Sammelaktion in Tschechien: Mit alten Handys helfen

(von links) Ester Pacltová, Gründerin und Direktorin von „Místní místním“ (Von Einheimischen für Einheimische) und Jarka, Kunde von „Místní místním“

Viele Menschen haben ein altes Mobiltelefon zu Hause herumliegen. Wenn es funktioniert, kann es für Obdachlose noch von Nutzen sein.

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Obdachlose verfügen oft nicht über ein Mobiltelefon. Dabei sind Handys heute unerlässlich, um Arbeit zu finden, medizinische Versorgung zu erhalten und mit Behörden und Sozialarbeitern in Verbindung zu bleiben. Die gemeinnützige Organisation „Místní místním“ (Von Einheimischen für Einheimische), deren Schwerpunkt die Hilfe für Obdachlose ist, treibt Finanzmittel auf, um ältere Handys zu sammeln, zu reinigen und zu überholen. Diese werden dann an Menschen weitergegeben, die sie dringend benötigen, um sich in die Gesellschaft zu integrieren und auf eigenen Beinen stehen zu können. Jarka aus Prag lebt schon über zwanzig Jahre auf der Straße.

„Ich benutze das Smartphone hauptsächlich, um die Behörden zu kontaktieren, wegen der Arbeit anzurufen oder um mit meinem Freund in Kontakt zu sein. Ich habe auch einen Zugang zu Facebook, wo ich ein Profil habe und hauptsächlich nach Jobs und solchen Dingen suche.“

Die NGO „Von Einheimischen für Einheimische“ wurde gegründet, um Obdachlosen und Bedürftigen grundlegende Dienstleistungen anzubieten. Ein Solidaritätsnetzwerk wurde geschaffen, das Cafés, Restaurants und öffentliche Einrichtungen wie Bibliotheken miteinander verbindet, die kostenlose Dienstleistungen wie Toiletten, Trinkwasser und das Aufladen von Telefonen für Bedürftige anbieten. Ester Pacltová ist Gründerin und Leiterin der NGO. Zu der Sammelaktion von Handys und Smartphones sagt sie:

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„Wenn bedürftige Menschen Telefone haben, können sie ihre Situation zum Teil selbst angehen. Sei es Wohnen, Arbeit oder Gesundheit. Das sorgt auch dafür, dass die Sozialarbeiter Zeit haben, sich mit den wirklich komplexen Problemen zu befassen.“

Gebrauchte Handys können an Sammelstellen abgegeben beziehungsweise per Versanddienst eingeschickt werden.

„Wir arbeiten mit einigen Prager Cafés, aber auch mit der Stadtbibliothek in Prag zusammen. Die Leute können ihre gebrauchten Handys einfach dorthin bringen, sie in eine grüne Box legen und wir holen sie dann ab und geben sie an die Bedürftigen weiter.“

Die Sammelaktionen finden bereits das fünfte Jahr statt. Seit drei Jahren ist auch das gemeinnützige Projekt Remobil daran beteiligt. Dessen Manager Jiří Šmejkal erläutert:

„Die Aufgabe des Projekts ist es, ungenutzte Handys zu sammeln und aus diesen Komplettpakete zusammenzustellen. Unser Hauptpartner ist T-Mobile. Der Mobilfunkanbieter ergänzt die Pakete um SIM-Karten mit einem Guthaben und mobilen Daten. Die Sammlung läuft das ganze Jahr über.“

Jedes Jahr werden laut Pacltová etwa 150 Pakete zusammengestellt. Insgesamt wurden bisher mehr als 700 Mobiltelefone an Bedürftige verteilt. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos vom Dezember letzten Jahres hat jeder vierte Tscheche ein altes Mobiltelefon zu Hause in der Schublade.