„Golden Spike“ in Ostrau mit Leichtathletik-Stars Duplantis und Chopra
Am Dienstag beginnt in Ostrava / Ostrau das Leichtathletik-Meeting „Golden Spike“. Die 64. Ausgabe bringt Top-Athletinnen und -Athleten zusammen, darunter auch den Weltrekordhalter im Stabhochsprung Armand Duplantis und den Olympiasieger im Speerwurf Neeraj Chopra.
Vor einigen Jahren war der jamaikanische Sprinter Usain Bolt der größte Star des Leichtathletik-Meetings in Ostrau. Es wurde sogar ein Turm in der mährisch-schlesischen Stadt nach ihm benannt, der an die von ihm geprägte Ära der Wettkämpfe erinnert. Heute schreiben neue Stars die Geschichte des „Golden Spike“, bei dem vor allem die Wettkämpfe im Stabhochsprung und im Speerwerfen mit Spannung erwartet werden.
Der schwedische Stabhochspringer Armand Duplantis ist ein Phänomen: Mit 25 Jahren hat er bereits zwölfmal den Weltrekord gebrochen. Am 15. Juni konnte er in Stockholm einen neuen Weltrekord von 628 Zentimetern feiern. Er sei superglücklich und gut in Form, sagte Duplantis gegenüber dem Tschechischen Rundfunk. Beim Meeting in Ostrau tritt er zum vierten Mal an, vor zwei Jahren stellte er mit 612 Zentimetern einen neuen Rekord für die Veranstaltung auf.
„Es gibt hier eine phantastische Atmosphäre. Ich komme gerne nach Ostrau zurück, ich springe gern hier. Ich mag den Kontakt zur Haupttribüne. Hoffentlich ist das Wetter gut, und ich kann wieder einen hohen Sprung leisten.“
Bei den Speerwurf-Wettkämpfen der Männer ist der Nationalheld Indiens und Olympia-Sieger aus Tokio, Neeraj Chopra, mit dabei. Die Veranstaltung am Dienstag ist sein Debüt beim „Golden Spike“:
„Ich wollte schon letztes Jahr beim ‚Golden Spike‘ in Ostrau antreten, dann hatte ich aber eine Leistenverletzung und musste das Rennen auslassen. Ich bin damals aber trotzdem angereist, um die Leute zu treffen und die Atmosphäre zu spüren. Ich fühle mich wirklich gut, jetzt endlich hier zu sein, und ich fühle mich fit. Das ist ein gutes Gefühl.“
Soweit Neeraj Chopra in einem Gespräch mit Radio Prag International. Seit dem November vergangenen Jahres ist der Speerwerfer Mitglied der Trainingsgruppe von Jan Železný. Der tschechische Athlet hält immer noch den Weltrekord mit einem Wurf von 98,48 Metern aus dem Jahr 1996:
„Ich finde es super, dass ich mit Jan zusammenarbeite. Er ist der größte Speerwerfer der Geschichte und für mich eine Legende. Er hat mir bei einigen Dingen sehr weitergeholfen. Seine Sichtweise ist ganz anders als bei anderen Trainern.“
Chopra lobt Železnýs aufmerksamen und intuitiven Coaching-Stil und auch, dass er nicht zu streng sei:
„Manchmal, wenn ich trainiere oder an einem Wettkampf teilnehme, habe ich das Gefühl, dass ich mich noch mehr anstrengen sollte. Aber Jan sagt mir dann, dass es schon okay sei und ich es gut mache, und dass ich es nicht übertreiben solle.“
Seitdem sich Neeraj Chopra der Trainingsgruppe von Jan Železný angeschlossen hat, verbringt er nun viel Zeit in Tschechien. Er habe erwartet, hier etwas unbemerkter zu bleiben als in seiner Heimat, was so aber nicht der Fall sei:
„Vielleicht liegt es an Jan, Jakub Vadlejch, Barbora Špotáková und anderen großen tschechischen Speerwerfern. Die Menschen hier lieben den Speerwurf wirklich. Gestern habe ich im Stadion trainiert, und es waren viele Nachwuchsathleten da. Sie haben mich erkannt, kamen auf mich zu und machten Fotos. Aber das macht mir nichts aus. Ich treffe gern junge Talente und Sportler. Es ist schön, dass die Leute hier etwas über Leichtathletik und Speerwurf wissen.“
Wer weiß, eines Tages wird Tschechien Chopra vielleicht ähnlich ehren wie einst die Sprintlegende Usain Bolt. Auf die Frage, ob er sich einen Chopra-Turm wünschen würde, antwortet er mit einem Lächeln:
„Naja, aber Usain Bolt war schon eine Legende der Leichtathletik. Ich bin froh, dass Sie mir das sagen. Wenn ich aber nur ein Zimmer in der Nähe seines Turms habe, ist das für mich auch okay. Ich brauche keinen großen Turm oder ein großes Gebäude. Nach den Olympischen Spielen in Tokio wurde allerdings ein Stadion in Pune in Indien nach mir benannt: das Neeraj-Chopra-Stadion. Und das ist schon ein schönes Gefühl.“








