU in Mali (EUTM) teil, vier tschechische Offiziere arbeiten bei der multidimensionalen integrierten Stabilisierungsmission der Uno in Mali (MINUSMA).

  • 19.06.2021

    Tschechien bemüht sich darum, während seines EU-Vorsitzes zwei Gipfeltreffen zu veranstalten. Über die Vorbereitungen verhandelte Außenminister Jakub Kulhánek (Sozialdemokraten) am Samstag drei Stunden lang mit dem sogenannten „Beraterteam“ von Präsident Miloš Zeman. Tschechien wird in der zweiten Hälfte des nächsten Jahres den EU-Vorsitz innehaben. Für Prioritäten hält der Außenminister transatlantische Beziehungen und die Vorbereitungen der Länder des Westbalkans auf den EU-Beitritt. Er möchte darum ein europäisches Gipfeltreffen mit diesen Ländern sowie ein Gipfeltreffen der EU und der USA organisieren.

    Was die nächsten Pläne betrifft,  wird Tschechien laut Kulhánek Sanktionen gegen Belarus unterstützen. Im Sommer plant der Sozialdemokrat diplomatische Reisen mit Unternehmern nach Tunesien, Saudi Arabein und Jordanien. Im Zusammenhang mit dem Regierungswechsel in Israel sagte der Außenminister, die Regierung habe vor an die Tradition gemeinsamer Sitzungen mit dem israelischen Kabinett anzuknüpfen. Er möchte seinen Worten zufolge zudem seinen israelischen Amtskollegen Jair Lapid zu Besuch nach Tschechien einladen.

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