Josef Bohuslav Foersters Sinfonie „Osternacht“

Josef Bohuslav Foerster (Foto: Public Domain)

Josef Bohuslav Foerster (1859-1951) war Komponist, Musikpädagoge und Schriftsteller. Er gilt als Nestor der tschechischen Musik an der Wende zum 20. Jahrhundert.

Josef Bohuslav Foerster  (Foto: Public Domain)
Foerster, der im Alter von 91 Jahren starb, hat Musikerpersönlichkeiten aus mehreren Epochen erlebt. In seiner Jugend lernte er Bedřich Smetana kennen. Später war er mit Gustav Mahler in Kontakt. Foerster komponierte Opern, fünf Sinfonien, mehrere sinfonische Dichtungen, ein Cello- und zwei Violinkonzerte sowie Messen und Lieder. Foersters Stil ist besonders von Antonín Dvořák beeinflusst.

Seiner vierten Sinfonie c-Moll gab Foerster den Namen „Veliká noc“ (Die Osternacht). Die Sinfonie entstand 1905 und feierte im November gleichen Jahres in Prag Premiere. Das Werk ist von einem tiefen Glauben an das Leiden und die Auferstehung Christi geprägt. Der erste Satz trägt den Titel „Der Kreuzweg“. Der zweite Satz, „Karfreitag eines Kindes“ benannt, führt mit dem Scherzo in die sorglose Kindheit zurück. Der langsame dritte Satz „Zauber der Einsamkeit“ fordert zur Andacht auf. Im Abschluss des vierten Satzes, der „Sieg des Karsamstags“ heißt, zitiert Foerster die Melodie des alten böhmischen Osterlieds „Třetího dnes vstal Stvořitel“ (Am dritten Tag ist der Heiland auferstanden).