• 20.11.2020

    Etwa 180 Personen des öffentlichen Lebens haben einen offenen Brief an Premier Andrej Babiš (Partei Ano) unterschrieben, in dem auf die Situation beim Tschechischen Fernsehen (ČT) aufmerksam gemacht wird. Sie kritisieren unter anderem die Abberufung des ČT-Aufsichtsrates. Babiš wird aufgefordert, Unterstützung für die Unabhängigkeit öffentlich-rechtlicher Medien zu gewährleisten. Der Text wurde unterschrieben von Künstlern, Wissenschaftlern, Unterzeichnern der Charta 77, Geistlichen und ehemaligen Politikern.

    Der ČT-Beirat berief den Aufsichtsrat in der vergangenen Woche ab. Im Brief wird kritisiert, dass dieser Schritt weder angekündigt noch begründet wurde. Aus Protest traten am Mittwoch sowohl der Beiratsvorsitzende als auch sein Stellvertreter zurück.

  • 20.11.2020

    Am Donnerstag wurden in Tschechien 6471 neue Corona-Fälle erhoben. Das ist der höchste Wert der letzten sechs Tage. Er liegt aber immer noch um etwa 1400 Fälle niedriger als am gleichen Tag der Vorwoche. Insgesamt sind aktuell weniger als 100.000 Menschen im Land infiziert. Die Zahl der Todesopfer der Pandemie beträgt derzeit 6874.

    Der Risikoindex, an dem sich die Anti-Corona-Maßnahmen orientieren sollen, lag am Donnerstag bei 62 von 100. Damit blieb er auf dem Niveau vom Vortag. Für Montag werden weitere Lockerungen der bestehenden Restriktionen erwartet.

  • 20.11.2020

    Nach 13 Jahren könnte in Tschechien der Superbruttolohn abgeschafft werden. Das Abgeordnetenhaus hat in der Nacht zum Freitag dem Steuerpaket von Premier Andrej Babiš (Partei Ano) zugestimmt, in dem dies vorgesehen ist. Stattdessen wird ab dem kommenden Jahr wieder der Bruttolohn als Berechnungsgrundlage für die Steuern gelten. Der Steuersatz wird bei 15 Prozent liegen, für höhere Lohneinkommen ab 140.000 Kronen (5312 Euro) gelten 23 Prozent.

    Die Änderung ist noch nicht rechtskräftig. Das Gesetz muss noch dem Senat vorgelegt und abschließend von Präsident Miloš Zeman unterschrieben werden.

  • 19.11.2020

    Der Notstand in Tschechien wird bis 12. Dezember verlängert. Das Abgeordnetenhaus stimmte am Donnerstag einem entsprechenden Antrag der Kommunistischen Partei zu. Die Regierung aus Ano und Sozialdemokraten, die von den Kommunisten toleriert wird, hatte eine Verlängerung um 30 Tage bis zum 20. Dezember beantragt. Die Debatte dauerte 8,5 Stunden.

    Der wegen der Corona-Pandemie ausgerufene Notstand ist bereits einmal verlängert worden und hätte ohne die Zustimmung der Unterkammer am Freitag geendet. Er ist Voraussetzung für die Regierungsmaßnahmen zur Eindämmung des Virus.

  • 19.11.2020

    Die Opfer der polizeilichen Übergriffe auf Demonstrationen im August 1969, werden per Gesetz entschädigt. Präsident Miloš Zeman hat dem zugestimmt, wie sein Sprecher am Donnerstag mitteilte.

    Der Gesetzesentwurf war von den Abgeordneten aller Fraktionen bis auf die Kommunisten eingereicht worden. Er sieht vor, dass Angehörige derer, die durch das Eingreifen der staatlichen Streitkräfte zu Tode gekommen sind, einmalig 200.000 Kronen (7592 Euro) bekommen. Opfer mit bleibenden Schäden haben Anspruch auf 90.000 Kronen (3416 Euro), weitere Verletzte auf 40.000 Kronen (1518 Euro).

    Die Demonstrationen 1969 hatten zum Jahrestag des Einmarsches der Warschauer-Pakt-Staaten stattgefunden. Nach offiziellen Statistiken wurden dabei fünf Menschen getötet, weitere fünf wurden schwer und 26 leicht verletzt. Historiker gehen aber von einer höheren Opferzahl aus. Der Gesetzesentwurf sieht deswegen Ausgaben von 2,5 bis 4,5 Millionen Kronen (95.000 bis 170.000 Euro) vor.

  • 19.11.2020

    Ab kommenden Mittwoch endet für die Schüler der Abschlussklassen in den Mittelschulen Tschechiens der Distanzunterricht. Am Montag, den 30. November, folgen ihnen die dritten bis fünften sowie neunten Klassenstufen der Grundschulen nach. Die Schüler der sechsten bis achten Klassen werden die Schule dann im wöchentlichen Wechselmodus besuchen. Darüber informierte der Bildungsminister Robert Plaga (parteilos) auf einer Pressekonferenz am Donnerstag.

    Wegen der sich verbessernden Corona-Lage im Land werden die Schulen schrittweise wiedereröffnet. Bereits seit Mittwoch besuchen die Erst- und Zweitklässler wieder den regulären Unterricht, der unter strengen Hygieneauflagen stattfindet.

  • 19.11.2020

    Alle Rentner Tschechiens bekommen im Dezember einmalig 5000 Kronen (190 Euro) ausgezahlt. Präsident Miloš Zeman hat am Donnerstag einen entsprechenden Gesetzesvorschlag der Regierung unterschrieben.

    Den Zuschuss bekommen alle Empfänger der Altersrente, aber auch der Invaliden- und Hinterbliebenenrente. Die Regierung von Andrej Babiš (Partei Ano) begründet die Auszahlung mit schnell steigenden Preisen und zusätzlichen Ausgaben, die für Senioren in der Corona-Krise bei der Anschaffung von Schutz- und Desinfektionsmitteln angefallen sind.

    Die Kosten für den Staatshaushalt werden auf 15 Milliarden Kronen (570 Millionen Euro) geschätzt. Weil die Regierung den Gesetzesentwurf unmittelbar vor den Kreis- und Senatswahlen vorgelegt hat, kritisiert die Opposition ihn als Wählerbestechung.

  • 19.11.2020

    Am Freitagmorgen ist es in Tschechien zunächst leicht bewölkt. Im Tagesverlauf nimmt die Bewölkung zu. In den Höhenlagen kann es vereinzelt zu leichten Schneefällen kommen. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 3 bis 7 Grad Celsius.

  • 19.11.2020

    Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD rät Tschechien, das Rentenalter weiter anzuheben. Die Regierung sollte außerdem prüfen, inwieweit Rentenzahlungen aus Steuereinnahmen finanziert werden können. Das ist das Ergebnis einer Analyse zur Rentenreform, die Tschechien im vergangenen Jahr von der OECD angefordert hat. Das Dokument wurde am Donnerstag vom Arbeitsministerium veröffentlicht.

    Demnach sollte auch die Altersvorsorge gestärkt und Gewerbetreibende zu einem höheren Beitrag ins Rentensystem verpflichtet werden. Der Zeitraum, in dem in die Versicherung eingezahlt werden muss, sollte sich verkürzen, und Menschen mit überdurchschnittlichem Einkommen sollte eine höhere Rente zustehen.

    Fast 30 Prozent aller Staatsausgaben fließen in Tschechien in das Rentensystem. Im Programm der Regierung von Andrej Babiš (Partei Ano) ist die Rentenreform als erste von sechs Hauptzielen aufgeführt.

  • 19.11.2020

    Vít Krejčí, Spielmacher beim spanischen Verein Casademont Saragossa, ist der fünfte Tscheche, der den Draft der nordamerikanischen Basketball-Liga NBA erfolgreich absolvierte. Der Zwanzigjährige wurde in der zweiten Runde an 37. Stelle zunächst von den Washington Wizards ausgewählt. Krejčí wechselte aber sogleich weiter zu Oklahoma City Thunder.

    Der erste tschechische Basketballer, der beim NBA-Draft berücksichtigt wurde, war Jiří Zídek Jr. Er wurde 1995 von den Charlotte Hornets ausgewählt. Der in Strakonice / Strakonitz geborene Krejčí verfolgte die Aufteilung der Basketball-Talente vom Krankenbett aus. Derzeit erholt er sich von einem Kreuzbandriss und Meniskusproblemen.

Pages