• 21.01.2021

    Die Antikorruptionsorganisation Transpareny International hat am Mittwoch bei der Stadtverwaltung Černošice erneut eine Beschwerde eingereicht mit dem Verweis darauf, dass Premier Andrej Babiš (Partei Ano) gegen die Legislative verstoße. Laut dem Gesetz gegen Interessenskonflikte darf kein politischer Amtsträger im Besitz von Medien sein, Babiš aber gehört der Verlag Mafra. Transpareny International informierte die Öffentlichkeit am Donnerstag in einer Pressemeldung über ihren Schritt.

    Die Stadt Černošice – die als Wohnort von Andrej Babiš für die Untersuchungen zuständig ist – hatte dem Regierungschef bereits vor zwei Jahren einen Interessenskonflikt bescheinigt. Damals verhängte sie eine Geldstrafe gegen Babiš. Die Verwaltungsbehörde des Kreises Mittelböhmen, die von einem Funktionär der Partei Ano geführt wird, aber revidierte die Strafe. In der Berufung zum Urteil der Stadtverwaltung kam sie zu dem Schluss, dass kein Interessenskonflikt vorläge. Babiš weist bis heute alle Anschuldigungen in dieser Richtung zurück.

    Autor: Lothar Martin
  • 21.01.2021

    Die Tschechische Nationalbank (ČNB) wird den Leitzins in diesem Jahr sehr wahrscheinlich nicht über ein Prozent erhöhen. Nichtsdestotrotz dürfte sie die Zinssätze schneller erhöhen als die Europäische Zentralbank und die Ein-Prozent-Marke beim Leitzins ebenso früher überschreiten. Das erklärte der Generalgouverneur der Zentralbank, Jiří Rusnok, in einem Gespräch für das tschechische Wirtschaftsmagazin (Ekonomický magazín), das am Donnerstag veröffentlicht wurde. Gegenwärtig liegt der Leitzins in Tschechien bei 0,25 Prozent.

    Laut Rusnok habe Tschechien eine höhere Inflation als die Eurozone und bräuchte so auch eine weniger expansive Geldpolitik. „Deshalb denke ich, dass wir die Zinsen schneller erhöhen und den Zinssatz von einem Prozent schneller überschreiten werden", fügte er hinzu.

    Autor: Lothar Martin
  • 21.01.2021

    Am Freitag ist es in Tschechien bewölkt bis bedeckt, örtlich vorübergehend auch heiter. Im Westen wird es leicht regnen, in den anderen Landesteilen tropft es nur gelegentlich vom Himmel. Die Tageshöchsttemperaturen steigen auf 5 bis 10 Grad, bei dauerhaftem Nebel aber nur auf 3 Grad Celsius. In Gebirgslagen um 1000 Meter bewegen sich die Höchstwerte um 4 Grad Celsius. Es weht ein mäßiger Südwind, in den Gebirgen im Nordosten des Landes kann er jedoch Windspitzen von bis zu 25 Meter pro Sekunde erreichen. Am Nachmittag flaut der Wind ab.

    Autor: Lothar Martin
  • 21.01.2021

    Das Finanzministerium in Prag hat seine Prognose zum tschechischen Wirtschaftswachstum in diesem Jahr nach unten korrigiert. Demnach werde das Bruttoinlandsprodukt 2021 im Jahresvergleich um 3,1 Prozent zulegen. In einer vorherigen Prognose vom September vergangenen Jahres hatte das Ministerium noch mit einem Wachstum von 3,9 Prozent gerechnet.

    Demgegenüber erwartet die Behörde einen mäßigeren Rückgang des Bruttoinlandsproduktes (BIP) für das vergangene Jahr. Ursprünglich hatte sie mit einem Einbruch von 6,6 Prozent geplant, nun hält sie einen Rückgang von 6,1 Prozent für sehr wahrscheinlich. Seine neuesten Prognosen gab das Finanzministerium am Mittwoch bekannt.

    Autor: Lothar Martin
  • 21.01.2021

    Im Alter von 89 Jahren ist der tschechische Komponist, Pianist und Literat Pavel Blatný gestorben. Er gehörte zu den herausragenden Persönlichkeiten der Brünner Kulturszene in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Blatný trat in zahlreichen Fernsehshows auf und war ebenso häufiger Gast im Rundfunk. Seine Kompositionen, insbesondere jene, die sich an der Schnittstelle von Klassik und Jazz bewegten, waren auch im Ausland erfolgreich.

    Über das Ableben von Blatný informierte am Donnerstag das Sendehaus des Tschechischen Rundfunks in Brno / Brünn, mit dem der vielseitige Komponist jahrzehntelang eng zusammengearbeitet hat.

    Autor: Lothar Martin
  • 21.01.2021

    Die beiden Regierungsparteien, Ano und Sozialdemokraten (ČSSD), sollten vor den Wahlen im Herbst ein Bündnis schließen. Das sagte Staatspräsident Miloš Zeman in einem Gespräch für die Tageszeitung „Mladá fronta Dnes“, das am Donnerstag veröffentlicht wurde. Eine Wahlkoalition sei eine Rettungsleine für jene Parteien, die sonst wohl nicht ins Parlament einziehen würden, so Zeman. Einigen Umfragen der letzten Wochen zufolge gehören auch die Sozialdemokraten zu den Sorgenkindern, da sie derzeit die erforderliche Fünf-Prozent-Hürde nicht überspringen würden. Die Chance, eine Regierung zu bilden, erhalte aber die Partei, die die meisten Abgeordnetenmandate erringt, und nicht die Koalition, bemerkte der Präsident.

    Zeman sprach in diesem Zusammenhang über die Wahlbündnisse, die die Piraten und die Bürgermeisterpartei Stan sowie die konservativ-liberalen Parteien ODS, Christdemokraten (KDU-ČSL) und Top 09 bereits vereinbart haben. Sie seien geschmiedet worden, um zu verhindern, dass einige Parteien bei den Wahlen auf der Strecke bleiben. Konkret nannte Zeman die Christdemokraten, Stan und Top 09. Von daher sei es nur logisch, dass auch Ano und die Sozialdemokraten eine solche Koalition eingehen sollten, sagte Zeman.

    Autor: Lothar Martin
  • 21.01.2021

    In Tschechien wurden bis einschließlich Donnerstagmorgen nahezu 155.000 Menschen gegen Covid-19 geimpft. Das geht aus den Daten des Gesundheitsministeriums hervor. Über 7200 Personen haben bereits die zweite Dosis erhalten, sagte Ressortchef Jan Blatný (parteilos) auf der morgendlichen Pressekonferenz in Prag. Die Corona-Impfkampagne in Tschechien hat am 27. Dezember begonnen. Bisher wurden vorrangig Mediziner sowie die Bewohner und Beschäftigten in Altenheimen geimpft, seit Samstag haben auch alle übrigen Senioren über 80 Jahre dazu die Möglichkeit.

    Tschechien hat derzeit mit Lieferengpässen zu kämpfen, nachdem die Firmen die Pfizer und BioNTech mitgeteilt haben, demnächst nur eine reduzierte Menge ihres Impfstoffs liefern zu können. Daher werde in den nächsten drei Wochen auch die Anzahl neuer Termine für die Impfung gegen Covid beschränkt, informierte Minister Blatný. Nach aktuellen Informationen haben 72.000 Senioren über 80 einen reservierten Termin für die Impfung gegen Covid-19, über 173.000 Menschen haben sich bisher registriert.

    Autor: Lothar Martin
  • 21.01.2021

    Nach Meinung von Wissenschaftlern befindet sich Tschechien derzeit sehr wahrscheinlich kurz hinter dem Höhepunkt der dritten Welle der Coronavirus-Pandemie. Die Krankenhäuser sind überlastet und ein Teil der Bevölkerung kooperiert nicht genug bei den Maßnahmen gegen die Pandemie, bei den Corona-Tests und der Rückverfolgung von Kontakten. Es sei jetzt aber wichtig, den täglichen Zuwachs neuer Fälle gering zu halten, ihn zu verzögern und den möglichen Beginn einer vierten Welle zu dämpfen, betonten die Wissenschaftler.

    Der Corona-Index ist relativ stabil. Sein Wert lag am Mittwoch den zweiten Tag in Folge bei 73 von 100 Punkten. Lediglich die Reproduktionszahl ist geringfügig um ein Zehntel auf 0,83 gestiegen. Demgegenüber verbessern sich die Werte der weiteren drei Bewertungskriterien seit mehreren Tagen. Tschechien befindet sich bereits über eine Woche auf dem Niveau der vierten von fünf Corona-Warnstufen. Eine Anpassung der Maßnahmen an diese Stufe will Gesundheitsminister Jan Blatný (parteilos) jedoch erst dann vornehmen, wenn sich die Lage in den Krankenhäusern zusehends entspannt.

    Autor: Lothar Martin
  • 20.01.2021

    Der tschechische Staatshaushalt wurde im Jahr 2020 pandemiebedingt mit einem Defizit abgeschlossen, das 5,8 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) entspricht. In diesem Jahr wird sich das Minus noch auf 6,6 Prozent des BIP erhöhen, da sich die Pandemie fortsetzt und weiterhin Hilfszahlungen nötig werden. Das geht aus der aktuellen Schätzung hervor, die das Finanzministerium am Mittwoch veröffentlicht hat.

    Im Jahr 2019 erwirtschaftete die Regierung ein Plus von 0,3 Prozent des BIP und die Staatsschulden betrugen insgesamt 30,2 Prozent des BIP. Am Jahresende 2020 blieb im Etat ein Minus von 367,4 Milliarden Kronen (14,08 Milliarden Euro) zurück. Damit stiegen die Staatsschulden auf 38,8 Prozent des BIP. 2021 werden sie voraussichtlich 43,3 Prozent des BIP betragen.

  • 20.01.2021

    Das interaktive Spiel „Die Abenteuer eines Kunstsammlers“, das Teil der aktuellen Ausstellung in der Mährischen Galerie in Brno / Brünn ist, wurde auf dem internationalen Festival des audiovisuellen Multimedia-Erbes, F@IMP, ausgezeichnet. Es konnte sich in der Kategorie „Digitale Interaktivität“ durchsetzen, wie Galerie-Mitarbeiterin Daniela Křižanová am Mittwoch der Presseagentur ČTK mitteilte. Das Spiel reagiert auf leichte Bälle, die die Besucher an die Wand mit einer Videoprojektion werfen.

    Das Brünner Team wurde noch nicht darüber informiert, welchen der ersten drei Plätze ihr Spiel belegt hat. Die Rangfolge der Sieger wird erst bei der feierlichen Preisübergabe bekanntgegeben, die nach den aktuellen Planungen im Oktober im militärhistorischen Airborne-Museum in der Normandie stattfinden soll.

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