Hilfe für Madlenka: Erfolgreiche Behandlung und Tausende neue Knochenmarkspender

Die zweijährige Madlenka, für die ein Knochenmarkspender gesucht wird

Die Erkrankung von Madlenka hat im Frühjahr eine Welle der Solidarität hervorgerufen und Tausende Menschen in Tschechien motiviert, Knochenmark zu spenden. Wie geht es dem zweijährigen Mädchen aktuell?

Lukáš Přibyl und Marie Kuříková | Foto: Anna Rychnovská,  Tschechischer Rundfunk

Die Eltern der nicht einmal zweijährigen Madlen Přibylová haben im Frühjahr erfahren müssen, dass ihre Tochter an einer schweren Blutkrankheit erkrankt ist. Sie begannen, einen Spender für sie zu suchen. Madlenka unterzog sich parallel dazu einer immunsuppressiven Behandlung an der Klinik für Kinderhämatologie und -onkologie der Universitätsklinik in Prag-Motol. Die Ärztin Martina Suková kann nun feststellen:

„Nach vier Monaten können wir sagen, dass die Behandlung angeschlagen hat. Das bedeutet, dass sich Madlens Knochenmark erholt hat. Zum jetzigen Zeitpunkt benötigt sie definitiv keinen Knochenmarkspender für eine Transplantation.“

Das Mädchen hat normale Blutwerte und benötigt seit mehreren Wochen keine Transfusionen mehr. Die Behandlung ist noch nicht abgeschlossen und wird noch etwa ein Jahr dauern, dennoch muss das Mädchen nur noch einmal in drei bis vier Wochen zur Kontrolle ins Krankenhaus kommen. Im Falle einer Verschlechterung stehen geeignete nicht verwandte Spender aus den Registern zur Verfügung.

Der Vater Lukáš Přibyl hat im Frühjahr die Geschichte seiner Tochter in den sozialen Netzwerken geteilt. Er erreichte damit Tausende von Menschen. Eine Rekordzahl von 26.500 Interessenten ließ sich in die Register für Knochenmarkspender eintragen. Pavel Jindra ist leitender Arzt eines dieser Register – des Tschechischen Nationalen Registers für Knochenmarkspender:

„Innerhalb von zwei bis drei Monaten haben wir mehr Spender gewonnen als im gesamten letzten und vorletzten Jahr. Das Interesse war wirklich unerwartet. Es gab schon früher eine ganze Reihe solcher Patientengeschichten, aber ein so enormes Interesse haben wir noch nie erlebt.“

Madlen sei jedoch nicht die Einzige, die Hilfe benötigt, betont Marie Kuříková. Sie ist die Leiterin des Registers an der Prager Klinik IKEM:

„In unserem Register in Prag suchen wir Spender für 15 Kinder und etwa 34 Erwachsene, die in tschechischen Krankenhäusern auf Hilfe warten.“

Laut den Ärzten ist es sehr schwierig, einen passenden Spender zu finden. Sie gehen davon aus, dass von den 26.500 Menschen letztendlich nur einige Dutzend ihr Knochenmark spenden werden.

Die Familie Přibyl hat sich entschlossen, den „Stiftungfonds Madlenka“ zu gründen, um anderen Menschen in ähnlichen Situationen zu helfen. Man wolle sich auf hämatologische und hämatologisch-onkologische Erkrankungen konzentrieren, sagt Lukáš Přibyl:

Personen,  die darauf warten,  sich in das nationale Knochenmarkspenderregister eintragen zu lassen | Foto: Daniel Zach,  Tschechischer Rundfunk

„Die Tätigkeit der Stiftung wird mehrere Ebenen haben. Eine Sache ist natürlich die Förderung von Spenden – sei es Blut oder blutbildendes Knochenmark. Eine zweite Sache, wo wir mit Hilfe von Experten eine Lücke ausfüllen möchten, ist die Vermittlung einer relativ großen Menge an Informationen, die die Patienten und deren Familien wissen sollten. Es geht etwa darum, was für eine Krankheit es ist, wie man sie behandelt, wie man die einzelnen Befunde der Ärzte lesen sollte. Und diese Informationen wollen wir mit Hilfe von Experten in eine für Laien verständliche Sprache übersetzen.“

Die Menschen hierzulande können sich jederzeit in das Spenderregister eintragen lassen. Sie müssen dafür gesund und unter 40 Jahre alt sein.

Autoren: Markéta Kachlíková , Marie Veselá , Jan Duchoslav
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