Tschechisch gesagt: Neues Testament und Neue Welt

Es mag für Sie nichts Neues sein, dass wir uns heute erneut mit dem Wort „neu“ beschäftigen. In einer neuen Folge unseres Sprachkurses schauen wir, in welchen festen Wortgefügen „neu“ zu finden ist.

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Wie schon bekannt, heißt neu auf Tschechisch – nový. Wenn etwas ganz neu ist, heißt es im Deutschen funkelnagelneu. Auf dieses deutsche Wort greift die tschechische Umgangssprache zurück mit ihrem Begriff – fungl nový. Ein ganz neuer Gegenstand, beziehungsweise eine Sache, die gut gepflegt wurde und wie neu aussieht, heißt dann – funglovka. In der Hochsprache sagt man ganz neu – úplně nový, zcela nový, durchaus neu – zhola nový oder aber zbrusu nový. Das letztgenannte Beispiel klingt allerdings etwas veraltet. Es bezog sich ursprünglich auf ein Messer oder ein Schwert, das an einem Schleifstein – brus gerade scharf gemacht wurde.

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Es gibt einige feste Wortgefüge, in denen das Wort „neu“ steckt. So bezeichnet man etwa den Nelkenpfeffer im Tschechischen als Neugewürz – nové koření, was wohl den Österreichern bekannt scheinen mag. Schreibt man Nový rok mit dem großen Buchstaben N am Anfang, ist damit der 1. Januar, also Neujahr, gemeint. Kleingeschrieben steht – nový rok für ein neues Jahr. Wie etwa in dem Wunsch: Frohes neues Jahr! – Šťastný nový rok!

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Der zweite Teil der Bibel, der die vier Evangelien und weitere Texte enthält, wird im Deutschen als Neues Testament bezeichnet, im Tschechischen als „Neues Gesetz“ – Nový zákon. Die Neue Welt – Nový svět ist in den beiden Sprachen ein Name für Amerika. Diese historische Bezeichnung bürgerte sich in Europa nach der Entdeckung des Kontinents durch Kolumbus ein, als Gegenpol zu der bis dahin bekannten Alten Welt, bestehend aus Europa, Asien und Afrika. Den Namen Nový svět trägt aber auch ein malerischer Winkel auf dem Hradschin in Prag. Die Bezeichnung entstand im 14. Jahrhundert, als sich neue Siedler in dieser Prager Vorstadt niederließen. In jener Zeit wurde von Kaiser Karl IV. auch die Prager Neustadt – Nové Město gegründet, damals eine selbständige Stadt, heute ein Stadtviertel im historischen Zentrum Prags. Auf Wiederhören! Na slyšenou!

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