• 06.01.2005

    Der ökonomische Rat der tschechischen Regierung will bis Juni dieses Jahres über die Höhe der künftigen Mautgebühr entscheiden. Eine solche soll in Tschechien im Jahr 2006 für Lastkraftwagen eingeführt werden. Dies teilte heute Verkehrsminister Milan Simonovsky auf einer Pressekonferenz mit. Nach seiner Information werde man sich bei der Entscheidung zwar an den gültigen Mautgebühren in den Nachbarländern orientieren, aber gleichzeitig auch die möglichen Konsequenzen für einheimische Speditionen in Betracht ziehen.

  • 06.01.2005

    Das tschechische Außenministerium versteht nicht, warum eine weitere Gruppe von Kindern aus Beslan zu dem geplanten Erholungsaufenthalt im westböhmischen Kurort Karlovy Vary/Karlsbad nicht gekommen ist. Kinder, die im September des vergangenen Jahres den Terroranschlag auf ihre Schule erlebten, wurden gemeinsam mit ihren Eltern zu einem Kuraufenthalt in Tschechien erwartet, dessen Kosten vom tschechischen Staat übernommen wurden. Das Russische Rote Kreuz trat jedoch vom Abkommen mit Tschechien zurück, nachdem es die Reisekosten bezahlen sollte. Der Sprecher des tschechischen Außenministeriums, Vít Kolár, sagte, Tschechien biete sogar den Flug mit einer Sondermaschine nach Tschechien an. Das Außenministerium erwartet nun von der russischen Seite eine Erklärung, worin das Problem bestehe. Die erste Gruppe von Kindern aus Beslan weilte im Dezember im Karlsbader Kurhaus Mánes zu einem vierwöchigen Erholungsaufenthalt, sie kehrte am 29. Dezember in die Heimat zurück.

  • 06.01.2005

    In den Straßen der westböhmischen Stadt Domazlice (Taus) sind deutsche Polizisten tätig. Ähnlich kann man in der bayrischen Grenzstadt Furth im Wald tschechischen Polizisten begegnen. Weder die einen, noch die anderen haben jedoch auf dem Gebiet des fremden Staates irgendwelche Kompetenzen. Gemeinsame Polizeistreifen tragen jedoch dazu bei, dass die Geldstrafen einfacher kassiert werden. Dies schreibt die Tageszeitung Mladá fronta Dnes in ihrer heutigen Regionalausgabe.

  • 05.01.2005

    Aus Südostasien hat sich am Mittwoch ein bislang vermisster Tscheche gemeldet, damit sank die Zahl der in Südasien vermissten tschechischen Bürger auf 16. Bei sieben Vermissten herrschen jedoch ernsthafte Befürchtungen, dass sie nicht mehr am Leben sind. Darüber informierte Außenminister Cyril Svoboda nach der Tagung des Krisenstabs am Mittwoch. Er forderte die Angehörigen der Vermissten auf, zu erlauben, dass die Namen ihrer Nächsten veröffentlicht werden. Dies könnte die Suche nach neuen Informationen über das Schicksal der Vermissten erleichtern. Vizeaußenminister Pavel Svoboda sagte, dass die Vermisstenliste jedoch nicht vollständig sein muss. Was die Hilfe für die von der Flutkatastrophe betroffenen Regionen betrifft, empfahl der Außenminister denjenigen, die ihre Solidarität zum Ausdruck bringen wollen, es sei am besten, eine Spende zu schicken. Das Außenministerium empfahl den eventuellen Helfern nicht, auf eigene Faust in die Regionen zu reisen. Der Krisenstab, der bislang täglich tagte, wird seine Arbeit fortsetzen, er wird jedoch nicht jeden Tag zusammentreffen.

  • 05.01.2005

    Mit drei Schweigeminuten haben die Menschen in ganz Tschechien am Mittwochmittag der Opfer der verheerenden Flutkatastrophe in Südostasien gedacht. Die Regierung hatte in einer Sondersitzung am Dienstag für Mittwoch die Staatstrauer ausgerufen und sich damit einer Reihe weiterer europäischer Staaten angeschlossen. Inlandsrundfunk und Fernsehen unterbrachen ihre Sendungen; im ganzen Land heulten als Zeichen der Trauer die Sirenen. Innenminister Bublan hatte am Dienstag alle Bürger aufgefordert, sich an den Schweigeminuten zu beteiligen und so ihre Solidarität mit den Opfern der Katastrophe zu bezeugen, bei der mehr als 150000 Menschen ums Leben gekommen sind, darunter auch rund 9000 vorwiegend europäische Touristen.

  • 05.01.2005

    Der tschechische Senatspräsident Premysl Sobotka hat am Mittwoch die Senatoren zur Hilfe für Südostasien aufgefordert. Gleich zu Beginn der Senatssitzung sagte er, dass die Naturkatastrophe unsere Meinung über die Naturgesetze geändert habe. Wir werden diese nicht beherrschen, sondern müssen uns ihnen anpassen, sagte Sobotka. Das Geld, das der Senat über sein Spendenkonto für Südasien erwerben wird, soll zur Finanzierung einer mobilen Kinderklinik genutzt werden. Diese Klinik wird nächste Woche von der Hilfsorganisation "Hand for help" nach Sri Lanka transportiert. Außenminister Cyril Svoboda dankte den Senatoren für ihre Hilfe und lud sie zu einem ökumenischen Gottesdienst ein, bei dem am Freitag im Prager Veitsdom der Seebebensopfer gedacht wird. Sobotka trifft in diesen Tagen mit Diplomaten aus den von der Flutkatastrophe betroffenen Ländern zusammen.

  • 05.01.2005

    Die ersten von den tschechischen Hilfsorganisationen vorbereiten Projekte für den Wiederaufbau der von der Flutkatastrophe heimgesuchten Länder Südostasiens haben inzwischen schon eine konkrete Form. Die Stiftung ADRA wird z. B. eine kurz vor dem Seebeben auf Phuket (Thailand) eröffnete Schule wieder aufbauen und den dortigen Fischern helfen. Der tschechische Caritasverband wird neue Häuser für Fischer auf Sri Lanka bauen und ihnen neue Schiffe besorgen.

  • 05.01.2005

    In den öffentlichen Spendensammlungen für Südasien, die von verschiedenen tschechischen Hilfsorganisationen organisiert werden, wurden bis Mittwochvormittag mehr als 90 Millionen Kronen (ca. 3 Millionen Euro) verbucht. Die höchste Geldsumme wurde bislang von der Stiftung ADRA gesammelt, vor allem dank des großen Interesses der Öffentlichkeit, kleine Geldsummen per SMS zu spenden. Die Hilfsorganisation "Mensch in Not" hat bislang 32,5 Millionen Kronen (ca. 1 Mio. Euro), die Tschechische katholische Caritas 12 Millionen Kronen (ca. 400.000 Euro) gesammelt. Spendesammlungen werden auch von einzelnen Gemeinden, bzw. Landkreisen organisiert. Es werden außerdem zahlreiche Benefizkonzerte veranstaltet, deren Erlös für die Länder Südostasiens benutzt wird.

  • 05.01.2005

    Drei Könige auf Kamelen und ein Kind in der Rolle des Christkinds haben am Mittwoch auf dem Hradschin in Prag die Aufmerksamkeit von Hunderten Menschen erweckt. Der traditionelle Dreikönigsumzug begab sich von der Burg auf den Loreto-Platz. Dorthin brachten Menschen zu einer Weihnachtskrippe Geschenke für Kinder, die in diesen Tagen im Prager Thomayer-Krankenhaus liegen. Die Veranstaltung wurde von der Bürgerinitiative "Jugend Idente", der katholischen Pfarrei Prag-Michle und der Burgwache organisiert. Am Donnerstag werden die Veranstalter die Geschenke den kleinen Patienten überreichen.

  • 04.01.2005

    Nach der Flutkatastrophe in Südostasien konnte im Laufe des Dienstags zu sechs weiteren der vermissten Tschechen Kontakt aufgenommen werden. Die Zahl der tschechischen Bürger, über die es auch neun Tage nach dem Seebeben keine Nachricht gibt, ist damit auf 17 gesunken. Bei sieben von ihnen besteht nur wenig Hoffnung, dass sie die Katastrophe überlebt haben könnten. Bestätigt werden kann jedoch auch weiterhin nur ein tschechisches Todesopfer. Nach einer Sondersitzung der Regierung rief Innenminister Bublan für Mittwoch Staatstrauer aus und forderte die Bürger auf, um 12 Uhr mit drei Schweigeminuten der Opfer zu gedenken.

    Auf der Regierungssitzung hat das Kabinett auch 15 Millionen Kronen, etwa eine halbe Million Euro, als Soforthilfe für die betroffenen Gebiete angewiesen. Weitere 200 Millionen Kronen wurden in Aussicht gestellt. Unterdessen sind bei den tschechischen Hilfsorganisationen rund 60 Millionen Kronen, etwa 2 Millionen Euro, an Spenden aus der Bevölkerung eingegangen. Besonders beliebt ist die Möglichkeit, per SMS zu spenden. Mit fast einer dreiviertel Million Kurzmitteilungen wurden allein auf diese Weise bislang 20 Millionen Kronen zusammengetragen. Finanzminister Bohuslav Sobotka stimmte am Dienstag zu, die zusätzlichen Einnahmen aus der Besteuerung dieser Kurzmitteilungen in Höhe von mehreren Millionen Kronen ebenfalls der Katastrophenhilfe zugute kommen zu lassen.

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