-
01.10.2026
Die Sondersitzung im tschechischen Abgeordnetenhaus zu einem Misstrauensantrag der Opposition gegen das Kabinett von Premier Andrej Babiš (Partei Ano) geht in den dritten Tag. Beobachter gehen mittlerweile davon aus, dass es frühestens am Abend oder sogar erst am Freitag zur Abstimmung kommen dürfte. Am Donnerstagmorgen gab es noch 36 Wortmeldungen von Abgeordneten.
Die Opposition begründet ihren Antrag zum einen mit der hohen Neuverschuldung, die die Regierung im Haushaltsentwurf für das kommende Jahr plant. Das Defizit von 386 Milliarden Kronen (16 Milliarden Euro) wäre das zweithöchste in der Geschichte des Landes. Die anderen beiden Gründe sind der ungelöste Interessenkonflikt von Premier Babiš sowie die Angriffe der Regierung auf staatliche Institutionen, Gerichte und Medien.
Es gilt praktisch als sicher, dass das Kabinett nicht gestürzt wird, denn die Opposition verfügt im 200-köpfigen Abgeordnetenhaus nur über 92 Stimmen. Für einen Erfolg ihres Antrags bräuchte sie jedoch die absolute Mehrheit.
-
30.09.2026
Das tschechische Außenministerium erhält im neuen Haushaltsentwurf 77,6 Millionen Kronen (3,18 Millionen Euro) mehr Geld als im ersten Entwurf des Finanzministeriums vom August. Für das kommende Jahr sind für die tschechische Diplomatie Ausgaben von 10,51 Milliarden Kronen (430 Millionen Euro) vorgesehen – ein Plus von knapp 500 Millionen Kronen (20 Millionen Euro) im Vergleich zum aktuellen Budget.
Während der ursprüngliche Entwurf keine Mittel für den Auslandssender des Tschechischen Rundfunks vorsah, bewilligte die Regierung im finalen Haushalt 26,25 Millionen Kronen (1,07 Millionen Euro) für Radio Prag International. Damit bleibt die Finanzierung auf dem Niveau des Vorjahres, auch wenn der erforderliche Vertragszusatz zwischen dem Außenministerium und dem Rundfunk noch aussteht. Im Gegenzug wurden jedoch die Gelder für humanitäre Hilfe und Transformationszusammenarbeit gekürzt.
-
30.09.2026
Tschechiens Präsident Petr Pavel hat den rumänischen Staatschef Nicușor Dan zu einem bilateralen Treffen auf der Prager Burg empfangen. Im Zentrum der Gespräche standen die Sicherheitslage an der Nato-Ostflanke, die Verteidigungskooperation sowie der gemeinsame Kampf gegen russische Desinformation und Cyberangriffe.
Nach den Gesprächen betonte Petr Pavel die Notwendigkeit, dass die Nato-Staaten ihren Luftraum und ihre Küstengewässer entschlossen gegen russische Aggressionen verteidigen würden. Zudem müsse die operative Reaktionsfähigkeit der Mitgliedstaaten erhöht werden, so der tschechische Präsident. Nicușor Dan erklärte, dass beide Länder im Kampf gegen Desinformation und Cyberattacken, welche die europäischen Gesellschaften bedrohen, eng zusammenarbeiten wollten.
Neben der Verteidigungspolitik sehen beide Seiten großes Potenzial für eine intensivere Kooperation in den Bereichen Energie und Wirtschaft.
-
30.09.2026
In den kommenden zwei Jahren können maximal 1600 tschechische Soldaten zur Verteidigung der Nato-Ostflanke entsandt werden. Das sind 400 weniger als bisher. In den vergangenen Jahren war die Obergrenze aufgrund der russischen Aggression gegen die Ukraine angehoben worden. Ein entsprechender Vorschlag wurde am Donnerstag vom tschechischen Senat gebilligt.
Verteidigungsminister Jaromír Zůna (parteilos) begründete die Reduzierung mit Einsparmaßnahmen sowie der Tatsache, dass das bisherige maximale Kontingent ohnehin nicht voll ausgeschöpft wurde. Im Gegenzug soll die Anzahl der tschechischen Soldaten, die an der Ausbildung ukrainischer Streitkräfte außerhalb der EU beteiligt sind, von 40 auf 60 aufgestockt werden.
Die geplanten Auslandseinsätze des Militärs müssen abschließend noch vom Abgeordnetenhaus bestätigt werden.
-
30.09.2026
Am ersten Oktobertag ist es in Tschechien überwiegend heiter, im Verlauf des Tages nimmt die Bewölkung von Westen her zu. Die Höchsttemperaturen erreichen 20 bis 25 Grad.
-
30.09.2026
Bei den Beratungen zum tschechischen Staatshaushalt 2027 hat die Regierung die Ausgaben gegenüber dem ursprünglichen Entwurf des Finanzministeriums angepasst: Während die Budgets für die Ministerien für Inneres, für Arbeit und Soziales, für Bildung sowie für Industrie und Handel aufgestockt wurden, gab es im Bereich der allgemeinen Finanzverwaltung – zu der auch die staatliche Haushaltsreserve gehört – Kürzungen. Nachdem die Regierung den Haushaltsentwurf bereits vergangene Woche verabschiedet hatte, veröffentlichte sie an diesem Mittwoch die genauen Details.
Der Haushaltsentwurf sieht Einnahmen von 2,199 Billionen Kronen (90 Milliarden Euro) und Ausgaben von 2,585 Billionen Kronen (106 Milliarden Euro) vor. Das Defizit soll 386 Milliarden Kronen (16 Milliarden Euro) erreichen und wäre damit das zweithöchste seit Gründung der Tschechischen Republik.
-
30.09.2026
Der tschechische Senat hat dem Übereinkommen über die Internationale Kommission für Schadenersatz für die Ukraine am Mittwoch erwartungsgemäß zugestimmt. Das vom Europarat initiierte Gremium soll die ukrainischen Entschädigungsansprüche für die seit 2022 erlittenen Schäden durch die russische Aggression prüfen und bestätigen.
Der Entwurf wurde von der Regierung trotz des Widerstands des Koalitionspartners „Freiheit und direkte Demokratie“ (SPD) vorgelegt. Nach der Zustimmung des Senats stehen nun noch die Billigung durch das Abgeordnetenhaus und die Unterschrift des Präsidenten aus.
Wie Außenminister Petr Macinka (Motoristé sobě) vor den Senatoren sagte, würde die Kommission auch tschechischen Bürgern und Unternehmen Schadensersatz für durch Russland verursachte Kriegsschäden in der Ukraine ermöglichen. Das von 31 Staaten unterzeichnete Abkommen wurde nach seiner Aussage bislang von neun Ländern ratifiziert.
-
30.09.2026
Prag lehnt eine stärkere Zentralisierung der EU-Kohäsionsgelder durch die Mitgliedstaaten strikt ab. Bei einem Besuch in Brüssel warnte der Prager Oberbürgermeister Bohuslav Svoboda (Bürgerdemokraten) am Dienstag vor den Plänen für den neuen EU-Finanzrahmen. Der Entwurf gewähre den Nationalstaaten zwar mehr Flexibilität, biete Städten und Regionen jedoch keine ausreichenden Garantien für ein Mitspracherecht bei strategischen Investitionen, so Svoboda vor dem Europäischen Parlament.
Die Europäische Kommission plant eine radikale Reform der Kohäsionspolitik. Statt zahlreicher Einzelprogramme sollen die Mitgliedstaaten künftig einen zentralen „Nationalen und regionalen Partnerschaftsplan“ erstellen. Dieser neue Masterplan bündelt neben den Regionalhilfen auch die Bereiche Landwirtschaft, Fischerei und weitere Sektoren. Ziel der Kommission sind eine spürbare Entbürokratisierung und mehr nationale Flexibilität bei der Mittelverteilung.
-
30.09.2026
Die tschechische Fußballnationalmannschaft hat auch ihr zweites Spiel in der Nations-League-Gruppe A3 verloren. Vor heimischem Publikum unterlag die Auswahl am Dienstagabend England mit 0:2, nachdem sie über weite Strecken der Partie in Unterzahl agieren musste. Bereits in der 25. Minute sah Pavel Šulc die Rote Karte und schwächte die Gastgeber.
Damit wartet das tschechische Team auch nach dem zweiten Spiel unter dem neuen spanischen Nationaltrainer Santi Denia auf den ersten Punktgewinn. Bereits am vergangenen Samstag hatte Tschechien zum Auftakt eine 1:2-Niederlage gegen Kroatien einstecken müssen.
-
30.09.2026
Das tschechische Abgeordnetenhaus setzt am Mittwoch die Debatte über ein von der Opposition eingebrachtes Misstrauensvotum gegen die Regierung fort. Die rund siebenstündige Eröffnungsdebatte am Vortag wurde maßgeblich von den Mitgliedern des Kabinetts rund um Premier Andrej Babiš (Partei Ano) dominiert. Am Mittwoch erhalten weitere Vertreter der Koalition aus den Parteien Ano, „Freiheit und direkte Demokratie“ (SPD) und Motoristé sobě das Wort.
Das Verfahren zur Absetzung der Regierung findet nur wenige Tage vor den anstehenden Kommunal- und Senatswahlen im Land statt. Die Opposition begründet den Antrag mit der immensen Neuverschuldung im Haushaltsentwurf für das kommende Jahr (geplantes Defizit von 386 Milliarden Kronen / 16 Milliarden Euro), den anhaltenden Vorwürfen zum Interessenkonflikt von Premier Babiš sowie Angriffen der Regierung auf staatliche Institutionen, Gerichte und Medien.
Es gilt als praktisch sicher, dass das Kabinett den Sturzversuch unbeschadet übersteht, denn die Koalition verfügt im 200-köpfigen Abgeordnetenhaus über eine stabile Mehrheit von 108 Stimmen.
Pages
- « první
- ‹ předchozí
- …
- 28
- 29
- 30
- 31
- 32
- 33
- 34
- 35
- 36
- …
- následující ›
- poslední »