Niedrigste Inflationsrate seit dreieinhalb Jahren

Foto: Grant Cochrane, FreeDigitalPhotos.net

Die Inflationsrate lag in Tschechien im Januar bei 0,2 Prozent. Das ist der niedrigste Wert seit Oktober 2009. Im Dezember vergangenen Jahres war das Preisniveau noch um 1,4 Prozent gestiegen. Vor allem die Stagnation bei den Energiepreisen übertrug sich auf die Inflationsrate. Für Energie mussten die tschechischen Haushalte und Firmen gegenüber dem Vormonat Dezember nur um 0,1 Prozent mehr ausgeben. Die Angaben wurden am Mittwoch vom Tschechischen Statistikamt (ČSÚ) veröffentlicht.

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Der Rückgang des Preisanstiegs überraschte selbst die Tschechische Nationalbank. Sie hatte einen Wert von 0,4 Prozent prognostiziert. Auch weil die Nationalbank eine Deflation befürchtet, hatte sie im November vergangenen Jahres mit Deviseninterventionen begonnen. Wirtschaftsanalysten sind allerdings der Ansicht, dass der Januarwert die Nationalbank nicht dazu zwingen werde, weitere Deviseninterventionen einzuleiten.

Wirtschaftsfachleute gehen auch so davon aus, dass das Preisniveau in den kommenden Monaten wieder stärker wächst. Der Analytiker Patrik Rožumberský von der UniCredit-Bank sagt für August bereits eine Inflationsrate von über 2,0 Prozent voraus. Der mittlere Jahreswert dürfte bei 1,4 Prozent liegen, so Rožumberský gegenüber der Presseagentur ČTK. Die Nationalbank glaubt indes an einen etwas niedrigeren Wert von 1,2 Prozent.

Patrik Rožumberský
Das Statistikamt teilte am Mittwoch außerdem mit, dass es seit Jahresbeginn einen neuen Warenkorb für die Ermittlung des Preisniveaus nutzt. Dieser enthält erstmals beispielsweise einen Tablet-Computer und bestimmte Pkw-Typen. Solche Änderungen am Warenkorb werden regelmäßig vorgenommen und beeinflussen das Ergebnis jeweils nur geringfügig.

Autor: Till Janzer
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