Bunte Gefängnis-Aktion soll kubanische Opposition stärken
Mit einer bunten Aktion will die tschechische Stiftung "Clovek v tísni/Mensch in Not" auf die Lage politisch Verfolgter in Kuba aufmerksam machen. Dafür lassen sich seit Montag auf dem Prager Wenzelsplatz tschechische Bekanntheiten aus Politik und Medien in eine Zelle sperren. Über die Aktion hinter Gittern berichtet Daniel Satra.
"Noch vor 15 Jahren gab es in Tschechien politische Gefangene, und es ist nur menschlich dies schnell zu vergessen. Unsere Aufgabe ist es also, daran zu erinnern. Wir sind hier, um mit dieser indirekten Form zu bewirken, dass sich die tschechische Öffentlichkeit bewusst wird, was auf Kuba passiert. Mehr können wir nicht machen, aber das ist auch nicht wenig."
Pithart wurde lediglich für eine Stunde auf dem Prager Wenzelsplatz festgehalten, durch die Gitterstäbe scheint die Sonne. Frühling in Prag. Aber Pithart kennt die Situation der kubanischen Gefangenen:"Ich kenne Kuba und auch die Gefängnisse dort. Ich kenne die Atmosphäre der Verhörzimmer der kubanischen Staatssicherheit. Das sind zweifellos Räume, in denen sich auch die 75 Gefangenen aufgehalten haben. Ich selbst war dort einige Male mehrere Stunden."
Die rund viermal vier Meter große symbolische Gefängniszelle ist doppelt so groß, wie im echten Knast auf Kuba, sagen die Veranstalter. Für Passanten ist sie vor allem Blickfang. Doch nicht jeder meint, dass Politiker in Sträflingskluft posieren sollten, wie auch dieser ältere Prager:"Ich glaube, dass es andere Mittel für so etwas gibt, zum Beispiel bei irgendwelchen Verhandlungen. Aber hier als Senatsvorsitzender so ein Theater zu veranstalten, das gefällt mir nicht so recht."
Neben Politiker Pithart, der für eine Stunde das Leben des in Kuba inhaftierten Efren Fernandez - 54 Jahre alt, verurteilt zu zwölf Jahren Haft - nachstellt, sitzt sein symbolischer Wächter, Robert Spálský von "Mensch in Not". Wie reagieren die Prager auf die Aktion?"Die Reaktion der Menschen ist, dass sie uns unterstützen, aber sie sagen auch, dass wir uns eher um die Dinge hier in Tschechien kümmern sollten. Dennoch glaube ich: Diese Aktion läuft parallel in vielen Staaten der Welt, und wenn dadurch eine moralische Unterstützung in all diesen Staaten entsteht, dann kann das den Kubanern helfen."







