Zwei Tote und Schäden in Millionenhöhe: Tschechien bilanziert Emma

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Nicht ein Politiker und auch kein Filmstar war am Wochenende die Hauptperson – sondern Emma. Trotz seines netten Namens verbreitete das gleichnamige Sturmtief auch in Tschechien wenig Freude. Zwei Tote und eine Schadensrechnung von über 100 Millionen Kronen ist die Bilanz.

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Vor allem der Samstag war – wie in Deutschland – etwas für starke Nerven. Orkanböen mit bis zu 150 Stundenkilometern blätterten Ziegel von den Dächern und knickten Hochspannungsmasten sowie Bäume wie Streichhölzer um. Erneut kamen auch Menschen ums Leben. Ein elfjähriges Mädchen wurde am Vormittag bei einem Friedhofsbesuch nahe Prag von einem Ast getroffen. Das herbeigerufene Rettungsteam versuchte das Mädchen vergeblich wieder zu beleben. Ebenso am Samstag starb ein 77-jähriger Pfarrer vor seinem Haus in Mittelböhmen. Ihn erschlug eine Blechplatte, die sich losgelöst hatte.

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Weniger tragisch, dafür aber ärgerlich war Emma für viele andere Menschen im Land. Insgesamt rund eine Million Menschen mussten am Wochenende ohne Strom auskommen. Viele Reisende blieben zudem stecken.

„Die Strecke ist vollständig gesperrt, das Flugzeug konnte nicht landen“– das bekamen die Gäste der Bahn oder des Flugverkehrs zu hören. Bis 14 Uhr fuhr am Samstag zum Beispiel kein Zug aus Richtung Dresden nach Tschechien, die internationalen Verbindungen nach Wien oder Bratislava waren ebenso lahm gelegt. Und die Feuerwehr, die war im Dauereinsatz.

„Samstag, der 1. März, war der schwerste Tag seit dem Orkan Kyrill vom Januar vergangenen Jahres“, so der Sprecher der tschechischen Feuerwehr, Petr Kopáček.

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Rund 3000 Mal rückten die Einsatzkräfte im ganzen Land aus. Am Montag wurde dann eine erste Bilanz der Schäden gezogen, so bei den Versicherungen:

„Nach den ersten Schätzungen werden wir rund 5000 Versicherungsfälle in ganz Tschechien haben. Das ist weniger als bei Kyrill, damals waren es mehr als 42.000 Fälle. Das sind aber nur erste Schätzungen. Insgesamt werden wir wohl über 100 Millionen Kronen auszahlen“, sagte der Sprecher der Versicherung Česká Pojišťovna, Václav Bálek.

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Über 100 Millionen Kronen, also rund vier Millionen Euro Schaden, so lautete im Übrigen auch die Schadenssumme beim Energieversorger ČEZ vor einem Jahr. Und dieses Jahr? ČEZ-Sprecher Ladislav Kříž:

„Die Schäden in diesem Jahr werden gleich sein oder sogar höher, weil bei Kyrill kein Hochspannungsmast beschädigt wurde. Diesmal sind es jedoch gleich sieben, und ihr Wiederaufbau ist teuer.“

Vergleichsweise standhaft zeigten sich jedoch die Bäume in den tschechischen Wäldern: 100.000 Kubikmeter umgeknicktes Holz sind nur ein Fünfzigstel dessen, was durch Kyrill vernichtet wurde – ein kleines Aufatmen also bei den Förstern.

Autor: Till Janzer
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