Osterbier für den Papst: Pilsner Initiative knüpft an Tradition aus der k. u. k. Monarchie an

Sicher ist es nicht sonderlich originell, ausgerechnet Bier aus Tschechien als Geschenk zu bringen. Aber dieses Bier, in dem es im Folgenden geht, hat den Vatikan zum Ziel.

Foto: Julie Suchá,  Tschechischer Rundfunk

Vergangene Woche wurde das spezielle Bier geweiht. Der Pilsner Bischof Tomáš Holub übernahm diese Aufgabe, in Anwesenheit von Vertretern der Brauerei Plzeňský prazdroj (Pilsner Urquell). In den Inlandssendungen des Tschechischen Rundfunks sagte der Geistliche anschließend:

„Wir haben dafür gebetet, dass Gott gnädig zu all jenen ist, die dieses Bier trinken. In diesem konkreten Fall handelt es sich um den Heiligen Vater. Es ist ein traditionelles Gebet, das sich immer auf jene konzentriert, die sich mit den guten Geschenken, die wir segnen, am Leben freuen.“

Bereits zum neunten Mal hat Bischof Holub nun tschechisches Osterbier für den Papst gesegnet. In diesem Jahr wurden zwei Fässer des kühlen Nass und insgesamt 2025 kleine, also 0,33-Liter-Flaschen auf einen Lkw gepackt und auf die Reise nach Rom geschickt. Die 1300 Kilometer hat die Fracht mittlerweile schon zurückgelegt, doch erst später wird sie im Vatikan übergeben. Das wollen der Pilsner Bauereimanager Václav Šimek und der emeritierte Braumeister Václav Berka gerne persönlich machen.

Foto: Julie Suchá,  Tschechischer Rundfunk

„Václav und ich fliegen nach Rom, um bei einer Audienz das Bier dem Heiligen Vater zu überreichen. Ob wir ihn auch sehen, hängt von der Gesundheit des Papstes ab. Wenn aber alles gut verläuft, dann kommt es zu einem persönlichen Treffen“, so Šimek am vergangenen Freitag.

Außerdem ist Papst Franziskus seinen Worten nach kein Kostverächter:

„Wir erhalten regelmäßig Rückmeldung bei der Übergabe, dass er das Bier auch selbst kostet und sehr zufrieden ist mit der Qualität.“

Manchmal würde der Papst sogar direkt bei der Audienz einen Schluck nehmen, gesteht der Manager. Und Ex-Braumeister Berka ergänzt:

Václav Berka | Foto: Julie Suchá,  Tschechischer Rundfunk

„Schon seit 2011 schicken wir jedes Mal so viele Bierflaschen zu Ostern in den Vatikan, wie die aktuelle Jahreszahl ist. Damit knüpfen wir an eine Tradition an, die es bereits zu Ende des 19. Jahrhunderts gab. Damals fühlte sich Papst Leo XIII. kränklich, und die Ärzte empfahlen ihm, Pilsner Bier zu trinken.“

Man wünsche auch Papst Franziskus jetzt, dass er zu voller Gesundheit zurückkehre, so Berka weiter. Im Februar war das Oberhaupt der katholischen Kirche schwer erkrankt und wurde wegen einer beidseitigen Lungenentzündung in einer Klinik behandelt. Zuletzt hatte sich der 88-Jährige aber leicht erholt gezeigt.

Das Osterbier aus Pilsen ist vor allem darin besonders, dass es bischöflich gesegnet wird. Ansonsten entspreche es der Braukultur der westböhmischen Stadt, betont Václav Berka:

Foto: Julie Suchá,  Tschechischer Rundfunk

„Die Rezeptur, die wir für dieses Bier nutzen, ist jene aus dem Jahr 1842. Das heißt, dass es nur die drei klassischen Pilsner Zutaten enthält: das weiche Wasser, das wir aus unserem eigenen Brunnen schöpfen, Malz, den wir selbst mälzen, und Saazer Hopfen. Die Zubereitung ist auch gleich. Wir sind überzeugt, dass das Bier daher genauso gut schmeckt, wie damals das für Papst Leo XIII.“

Zu der geplanten Audienz bei Papst Franziskus, bei der die 2025 Flaschen überreicht werden, soll es Ende April kommen. Und weiter Berka...

„Die zwei Holzfässer wiederum dienen zur Verköstigung in den Räumen der tschechischen Vertretung beim Heiligen Stuhl. Außerdem haben wir noch ein spezielles Geschenk für den Papst, und das ist ein handgeschliffenes Bierglas, das die Glasbläserei Rückl hergestellt hat“, so der emeritierte Braumeister.

Das Bierglas verweist auf eine Veranstaltung, die von der tschechischen Botschaft und dem Tschechischen Zentrum in Italien organisiert wird. Denn ab Ende April präsentieren sich erstmals überhaupt tschechische Glashersteller in Rom. Und die Brauerei Plzeňský prazdroj unterstützt diese Schau.

Foto: Julie Suchá,  Tschechischer Rundfunk
Autoren: Till Janzer , Julie Suchá
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