Tschechische Politiker und Wirtschaftsvertreter erleichtert über Zolldeal zwischen EU und Trump
Mit Erleichterung haben Politiker und Vertreter der Wirtschaft aus Tschechien auf die Einigung zwischen der EU und dem US-Präsidenten Donald Trump im Zollstreit reagiert.
Die ausgehandelten 15 Prozent Basiszollsatz bedeuteten eine grundlegende Stabilität und Vorhersehbarkeit, schrieb Industrie- und Handelsminister Lukáš Vlček (Bürgermeisterpartei Stan) noch am Sonntag über den Kurznachrichtendienst X. Es sei das maximal Mögliche gewesen, bekannte der Ressortchef und zeigte sich überzeugt, dass Zölle allgemein nicht die Lösung sein dürften.
Am Sonntag hatten sich Trump und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf den Basiszollsatz geeinigt. Zuvor hatte der US-amerikanische Präsident mit 30 Prozent Zoll auf die Einfuhr europäischer Produkte ab dem 1. August gedroht. Bei einem gemeinsamen Treffen in Trumps schottischem Golfressort konnte dies aber abgewendet werden.
Auch bei Vertretern der tschechischen Wirtschaft war ein Aufatmen über den Deal zu vernehmen. Der stellvertretende Vorsitzende des Verbandes der Exporteure, Otto Daněk, sprach von einem „positiven Signal, das die Märkte beruhigt und Berechenbarkeit für den Handel bedeutet“. Die Folgen der neuen Zölle müssten aber erst noch beurteilt werden, so Daněk weiter.
Der Hauptökonom der Trinity Bank, Lukáš Kovanda, erinnerte indes daran, dass vor Trumps Amtsantritt der effektive Zoll für Produkte aus der EU in den USA bei durchschnittlich 4,8 Prozent gelegen habe. Der neue Deal bedeute also eine Verdreifachung, gab Kovanda gegenüber der Presseagentur ČTK zu bedenken. Dennoch bezeichnete der Wirtschaftsanalytiker den Deal als gute Nachricht für die tschechische Autoindustrie, die als relativ stark von Exporten auch in die USA abhängig sei.
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