Überholte Erziehungsmethoden: Absetzung der Schuldirektorin in Baška gefordert
Die Grundschule in der ostmährischen Gemeinde Baška, einem Vorort von Frýdek-Místek, steht in der Kritik. Der Direktorin werden erniedrigende Erziehungsmethoden vorgeworfen, und zahlreiche Eltern fordern die Absetzung der Pädagogin. Das wird nun durch einen Bericht der Schulinspektion bestärkt.
Zuerst war im Januar dieses Jahres bekanntgeworden, dass ein Schüler eine Backpfeife bekommen hat. Inzwischen wisse man von weiteren fragwürdigen Vorgehensweisen der Schuldirektorin, sagt Jindra Jirátová. Ihre Tochter geht in die achte Klasse der Grundschule in Baška. Die Mutter berichtete den Reportern des Tschechischen Rundfunks:
„Ein Mädchen musste vor der ganzen Klasse erklären, dass sie ihre Regel hat, um auf die Toilette gehen zu können. Die Kinder müssen zur Strafe in der Ecke stehen, oder die Direktorin lässt sie Liegestütze und Kniebeugen machen. Und von solchen Beispielen gibt es viele.“
Die öffentlich gewordene Backpfeife sei also kein Einzelfall, betont Jirátová. Gemeinsam mit anderen Eltern setzt sie sich für die Absetzung der Direktorin Dagmar Tobolová ein. Rückhalt bekommt die Forderung nun von der tschechischen Schulinspektion, die die Methoden an der Grundschule in dem 4000-Einwohner-Städtchen Baška als unangemessen und unzulässig bezeichnet. Inspektionssprecherin Anna Brzybohatá fasst die Ergebnisse der Kontrolle von diesem Frühjahr zusammen:
„Im Bericht wird angeführt, dass sich diese Vorgänge im Verlaufe der konsultierten Stunden auf die Qualität des Unterrichts ausgewirkt haben. Eine der Empfehlungen der Inspektion ist, die Schulführung so anzupassen, dass ein passendes Umfeld geschaffen wird für einen stabilen Lehrkörper, zur Unterstützung einer offenen Kommunikation sowie für ein einheitliches Vorgehen in kritischen Situationen.“
Druck auf Gemeindeführung
Direktorin Tobolová kündigte in einer schriftlichen Stellungnahme für den Tschechischen Rundfunk an, dass sie die Empfehlungen der Schulinspektion auf den Betrieb ihrer Einrichtung anwenden wolle.
Den protestierenden Eltern reicht dies jedoch nicht. Mehrere Dutzend von ihnen waren bei der jüngsten Sitzung der Gemeindeverwaltung am 11. Juni anwesend und forderten Bürgermeister Tomáš Břežek (parteilos) zum Handeln auf. „Jungs, mit euch läuft unsere Schule schlecht“ – das waren die Worte, mit denen sich diese Frau während der Diskussion direkt an die Gemeindeführung richtete. Eine Sanktionierung der Direktorin wurde jedoch nicht beschlossen.
Er habe Kenntnis darüber, dass mehr als zehn Mitarbeiter wegen der Methoden in der Schule bereits gekündigt haben oder dies noch vorhätten, lenkte Bürgermeister Břežec ein. Gegenüber dem Rundfunkteam gab er sich aber zuversichtlich:
„Es gibt natürlich einige Bedenken. Aber ich will betonen, dass ich Optimist bin. Ich glaube, dass in der Schule wieder alles gut wird.“
Gefragt, ob er – wie zuvor öffentlich verkündet – weiterhin auf der Seite von Direktorin Tobolová stehe, antwortete Břežec:
„Da möchte ich mir mit Verlaub noch vorbehalten, den Inspektionsbericht in Ruhe durchzulesen. Dann werden wir unsere Schlüsse daraus ziehen.“
Es werde bei Bedarf eine Sondersitzung der Gemeindevertretung geben, so die Ankündigung bei der Beratung im Juni.
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