Regisseur-Ehepaar Herrmann inszeniert „La finta giardiniera“ im Ständetheater

Ursel Herrmann (Foto: Autorin)

Zum ersten Mal in seiner Geschichte wird das Prager Ständetheater Mozarts Oper „La finta giardiniera“ aufführen. Die Oper, die oft unter dem Titel „Gärtnerin aus Liebe“ gespielt wird, schrieb Mozart mit 19 Jahren bereits für die Münchner Karnevalsaison.

Ursel Herrmann  (Foto: Autorin)
Die Neuinszenierung des in Tschechien wenig bekannten Werks lag bei zwei Deutschen: dem Regisseur-Ehepaar Ursel und Karl-Ernst Herrmann. Sie hatten vor zwei Jahren im Prager Ständetheater bereits Mozarts „La clemenza di Tito“ einstudiert. Diese Operninszenierung wurde mit einem wichtigen tschechischen Theaterpreis ausgezeichnet. Die jetzige Zusammenarbeit mit dem Theater entstand nun dank dem neuen Opernintendanten Jiří Heřman. Vor der Premiere fragten wir Regisseurin Ursel Herrmann, was für die Rückkehr nach Prag ausschlaggebend war:

La finta giardiniera  (Foto: ČTK)
„Das Ständetheater und Mozart. Zudem finde ich die Arbeit von Jiří Heřman sehr wichtig. Ich und mein Mann möchten für ihn möglichst viel machen, weil er wirklich alles versucht, um uns die Arbeit hier im Ständetheater zu ermöglichen. In dieser Hinsicht hat sich inzwischen vieles positiv geändert. Die Bedingungen sind besser geworden. Man kann dies nicht mit der Situation vor zwei Jahren vergleichen. Das war natürlich für uns der Grund zu sagen: Wir versuchen es.“

Sie haben aber zuvor gesagt, dass sie diese Oper nicht mehr inszenieren wollen und haben sogar ein Angebot für diese Oper abgelehnt.

La finta giardiniera  (Foto: ČTK)
„Ja, genau. Wir haben gedacht, dass wir die Oper schon genug oft gespielt haben – innerhalb von zehn Jahren gab es 70 bis 80 Vorstellungen. Es war eine schöne Erfahrung. Wir sind viel herumgekommen, wir waren in New York, Amsterdam, Berlin und in anderen Städten. Da haben wir gedacht, dass wir die Inszenierung nicht noch mal machen werden. Aber wie gesagt, das Ständetheater ist zu verführend, weil es einfach die Dimensionen hat, die dieses Stück braucht. Und dann haben wir gemeint, dass es doch ganz spannend sein könnte, das Werk dem Publikum etwas näher zu bringen: sowohl in den Kostümen, als auch in der Art und Weise der Personenführung.“

La finta giardiniera  (Foto: ČTK)
Wie haben Sie die Besetzung ausgesucht? Es ist ja eine internationale Besetzung, einige Rollen singen bekannte tschechische Sängerinnen und Sänger.

„Wir hatten ein Vorsingen – auch für die tschechischen Sänger. Denn außer Adam Plachetka, der in der La clemenza di Tito sang, kannten wir sie nicht. Die Darsteller haben wir dann gemeinsam mit dem Opernintendanten und mit Dirigent Tomáš Netopil ausgesucht.“

Die Premiere der Neuinszenierung von Mozart „La finta giardiniera“ findet am Samstag im Prager Ständetheater statt – mit Jeffrey Francis, Simona Houda-Šaturová und Andrew Staples in den Hauptrollen.