Alles Gute zum Hundertsten! Hurvínek erhält Preis bei Kinderfilmfestival in Zlín
In Zlín wurde am Donnerstag das internationale Festival für Kinder- und Jugendfilm eröffnet. Es findet bereits zum 66. Mal statt. Bei der feierlichen Vergabe der Ehrenpreise wurde auch die Holzpuppe Hurvínek bedacht.
Hurvínek und sein Vater Spejbl feiern in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag. Denn am 2. Mai 1926 wurde mit den beiden Holzpuppen das erste Mal in Plzeň / Pilsen Theater gespielt. Zum runden Jubiläum gab es am Donnerstag nun eine besondere Ehrung: den Preis des Festivalpräsidenten bei den Filmfestspielen in Zlín. Mit dabei auf dem roten Teppich waren auch der Puppenspieler David Janošek und der Sprecher der beiden Figuren, Martin Trecha. Wie haben sich Spejbl und Hurvínek in den letzten Jahren verändert? Dazu sagte Trecha in den Inlandssendungen des Tschechischen Rundfunks:
„Es reicht schon, sich die Aufnahmen der letzten Jahre anzuschauen. Alles ist immer schneller geworden. Aber die Kinder reagieren genauso viel wie früher. Das ist das Schönste: Wenn sich die Kinder vor Lachen nicht halten können und das Gelächter das ganze Theater erfüllt.“
Spejbl und Hurvínek haben in den Jahrzehnten ihrer Existenz nicht nur Generationen von Kindern in Tschechien und der Welt zum Lachen gebracht, sondern auch deren Eltern. Aber kann man sich den Humor, wie er in den Hörbüchern, Filmen und Theaterstücken anzutreffen ist, heute noch erlauben? Trecha meint dazu:
„Ich glaube, dass man sich mit Hurvínek mehr erlauben kann als normalerweise. Eigentlich ist das natürlich schade, aber wir sind nun einmal Tschechen, und unsere Grenze für Humor ist irgendwie verschoben. Hoffentlich wird sich das nicht wie in den USA entwickeln, wo es immer mehr Tabus gibt. Wenn man Dinge mit Humor sieht, kann man über sie lachen.“
Neben den beiden Holzfiguren wurde das Goldene Schühchen (Zlatý střevíček), also der Hauptpreis des Festivals, am Donnerstag auch noch an Petr Koliha verliehen. Dieser ist Regisseur und Produzent und zudem Geschäftsführer des Kinderkanals des öffentlich-rechtlichen Tschechischen Fernsehens (ČT). Bei einem Galaabend am Mittwoch wird zum Abschluss des Festivals noch der Schauspieler Petr Kostka geehrt.
Das Filmfestival Zlín findet in diesem Jahr bereits zum 66. Mal statt. Es gilt als das größte und älteste Festival für Kinder- und Jugendfilme. Vergangenes Jahr wurden die Projektionen von 24.000 kleinen und großen Zuschauern besucht. In diesem Jahr stehen 300 Streifen aus 57 Ländern auf dem Programm – darunter auch einige Weltpremieren.
Ein besonderer Fokus liege dabei auf Filmen die sich mit Sucht, aber auch mit seelischer Gesundheit beschäftigen, sagt die Geschäftsführerin der Festspiele, Jarmila Záhorová:
„Das Thema seelische Gesundheit ist für uns schon lange sehr wichtig. Das spiegelt sich nicht nur im Filmprogramm wider, sondern auch etwa in runden Tischen mit Fachleuten. Es geht außerdem zum Beispiel noch um die Sicherheit im Internet. Mit diesen Fragen beschäftigen sich Filme auf der ganzen Welt.“
Eine Besonderheit der Filmfestspiele ist, dass es eine eigene Wettbewerbskategorie der Dokumentarfilme für Kinder gibt. Programmdirektorin Markéta Pášmová:
„Es gibt nicht viele dieser Filme. Denn es entstehen zahlreiche Dokumentationen über Kinder, aber nur wenige für sie. Jedes Jahr ist es deshalb eine Herausforderung, das Programm zusammenzustellen. Wir zeigen in diesem Jahr wieder Dokumentarfilme für junge Menschen, die allesamt europäischer Produktion sind. Aber mich freut, dass die Protagonisten oft von anderswo stammen. So geht es etwa um den Jungen Rashid, der im Krieg groß wird und viel durchmachen muss. Ein Thema sind auch ukrainische Kinder, die mit ihren Familien nach Estland gegangen sind. Und es wird des Weiteren um eine Akrobatin aus Guinea gehen und den Konflikt zwischen den gesellschaftlichen Ansprüchen an sie und ihren Träumen.“







