Unterricht, der Spaß macht: Beste Lehrer Tschechiens für 2026 ausgezeichnet
Der Global Teacher Prize ist eine prestigeträchtige Auszeichnung für Lehrende, die ursprünglich aus Großbritannien stammt. Seit 2017 wird sie auch jedes Jahr in Tschechien vergeben. Am Dienstag war es wieder soweit.
Eigentlich ist sie gelernte Hebamme. Jetzt wurde Lada Stuchlá aber als beste Lehrkraft Tschechiens für 2026 ausgezeichnet. Es würde sie sehr freuen und sei eine Bestätigung, dass ihre Arbeit in die richtige Richtung führe, sagte die Pädagogin nach der Preisverleihung am Dienstagabend. Zusätzlich zu ihrem ursprünglichen Beruf hat Stuchlá noch ein Studium absolviert und lehrt nun an der Medizinischen Berufs- und Hochschule im mittelböhmischen Kladno. Ihre Fächer sind Latein, Psychologie und Somatologie, also die Lehre des menschlichen Körpers.
Darin ist Stuchlá so gut, dass sie auf den ersten Platz beim diesjährigen Global Teacher Prize in Tschechien gewählt wurde. Der Lehrerin liegt den eigenen Worten nach daran, dass ihre Schüler im Unterricht aktiv mitarbeiten und die Zusammenhänge verstehen. Zudem sollen sie ihre Stärken und Schwächen einschätzen lernen, so Stuchlá:
„Am wichtigsten ist für mich, mich auf die aktuelle Atmosphäre in der Klasse einzustimmen. Für gewöhnlich mache ich mit den Schülern eine sogenannte emotionale Inventur. Ich erkenne dabei, wie sie sich an dem jeweiligen Tag fühlen, und wähle anhand dessen die passende Unterrichtsmethode.“
Wie die emotionale Inventur abläuft, konnten die Jurymitglieder bei ihrem Besuch in Stuchlás Unterricht mitverfolgen. Diese Methode wurde dann bei der Preisverleihung am Dienstag in dem Kurzvideo der Finalistin präsentiert. Lehrerin Stuchlá bittet die Klasse, beide Hände als Waage zu benutzen und damit auszudrücken, ob gerade die positiven oder die negativen Gefühle überwiegen. Eine solche Klassenanleitung würdigte die Jury des Global Teacher Prize Tschechien als äußerst inspirativ.
Der Preis wurde hierzulande nun schon zum zehnten Mal vergeben. Bei der Wahl der Gewinner steht immer öfter im Mittelpunkt, inwiefern die Lehrenden die seelische Gesundheit der Schüler berücksichtigen. Jurymitglied Irena Poláková hebt die individuelle Ausrichtung des Unterrichts von Lada Stuchlá hervor:
„Sie nutzt eine ganze Reihe unterschiedlicher Methoden, damit sich die Schülerinnen und Schüler den Stoff aneignen können. So entwickelt Stuchlá zum Beispiel ihre eigenen Lehrmaterialien und macht ihre Arbeit einfach mit Begeisterung.“
Noch bis 2025 hat die Organisation EDUin den Global Teacher Prize in Tschechien verliehen. Seit dem aktuellen Jahrgang ist die Organisation GetThePoint für den Wettbewerb zuständig, die sich extra zu diesem Zweck gegründet hat. Die Schirmherrschaft haben das Bildungsministerium, der Senat sowie das UN-Informationszentrum in Prag.
Für die zehnte Runde waren insgesamt 452 Lehrende nominiert. Dies sei die bisherige Rekordzahl, sagt Hana Matoušů, die Leiterin von GetThePoint. Und sie betont:
„Das Ziel der Preisverleihung ist nicht nur, gute Lehrerinnen und Lehrer zu entdecken und auszuzeichnen. Wir wollen auch dabei helfen, das Ansehen des Lehrerberufes zu erhöhen.“
Der zweite Preis ging in diesem Jahr in das südmährische Dorf Dolní Dubňany, nämlich an die Grundschullehrerin Daniela Harantová Rumianová. Und den dritten Platz belegte Tomáš Otisk aus Třinec, der nicht nur die ungewöhnliche Fächerkombination Mathematik und Kunsterziehung lehrt, sondern sich als stellvertretender Direktor auch für moderne Unterrichtsmethoden in seiner Schule einsetzt.







