Neues Regierungsprojekt für die Roma

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Ab nächster Woche wird in der Region der mittelmährischen Stadt Prostejov ein neues Regierungsprogramm für die Roma ins Leben gerufen. Prostejov ist zusammen mit weiteren 15 Regionen der Tschechischen Republik für dieses Projekt ausgesucht worden, bei dem versucht werden soll, die Roma-Minderheit besser in die Gesellschaft zu integrieren. Mehr dazu von Dagmar Keberlova.

In den letzten Monaten hat sich das Rathaus von Prostejov sowie die Polizei und das Kreisamt mehrmals mit Petitionen der Bewohner auseinandergesetzt, die sich über ihre Roma Mitbürger beschweren. Am Stadtrand von Prostejov gibt es die Sankt Anna Kolonie, die ungefähr von 200 Roma bewohnt wird. Die Bewohner der angrenzenden Siedlung beklagen sich, dass die Roma viel Lärm machen, keine Ordnung einhalten und kleine Kinder schlagen. So beschloss das Kreisamt, erstens die Polizeiwache zu verstärken und zweitens das Regierungsprojekt durchzuführen, in dessen Rahmen jeder ausgesuchten Stadt ein Experte in der Roma Problematik zur Verfügung gestellt wird. In Prostejov werden es zwei sein. Warum, dies erklärt Marcela Struzkova, die Roma Beraterin des Kreisamtes in Prostejov:

"Wir haben beschlossen, dass es angesichts der Anzahl der in der Sankt Anna Kolonie lebenden Roma besser wäre, wenn es mindestens zwei Personen wären. Und vielleicht auch die Kombination ein Roma - ein nicht Roma, für die wir uns entschieden haben, wird sich als eine gute Wahl erweisen. Dies wird sich allerdings erst im Laufe der Arbeit zeigen."

Wie uns Marcela Struzkova weiter sagte, werden die zwei Experten vor dem Beginn ihrer Tätigkeit eine Schulung vor Ort absolvieren, um sich mit der Situation bekannt zu machen. Dann werden sie versuchen, die bestehenden Probleme zu lösen. Konzentrieren sollen sie sich dabei auf die sinnvolle Gestaltung der Freizeit der Roma, sie werden ihnen mit den Hausaufgaben helfen und ihnen grundlegende hygienische Gewohnheiten beibringen, so Struzkova weiter.