Nürnberger Christkind und Krippenausstellung: Adventsmarkt in der Bayerischen Repräsentanz in Prag
Am anstehenden Wochenende findet in der Bayerischen Repräsentanz im Palais Chotek in der Altstadt von Prag ein Adventsmarkt statt. Martina Schneibergová hat mit dem Leiter der Repräsentanz, Martin Kastler, gesprochen.
Herr Kastler, am zweiten Adventswochenende findet in der Bayerischen Repräsentanz wieder ein Adventsmarkt statt. Wie wird der Markt diesmal eröffnet?
„Dieses Jahr findet er zum zweiten Mal statt. Letztes Jahr war es ein schöner Erfolg. Daher hat man bei uns in München gesagt: Bitte, macht doch wieder so etwas. Wir haben uns etwas Besonderes überlegt. Diesmal wird das Nürnberger Christkind, also das Original in dem schönen goldenen Gewand, den Markt eröffnen – ähnlich wie in Nürnberg. Leider wird das Ganze nicht vor einem großen Kirchenportal stattfinden, aber dafür von unserem kleinen Podium in den Innenhöfen der Bayerischen Repräsentanz aus, traditionell mit dem sogenannten Nürnberger Prolog.“
Was verbirgt sich hinter diesem Prolog?
„Der Prolog des Christkinds ist ein schöner Text, der sich natürlich hauptsächlich auf Nürnberg fokussiert und dafür gedacht ist, eine feierliche Eröffnung zu zelebrieren. Da wird von dem Licht, von den Kerzen, von den fröhlichen und glänzenden Kinderaugen gesprochen. Und dieses Christkind öffnet dann die Arme, es schaut aus wie ein goldener Engel. Anschließend wird mit Fanfaren der Markt eröffnet. So wird jedes Jahr in Nürnberg der Christkindlmarkt eröffnet, immer am Freitag des ersten Advents. Bei uns wird es jetzt der Freitag vor dem zweiten Advent sein.“
Letztes Jahr fand der Markt zum ersten Mal in Prag statt, und zwar anlässlich des zehnten Jubiläums der Repräsentanz. Kann daraus fast eine Tradition werden?
„Ja, vielleicht. Wenn wir es ein drittes Mal erfolgreich durchziehen, dann glaube ich, können wir von einer Tradition sprechen. Allen hat es hier vergangenes Jahr sehr gut gefallen. Wir haben sehr viel positives Feedback von den Pragerinnen und Pragern bekommen, aber auch von Gästen aus Bayern, die zufällig durch die Michaelsgasse gelaufen sind. Nun werden wir schauen, wie es diesmal ankommt.“
Was wird alles auf dem Markt angeboten?
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„Natürlich sind wieder die bayerischen Spezialitäten dabei. Es wird fränkische Bratwürste, Lebkuchen und weitere kulinarische Köstlichkeiten geben. Wir haben einen Winzer aus Mähren, der seinen Glühwein anbieten wird. Es soll ja doch etwas Gemeinsames, Bayerisch-Böhmisches, sein. Unsere Nachbarn hier in der Michaelsgasse bieten einen Adventscocktail und andere Spezialitäten an. Das Besondere an unserem Markt ist, dass wir auch ein Programm für Familien mit Kindern bieten – diesmal noch ein bisschen mehr als im letzten Jahr. Es wird Livemusik aus Bayern da sein, die sogenannten Fexer. Das ist eine Dreiergruppe, die ganz modern, aber auch traditionell bayerische Volksmusik in kurzen Weisen zum Besten gibt, gemischt mit adventlicher Musik. Die Band ist die ganze Zeit mit dabei. Von einem deutschsprachigen Kindertheater kommen zudem ein ,Anděl‘ (Engel) und ein ,Čert, (Teufel), die dann mit den Kindern und den Familien spielerisch auf Deutsch und Tschechisch dieses Adventswochenende gestalten. Denn wir feiern an diesem Wochenende auch den ,svatý Mikuláš‘, den Nikolaus. Und wenn die Kinder Lust haben, gibt es auch die Möglichkeit, entweder Weihnachtsschmuck in Gablonzer Tradition zu basteln oder Lebkuchen zu verzieren.“
Außer den Köstlichkeiten und dem Kinderprogramm gibt es auch eine Krippenausstellung. Was für Krippen werden da gezeigt? Stammen sie nur aus Bayern?
„Dieses Mal ist es tatsächlich eine eher bayerische Krippenausstellung, denn es kommt ein Krippensammler, der sich auch in Regensburg um Krippen kümmert. Dort gibt es ja eine sehr große Krippensammlung – vom dortigen Diözesanbischof, der auch aus Böhmen stammt. Wir werden aus der Regensburger Sammlung einen großen Christkindlmarkt in einem Raum gestalten. Und zum Zweiten kommt auch wieder Norbert Tuffek, der Holzbildhauermeister, der letztes Jahr schon da war. Dem hat es so gut gefallen, dass er diesmal mit einer anderen Ausstellung anreist und auch wieder live schnitzen wird.“
Gibt es wieder die Möglichkeit, sich die historischen Räumlichkeiten des Palais Chotek anzuschauen?
„Ja, wir haben wieder den Tag der offenen Tür. Das heißt, zu bestimmten Zeiten, die wir dann auch öffentlich machen, werden wir die Türen öffnen, sodass jeder in unsere offiziellen Räumlichkeiten und ins Gebäude des Palais Chotek kommen kann.“
Wird es dazu eine Führung geben?
„Ja, auf Deutsch und Tschechisch.“
Gibt es auch einen sozialen Zweck dieses Adventsmarkts?
„Wir haben zwei Stände von wohltätigen Organisationen, eine ist aus Prag und eine aus Bamberg in Oberfranken. Beide werden sie hier einen Stand haben und Geschenke oder Kleinigkeiten zum Kauf anbieten. Der Erlös ist für den guten Zweck bestimmt. Das wollen wir mit unserem Weihnachtsmarkt als bayerische Repräsentanz in Prag gern unterstützen.“
Die Bayerische Repräsentanz befindet sich in der Michalská-Straße 12 in der Prager Altstadt. Der Adventsmarkt und die Krippenausstellung haben folgende Öffnungszeiten: Freitag (5. Dezember) von 16 bis 21 Uhr, Samstag (6. Dezember) von 11 bis 21 Uhr und Sonntag (7. Dezember) von 11 bis 19 Uhr. Mehr Informationen finden Sie auf der Webseite der Repräsentanz: https://www.bayern.de/staatskanzlei/bayern-in-prag/








