Niedrige Arbeitslosenzahlen in Tschechien, aber zunehmende Disproportionen

Illustrationsfoto: Anna Kottová, Archiv des Tschechischen Rundfunks

Wie im Januar lag auch im Februar die Arbeitslosenquote in Tschechien bei 4,3 Prozent. Das ist laut Arbeits- und Sozialministerin Jana Maláčová (Sozialdemokraten) der niedrigste Wert innerhalb der EU. Zugleich sind die Branchen sehr unterschiedlich betroffen.

Viktor Najmon  (Foto: Archiv des zentralen Arbeitsamtes)

Der Generaldirektor des zentralen Arbeitsamtes, Viktor Najmon, erläuterte, dass sich die derzeitige Wirtschaftskrise aufgrund der Corona-Pandemie durch starke Disproportionen auszeichne. So seien besonders der Fremdenverkehr, die Gastronomie, die Dienstleistungsbetriebe, der Handel und die Kultur von den Einschränkungen betroffen. „Auf der anderen Seite fehlen in der Produktion, aber auch im Gesundheitswesen und der Pflege die Arbeitskräfte“, wie Najmon ausführte.

Jana Maláčová  (Foto: ČTK / Vít Šimánek)

Jana Maláčová kündigte am Freitag an, auf den Wandel auf dem Arbeitsmarkt reagieren zu wollen. Man werde verstärkt Umschulungen anbieten, schrieb die Ministerin über den Kurznachrichtendienst Twitter. Geplant seien bis zu 100.000 entsprechende Kurse im Jahr, hieß es.

Arbeitsamt  (Foto: Filip Jandourek,  Archiv des Tschechischen Rundfunks)

Beim zentralen Arbeitsamt sieht man die weitere Entwicklung abhängig von der Corona-Lage und den damit verbundenen Restriktionen. Zugleich würde aber die Saisonarbeit auf dem Bau und in der Landwirtschaft wieder anlaufen, sagte Najmon. Außerdem besteht seinen Aussagen nach weiter eine große Nachfrage nach Beschäftigten in technischen Berufen und nach ungelernten Arbeitskräften. Dies drückt sich auch in der Zahl der Bewerber je freier Stelle aus, der Wert liegt in Tschechien durchschnittlich bei 0,9.

Autor: Till Janzer
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