Integration behinderter Kinder in Regelschulen

Alle Gemeinsam - das ist auch die Devise im Schulwesen Rumäniens. Denn dort geht der Trend momentan in Richtung Integration behinderter Kinder in ganz gewöhnliche Regelschulen. Adina Olaru berichtet.

"Dumitrescu Alexandru - 11 ani" - Dumitrescu Alexandru, 11 Jahre alt. Oder David, wie er sich nach seinem Vater nennt, den er allerdings nie kennen gelernt hat. Er wohnt im Kinderheim und besucht seit einem Jahr die Regelschule Nr. 156 in Bukarest. Seine leichte geistige Behinderung hindert ihn nicht daran, mit den anderen Schritt zu halten. Er zählt zu den Glücklichen, die aus einer Sonderschule in eine Regelschule versetzt wurden, erzählt mir seine Lehrerin. David ist nicht der einzige behinderte Schüler der Schule 156, sagt Schulleiterin Viloeta Rotariu:

"An unserer Schule lernen drei Kinder mit leichten geistigen Behinderungen und drei körperbehinderte Kinder. Sie haben sich gut in die Gemeinschaft integriert, sie gehen in unterschiedlichen Klassen und sind seit der ersten Klasse unsere Schüler. Wir arbeiten sehr gut mit ihnen."

Der Integrationsprozess behinderter Kinder hat in Rumänien offiziell 1999 begonnen. Seitdem fällt der Sozialschutz nicht mehr in die Verantwortung der Schulen, sondern wird von einer speziellen Institution geregelt, der Nationalen Behörde für den Schutz der Kinderrechte. Damals Zeitpunkt hat man die Situation in den Sonderschulen evaluiert: Diejenigen Schüler, die nur leicht behindert waren und sonst eine normale geistige Entwicklung hatten, wechselten zu den Regelschulen. Mehr über Prozess der Integration behinderter Kinder in Rumänien erfahren wir von Mircea Vlad, dem zuständigen Fachinspektor im Bildungsministerium:

"Die Kinder wurden nicht alleine gelassen, sie sind nicht einfach von einer Schule in die andere versetzt worden. Ihnen wurden gewisse Bildungsleistungen zugesichert. Die Lehrkräfte werden ausgebildet, damit sie auch mit Kindern arbeiten können, die aus Spezialschulen kommen. Die behinderten Kinder werden außerdem von einer spezialisierten Lehrkraft betreut, die sie einmal die Woche besucht und sie bei der Anpassung an die neue Schule sowie beim Lernprozess unterstützt. Andererseits gibt es auch Sonderschulen, die den Unterricht bereits nach dem Lehrplan in Regelschulen gestalten, so dass die anschließende Integration dann leichter wird. Die integrierten Schüler machen alle Prüfungen mit."

Nach der neuen Politik des Bildungsministeriums werden Kinder in der Schule eingeschult, die dem Wohnort am nächsten liegt - egal ob behindert oder nicht. Die bisherige Erfahrung hat gezeigt: Es funktioniert.

Autor: Adina Olaru
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