Historischer Kronleuchter aus der Wallfahrtskirche in Hejnice wird aufwendig restauriert
Der Kristallkronleuchter der Wallfahrtskirche im nordböhmischen Hejnice ist einer der größten seiner Art in Tschechien. Er wird derzeit restauriert.
Das schmucke Städtchen Hejnice, auf Deutsch Haindorf, liegt am Nordhang des Isergebirges. Es ist vor allem für seine barocke Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung bekannt. Das Hauptschiff des Gotteshauses besticht unter anderem durch seinen monumentalen Kristallkronleuchter. Dieser erhellt bereits seit über 170 Jahren das Innere. Gestiftet wurde der Lüster vom Glasmagnaten Josef Riedel. Und weiter Jan Heinzl, der Verwalter des ehemaligen Franziskanerklosters in Hejnice:
„Der Kronleuchter ist etwa drei Meter breit und fünf Meter hoch. Josef Riedel stammte aus Hejnice. Er wurde hier in der Kirche getauft. Und als Dank für die Taufe schenkte er ihr dieses wunderbare Stück, das seit 1853 im Hauptschiff hängt.“
Diese Geschichte schilderte Heinzl vor rund einem Monat in den Inlandssendungen des Tschechischen Rundfunks, als der Kronleuchter gerade von der Decke abgenommen wurde. Denn das historische Beleuchtungselement wird seitdem restauriert. Davor war der Leuchter zuletzt 1929 modernisiert worden. Damals erhielt er Glühbirnen anstelle der Kerzenhalter. Allerdings entspricht die knapp einhundert Jahre alte Elektroinstallation nicht mehr den heutigen Sicherheitsstandards. Deswegen ist eine Generalüberholung notwendig geworden.
Die Arbeiten laufen bei Preciosa Lighting in Kamenický Šenov. Damit kehrt der Kronleuchter an den Ort seiner Entstehung zurück. Er wurde bei der Firma Hölz & Comp. in der damals auf Deutsch Steinschönau genannten Stadt gefertigt. Um das Exemplar aus Hejnice dorthin bringen zu können, musste es in seine Einzelteile zerlegt werden. Die Teile sind natürlich sorgfältig durchnummeriert. Tomáš Vávra leitet die Restaurierungswerkstatt und erläutert:
„Die Lüsterbehänge werden in Seifenwasser gereinigt. Danach kommen ein spezielles Spray und ein Flanelltuch zum Einsatz. Jeder einzelne Behang wird per Hand gesäubert. Allein die Sanierung dieser Elemente des Kronleuchters nimmt 200 Stunden in Anspruch.“
Gemacht werden muss aber noch viel mehr. Teilweise fehlen nämlich die Lüsterbehänge, so etwa eine Glasglocke in einem der größeren Behänge sowie ein Glasbaldachin, der zwei tragende Rohre zur Decke hin miteinander verbunden hat.
Preciosa Lighting ist im Übrigen laut Vávra landesweit spezialisiert auf die Restaurierung von historischen Leuchtern…
„Wir haben schon in einigen Kirchen gearbeitet. Regelmäßig restaurieren wir die Beleuchtung auf der Prager Burg oder im Clam-Gallas-Palais, ebenfalls haben wir uns um das Liebig-Palais in Liberec gekümmert. Zuletzt haben wir den Lüster in Horní Libchava überholt. Er war recht ähnlich wie der in Hejnice, aber nur ein Viertel so groß“, so der Restaurator.
Trotz seines Alters sei der Kristallkronleuchter aus der Wallfahrtskirche von Hejnice in einem erstaunlich guten Zustand, ergänzt Vávra:
„Er ist wirklich gut erhalten. Man kann sehen, dass er aus gutem Material gefertigt wurde. Wir erleben häufig, dass uns solche Leuchter in den Händen auseinanderfallen. Dieser aber nicht.“
Vollkommen erneuert wird jedoch die Elektrik. Das bedeutet unter anderem neue Fassungen für die Glühbirnen und neue Stromkabel. Weiterhin sollen dabei klassische Glühbirnen vom Typ E14 genutzt werden.
Wenn alles gut läuft, dann soll der herrliche Kronleuchter noch vor Ostern wieder in die Kirche Mariä Heimsuchung in Hejnice zurückkehren.
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