• 13.05.2022

    Laut Innenminister Vít Rakušan (Bürgermeisterpartei Stan) wird die Flüchtlingshilfe des tschechischen Staats rentabel sein, wenn etwa ein Drittel der Geflüchteten aus der Ukraine hierzulande arbeiten kann. In dem Fall würden Abgaben aus ihren Einkommen die Kosten auf Flüchtlingshilfe decken.

    Der Minister erklärte dies am Freitag vor den Abgeordneten bei der Vorstellung der Strategie, wie die Regierung die Flüchtlingswelle aus der Ukraine bewältigen will. Seit dem Ausbruch des Krieges sind rund 340.000 Flüchtlinge in die Tschechische Republik gekommen, einige von ihnen sind aber wahrscheinlich bereits in ihr Land zurückgekehrt.

  • 13.05.2022

    Der neue Erzbischof von Prag wird Erzbischof von Olomouc / Olmütz Jan Graubner sein. Das teilte der Vatikan auf seiner Website am Freitag mit. Der 73-jährige Graubner wird Nachfolger von Kardinal Dominik Duka, der das Amt seit 2010 innehatte. Er hat bereits vor einigen Jahren das Alter von 75 Jahren erreicht, in dem kirchliche Würdenträger in der Regel aus ihren Ämtern ausscheiden. Die Auswahl des Nachfolgers von Duka dauerte mehrere Jahre.

    Staatspräsident Miloš Zeman gratulierte Jan Graubner zu seiner Ernennung. Nach Ansicht des Präsidenten bestätige Papst Franziskus die Bedeutung der Kontinuität in der tschechischen Kirche. Premier Petr Fiala (Bürgerdemokraten) gratulierte Graubner und wünschte ihm viel Kraft, Weisheit und Gottes Segen. Kulturminister Baxa freue sich auf die Zusammenarbeit, zum Beispiel im Denkmalschutz, hieß es.

  • 13.05.2022

    Die Banken und Bausparkassen haben im April Hypotheken-Darlehen im Wert von 17,5 Milliarden Kronen (710 Millionen Euro) vergeben, das waren 40 Prozent weniger als im März. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr betrug über 60 Prozent. Der Zinssatz für neue Hypotheken stieg im April auf 4,4 Prozent von 4,15 Prozent im März. Dies geht aus den Statistiken des Tschechischen Bankenverbandes hervor.

    Der spürbare Rückgang ist auf die neuen strengeren Regeln der Tschechischen Nationalbank für die Vergabe von Hypotheken zurückzuführen.

  • 13.05.2022

    Der Prager Oberbürgermeister Zdeněk Hřib (Piraten) hat die Regierung aufgefordert, ein System zur regionalen Verteilung der Geflüchteten aus der Ukraine zu schaffen. Sollte man damit bis Dienstag nächster Woche nicht anfangen, werde Prag sein Hilfszentrum schließen, sagte Hřib nach einer Sitzung des städtischen Krisenstabs am Donnerstagabend.

    Nach Angaben des Oberbürgermeisters habe Prag keine Unterbringungskapazitäten mehr und beherberge viermal mehr Flüchtlinge pro Kopf als andere Regionen. Das Hilfszentrum in Prag ist für die Hauptstadt und den Kreis Mittelböhmen zuständig und hat seit Beginn der russischen Invasion Ende Februar über 84.000 Flüchtlinge aufgenommen.

  • 13.05.2022

    Die Corona-Epidemie in Tschechien hat sich deutlich verlangsamt. In den letzten sieben Tagen haben die Labors insgesamt 3886 Fälle festgestellt, in der Vorwoche war die Zahl doppelt so hoch. An keinem einzigen Tag der zurückliegenden Woche überstieg die Zahl der Neuinfizierten 1000.

    Am Donnerstag wurden in Tschechien 640 Corona-Neuinfektionen bestätigt. In Krankenhäusern hierzulande werden derzeit 292 Covid-19-Patienten behandelt. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt aktuell bei 36 Fällen pro 100.000 Einwohner, wie aus den aktuellen Daten des Gesundheitsministeriums folgt.

  • 13.05.2022

    Tschechien erhält zusätzliche 14 Milliarden Kronen (561 Millionen Euro) aus dem Europäischen Aufbauplan. Die Mittel können nun auch zur Bewältigung der Flüchtlingswelle infolge des russisch-ukrainischen Konflikts verwendet werden, wie der Minister für europäische Angelegenheiten, Mikuláš Bek (Bürgermeisterpartei Stan), am Freitag mitteilte.

    Die Europäische Union hat den Aufbauplan ins Leben gerufen, um eine Wiederbelebung der Wirtschaft nach der Corona-Krise anzuregen. Tschechien hatte ursprünglich Anspruch auf 179 Milliarden Kronen (7,17 Milliarden Euro) aus diesem Fonds.

    In der EU werden derzeit Debatten über eine mögliche finanzielle Unterstützung für die Länder geführt, die nach der russischen Aggression in der Ukraine am meisten von der Flüchtlingskrise betroffen sind.

  • 13.05.2022

    Die Tschechische Republik möchte während ihrer EU-Ratspräsidentschaft ein Gipfeltreffen veranstalten, an dem auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilnehmen würde. Der tschechische Minister für europäische Angelegenheiten Mikuláš Bek (Bürgermeisterpartei Stan) sagte dies in einem Interview gegenüber der Presseagentur ČTK am Freitag. Thema des Gipfels können demnach eines der fünf Hauptthemen der Präsidentschaft sein, wie zum Beispiel die Energiesicherheit.

    Wie der Minister weiter informierte, habe die Regierung infolge des Ukraine-Kriegs und tiefgreifender wirtschaftlicher Probleme ihre ursprüngliche Absicht aufgegeben, mehr Veranstaltungen in den Regionen außerhalb Prags durchzuführen. Tschechien wird die EU-Ratspräsidentschaft in der zweiten Jahreshälfte innehaben.

  • 13.05.2022

    In der tschechischen Hauptstadt wurden am Donnerstagabend die 77. Internationalen Musikfestspiele Prager Frühling eröffnet. Das West-Eastern Divan Orchestra unter der Leitung von Thomas Guggeis spielte traditionell im Prager Repräsentationshaus den Zyklus symphonischer Dichtungen von Bedřich Smetana „Mein Vaterland.“

    Das Festival findet vom 12. Mai bis 3. Juni statt und bietet rund 40 Konzerte. Ein neues Projekt „Prague Offspring“ ist der zeitgenössischen Musik gewidmet, seine Residenzkomponistin ist die Österreicherin Olga Neuwirth. Der Cellist Gautier Capuçon ist der Artist in Residence des Festivals. Zum Abschluss des Festivals spielen die Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Andris Nelsons.

  • 12.05.2022

    Der tschechische Senatsvorsitzende Miloš Vystrčil (Bürgerdemokraten) hat an die Opposition in Belarus appelliert, den Kampf für Freiheit und Demokratie in ihrem Land nicht aufzugeben. Tschechien werde sie auch aufgrund seiner eigenen historischen Erfahrungen darin unterstützen, sagte Vystrčil am Donnerstag nach einem Treffen mit der belarussischen Oppositionsführerin Swjatlana Zichanouskaja in Prag.

    Als Möglichkeiten der Unterstützung nannte der Senatsvorsitzende die Hilfe für politische Gefangene und ihre Familien. Zichanouskaja bestätigte, dass die Hilfe von tschechischer Seite spürbar sei. Sie und ihre Mitstreiter würden weiter alles dafür tun, um in ihrem Kampf zu siegen, sagte die belarussische Präsidentschaftskandidatin von 2020. Bei den Wahlen war sie offiziellen Angaben nach Amtsinhaber Alexander Lukaschenko unterlegen. Die Opposition sah die Wahlergebnisse aber als gefälscht an. Und es kam zu Massenprotesten in der Hauptstadt Minsk und an weiteren Orten des Landes.

    Autor: Till Janzer
  • 12.05.2022

    Wegen des schwachen Kurses der Landeswährung plant die Tschechische Nationalbank Interventionen auf den Devisenmärkten. Man wolle wegen der hohen Inflation keine länger anhaltende Schwächung des Kronenkurses zulassen, geht aus Informationen der Nationalbank vom Donnerstag hervor. Nach eigenen Angaben stehen der tschechischen Notenbank große Devisenreserven für ein nötiges Eingreifen zur Verfügung.

    Bereits seit einigen Tagen schwächelt die tschechische Währung gegenüber Euro und amerikanischem Dollar. Am Mittwoch kostete ein Euro zeitweise bereits 25,40 Kronen. Vor einer Woche waren es noch 24,60 Kronen gewesen.

    Autor: Till Janzer

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