Wallfahrt in Zlaté Hory: Tschechen, Deutsche und Polen treffen in Maria Hilf zusammen

Maria-Hilf-Wallfahrtstätte

Gläubige aus drei Ländern treffen am Samstag, 20. September, bei der traditionellen „Wallfahrt der Nationen“ in der Kirche Maria Hilf nahe des Ortes Zlaté Hory (auf Deutsch Zuckmantel) zusammen. Die gemeinsame Wallfahrt betont die Beziehung der Tschechen, Deutschen und Polen zu diesem historischen Ort.

Jude Thaddeus Okolo | Foto: Diecéze plzeňská

Den Gottesdienst werde der apostolische Nuntius Jude Thaddeus Okolo zelebrieren, teilte der Sprecher des Bistums Ostrava-Opava, Ondřej Elbel, am Mittwoch der Nachrichtenagentur ČTK mit. Okolo wird die Messe laut Elbel auf Tschechisch lesen. Während des Gottesdiensts werde allerdings auch Deutsch und Polnisch erklingen.

Wallfahrt der Nationen 2025 | Foto: Römisch-katholische Kirchengemeinde Ostrava-Plesná

Der Wallfahrtsort wurde vor dem Zweiten Weltkrieg jedes Jahr von rund 100.000 Pilgern besucht. Die Geschichte von Maria Hilf begann 1647. Laut einer Legende wurde dort damals eine Frau mit ihrem neugeborenen Baby vor den schwedischen Soldaten gerettet. In der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde an dem Ort eine Marienkirche erbaut. Das kommunistische Regime ließ den Sakralbau 1973 abreißen. Jahre später setzten sich Tschechen, Polen und Deutsche für den Bau einer neuen Kirche ein. Diese wurde 1995 geweiht.

Der Wallfahrtsort verbindet weiterhin die Völker aus dem schlesischen Grenzgebiet miteinander. Außer den vertriebenen deutschen Bewohnern und ihren Verwandten kommen auch Vertreter der deutschen Minderheit nach Maria Hilf, die in der polnischen Woiwodschaft Opole leben.

Autor: Martina Schneibergová | Quelle: ČTK
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