Beste Doku bei Berlinale: Tschechische Regisseurin enthüllt Wurzeln der Sucht bei ihrem Bruder
Die tschechisch-slowakische Produktion „If Pigeons Turned to Gold“ der tschechischen Regisseurin Pepa Lubojacki wurde auf der Berlinale zum besten Dokumentarfilm gekürt.
Fünf Jahre lang dokumentierte Lubojacki ihre Familienmitglieder und ließ eine hochpersönliche, tagebuchartige Collage entstehen. In ihrem mit dem Handy aufgezeichneten Dokumentarfilm geht die Regisseurin der Frage nach, warum ihr Bruder und zwei ihrer Cousins alkoholsüchtig wurden und auf der Straße leben.
„Wenn man obdachlos ist oder mit einer Sucht lebt, wird man für die Gesellschaft unsichtbar“, sagte die Regisseurin bei der Preisverleihung am Samstag in Berlin. „Diese Auszeichnung bedeutet, dass diese Menschen im Fokus stehen, dass sie jemandem wichtig sind“, fügte die Lubojacki hinzu.
Dieses Mal waren 16 aktuelle Dokumentarbeiträge aus mehreren Sektionen für den Dokumentarfilmpreis der Berlinale nominiert gewesen. Die Jury lobte Lubojackis „einfallsreiche Regiearbeit“. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von 40.000 Euro verbunden.
Die Berlinale vergibt seit 2017 einen separaten Dokumentarfilmpreis. Erstmals wurde ein Film mit Bezug zu Tschechien ausgezeichnet. Außer der Auszeichnung zum besten Dokumentarfilm erhielt „If Pigeons Turned to Gold“ auch eine der Nebenauszeichnungen der Filmfestspiele in Berlin, den mit 4000 Euro dotierten Caligari-Filmpreis.
Dank dem Sieg in der Kategorie Bester Dokumentarfilm bei der Berlinale ist der Streifen von Pepa Lubojacki nun direkt für das Auswahlverfahren der Oscars qualifiziert.
Die diesjährige Berlinale präsentierte vier Filme, an denen sich Tschechien in irgendeiner Weise beteiligt hat. Zum einen der Kurzanimationsfilm „En, ten, týky!“ der slowakischen Regisseurin Andrey Szelesová in der Kategorie Generation Kplus. Der Film „Roya“ der iranischen Regisseurin Manház Mohammadí wurde in Koproduktion von Tschechien, Deutschland, Luxemburg und dem Iran gedreht. Zudem erlebte der digital restaurierte Film „Panelstory“ („Geschichte der Wände oder Wie eine Siedlung entsteht“) der tschechischen Regisseurin Věra Chytilová aus dem Jahr 1979 in Berlin seine Weltpremiere.
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