Neuer St.-Ludmila-Weg verbindet Tourismus mit Geschichte
Am Freitag wird in der mittelböhmischen Stadt Mělník feierlich der Wanderweg eröffnet, der auf den Spuren der Heiligen Ludmila führt.
Wallfahrten erfreuen sich hierzulande in den letzten Jahren immer größerer Beliebtheit. Wanderungen mit Geschichte zu verbinden ist eines der Ziele des Vereins „Svatá Ludmila“ (St.-Ludmila-Verein). Benannt wurde er nach der böhmischen Landespatronin, der Heiligen Ludmila. Sie war die Großmutter eines weiteren Schutzheiligen Böhmens, des heiligen Wenzel (Václav). Die Fürstin wurde zwischen den Jahren 855 und 860 in Mělník geboren.
In Ludmilas Geburtsort eröffnet der Verein nun feierlich einen Wanderweg, der durch Orte führt, die mit dem Leben der Landespatronin verbunden sind. Miroslava Janičatová ist Vorsitzende des St.-Ludmila-Vereins. Sie sagte gegenüber Radio Prag International:
„Der St.-Ludmila-Weg beginnt in Mělník und endet in Tetín. Er umfasst elf Etappen. Jede davon hat ein Thema. Wir haben die Lebensgeschichte der Fürstin Ludmila genutzt, um den Pilgern die Gelegenheit zu bieten, während der Wanderung über ihr eigenes Leben nachzudenken.“
Zu den Themen der einzelnen Etappen gehören laut Janičatová beispielsweise die Rolle der Großmutter sowie die Familie und das Erwachsenwerden der Kinder. Mehr erfahre der Wanderer über die QR-Codes der Schautafeln, die der tschechische Wanderverein (Klub českých turistů) aufgestellt hat.
„Der QR-Code weist auf unsere Website hin. Dort gibt es mehr Informationen zu jeder Etappe. Zudem finden sich dort Tipps für diejenigen, die einen der nahe gelegenen Wallfahrtsorte oder einen Ort besuchen wollen, der mit Ludmilas Leben zusammenhängt.“
Um auch ausländische Wanderlustige anzusprechen, arbeitet der Verein mit der Tourismus-Agentur Prague City Tourism zusammen:
„Die Agentur hilft uns auf dem Gebiet von Prag, den ausländischen Besuchern ein Begleitprogramm zu bieten und sie auf Orte aufmerksam zu machen, die nicht so vom Massentourismus belastet sind wie die Karlsbrücke oder der Altstädter Ring. Zudem arbeiten wir mit der Mittelböhmischen Tourismus-Zentrale zusammen, die auch fremdsprachige Websites hat.“
Der St.-Ludmila-Verein kümmert sich nicht nur um den Ludmila-Weg, sondern hat sich vor kurzem auch für eine Verlängerung des Gunthersteigs eingesetzt. Der nach dem Eremiten Gunther benannte Wanderweg führte ursprünglich aus dem bayrischen Niederalteich nach Blatná in Böhmen. In diesen Tagen wurde er verlängert.
„Er führt aus Blatná über Dobříš und den Wallfahrtsort Svatá Hora (Heiligenberg) nach Svatý Jan pod Skalou und über Tetín nach Prag – bis zum Benediktinerstift Břevnov. In Tetín und Svatý Jan pod Skalou trifft er auf den Ludmila-Weg. Wir haben uns jedoch bemüht, dass sich die Routen nicht decken und durch andere Orte nach Prag führen.“
Der St.-Ludmila-Verein hat vor kurzem ein Memorandum unterzeichnet über die Zusammenarbeit mit einigen Prager Stadtbezirken und der Agentur Prague City Tourism. Jana Adamcová ist Vizevorsitzende der Agentur:
„Für spirituell orientierte Touristen haben wir eine spezielle Website kreiert, auf der die Pilgerwege beschrieben sind: der Gunthersteig und der St.-Ludmila-Weg. In Zukunft kommen noch weitere Pilgerwege hinzu. Außerdem finden die Besucher auf der Website www.prague.eu mehr Informationen über das Leben der böhmischen Landespatrone, beispielsweise über den heiligen Johannes Nepomuk.“
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