Präsident Pavel zu Besuch in der Ukraine – Respekt für Verletzte, die an die Front zurückkehren

Petr Pavel (Dritter von links)

Zum dritten Mal seit Russlands Invasion in die Ukraine ist der tschechische Staatspräsident Petr Pavel in das angegriffene Land gereist. Er betont weiterhin Tschechiens Unterstützung für die Ukraine, die sich seit fast vier Jahren den russischen Aggressoren zur Wehr setzt.

Petr Pavel in Lwiw | Foto: Martin Dorazín,  Tschechischer Rundfunk

Am Donnerstag hat der tschechische Staatspräsident Petr Pavel im westukrainischen Lwiw zuerst den Friedhof besucht, auf dem die Verteidiger der Ukraine bestattet sind. Von dort aus reiste Pavel in die größte Kinderklinik in der Westukraine. Sie verfügt über eine Schule für Patienten, die eine längere Zeit im Krankenhaus verbringen müssen. Die Schule ist ein Projekt der Frau des ukrainischen Staatspräsidenten, Olena Selenska. Unterstützt wird die Einrichtung auch von Tschechien.

Präsident Pavel sagte in den Inlandssendungen des Tschechischen Rundfunks:

Foto: Martin Dorazín,  Tschechischer Rundfunk

„Diesmal haben wir uns entschieden, außer Kiew einen weiteren Teil der Ukraine zu besuchen. Bei meinem ersten Besuch war es die Region von Dnipro, beim zweiten Odessa, und jetzt ist es Lwiw. Ich kann sagen, dass in jeder der Regionen auch tschechische Spuren klar zu erkennen sind. In Lwiw gibt es ein tschechisches Generalkonsulat. Unser Land hilft zudem vor Ort im Gesundheits- und Sozialwesen und im Bereich der Kinderfürsorge.“

Der Staatspräsident hatte den Wunsch geäußert, das „Superhumans“-Zentrum in Lwiw zu besuchen. Dort werden Soldaten behandelt, die nach einer Amputation auf eine Prothese angewiesen sind. Es ist gleichzeitig ein Reha-Zentrum, in dem Sportaktivitäten angeboten werden, die den Patienten bei der Rückkehr in ein relativ normales Leben helfen. Die Soldaten lernen dort beispielsweise, auf unebenem Gelände zu gehen. Präsident Pavel:

Petr Pavel  (zweiter von rechts) | Foto: Martin Dorazín,  Tschechischer Rundfunk

„Ich bin tief beeindruckt davon, dass rund 50 Prozent dieser Soldaten später an die Front zurückkehren. Wenn ich bei uns manchmal höre, wie sich manche Menschen über die Ukrainer äußern, dann denke ich, man müsse sich nur einmal vorstellen, dass jemand eine Hand oder ein Bein verliert. Trotzdem bleibt er motiviert, an die Front zurückzukehren. Denn er hält es für richtig und sieht keinen anderen Weg. Dies zeugt meiner Ansicht nach davon, mit was für einem Volk wir es zu tun haben. Diese Dinge müssen hoch geschätzt und dürfen nicht herabgesetzt werden.“

Petr Pavel und Volodymyr Zelensky am 16. Januar in Kiew | Foto: Ukrainian presidental press service / AFP / Profimedia

Präsident Pavel sagte des Weiteren, er sei froh, dass die neue tschechische Regierung die Fortsetzung der Munitionsinitiative unterstützt. Dabei wird für die Ukraine weltweit Artilleriemunition organisiert. Am Donnerstagabend traf Pavel außerdem mit Vertretern tschechischer NGOs zusammen, die in der Ukraine helfen. Am Freitag reiste er dann weiter nach Kiew, wo er auch seinen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj traf.

Autoren: Martina Schneibergová , Martin Dorazín
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