Tschechiens Tennis-Damen triumphieren beim Billie Jean King Cup

Tschechiens Tennis-Damen triumphieren beim Billie Jean King Cup

Das tschechische Tennisteam hat Finalrunden des Billie Jean King Cups 2026 in Shenzhen souverän dominiert und den Titel gewonnen. Die Auswahl der neuen Teamkapitänin Barbora Strýcová gab im gesamten Turnierverlauf nur einen einzigen Satz ab und holte den insgesamt zwölften Titel für Tschechien beziehungsweise die Tschechoslowakei.

Die tschechischen Tennisspielerinnen haben den Billie Jean King Cup gewonnen. Dessen Finalturnier wurde in der vergangenen Woche im chinesischen Shenzhen gespielt. Dafür hatten sie sich dank eines 3:2-Erfolgs im April in der Schweiz qualifiziert, wo Linda Nosková beim Stand von 1:2 gegen Belinda Bencic drei Matchbälle abgewehrt hatte.

Auf ihrem Weg durch das K.-o.-System in Shenzhen bestätigten die Tschechinnen ihre Favoritenrolle. Gegen die britische Auswahl legte Marie Bouzková vor, gefolgt vom entscheidenden Punkt durch Linda Nosková. Gegen Spanien blieben die tschechischen Einzel-Spielerinnen Linda Nosková und Karolína Muchová komplett ohne Satzverlust. Und im Endspiel machten dann die beiden Wimbledon-Finalistinnen des Sommers den Titelgewinn perfekt.

Zwölfter Titel

Obwohl das tschechische Team ohne Matchverlust durch den Billie Jean King Cup marschierte, betonte Kapitänin Barbora Strýcová nach dem Finale:

Linda Nosková und Barbora Strýcová | Foto: Pavel Lebeda,  ČTK

„Es wirkt glatt, aber ganz so war es nicht. Das erste Match ist natürlich immer etwas heikel – man weiß nicht, was einen erwartet. Da war eine gewisse Nervosität spürbar. Aber ansonsten haben die Spielerinnen das mental gut gemeistert. Sie haben sich hervorragend vorbereitet. Die ganze Woche über waren sie absolut professionell, es war großartig.“

Das Team spielte in der Zusammensetzung Linda Nosková, Karolína Muchová und Marie Bouzková, nominiert waren auch Sára Bejlek und Kateřina Siniaková. Kapitänin Strýcová bilanzierte nach dem Triumph:

„Jede von ihnen ist eine starke, erfahrene Persönlichkeit, die schon die größten Matches bestritten hat. Genau diese Erfahrung haben sie auf den Court mitgenommen und sich über die gesamte Woche zu einer echten Einheit zusammengeschlossen – mit einem klaren, gemeinsamen Ziel vor Augen: der Trophäe.“

Im Finale in Shenzhen setzte sich das Team am Sonntag mit 2:0 gegen die Ukraine durch. Karolína Muchová gewann das erste Einzel gegen Anhelina Kalinina mit 6:2 und 6:3. Im zweiten Einzel besiegte die Wimbledon-Siegerin Linda Nosková die Ukrainerin Elina Switolina mit 6:3 un 7:6 (7:5).

Nervenstärke und Vielseitigkeit

Obwohl es sich um einen Teamerfolg handelt, hat die diesjährige Wimbledon-Siegerin Linda Nosková als tschechische Nummer eins ihre Führungsrolle eindrucksvoll untermauert. Nach dem Turnier sagte sie:

Linda Nosková | Foto: Pavel Lebeda,  ČTK

„Es ist einer meiner drei oder vier größten Träume, die ich je hatte: ein Grand-Slam-Sieg, die Olympischen Spiele, dieser Titel oder die Nummer eins der Weltrangliste. Es ist meine allererste Tennis-Erinnerung – noch bevor ich selbst mit dem Sport angefangen habe –, wie ich im Fernsehen mitverfolge, wie die heutige Kapitänin gerade im Fed Cup spielte. Genau das hat mich damals zum Tennis gebracht.“

Da die Tschechinnen alle Begegnungen bereits nach den beiden Einzel-Matches vorzeitig entschieden, musste die Weltranglistenerste im Doppel, Kateřina Siniaková, während des gesamten Finalturniers kein einziges Mal antreten. Für die Leistungen ihrer Teamkolleginnen hatte die erfahrenste Spielerin nach dem Titelgewinn nur Worte des Lobes übrig. Die 21-jährige Linda Nosková beschrieb sie wie folgt:

„Ihr riesiger Vorteil ist, dass sie so wirkt, als würde sie sich von nichts aus der Ruhe bringen lassen. Egal, was passiert, sie zieht ihr Ding durch. Sie kommt mit dem enormen Druck der gesamten Saison – und nicht nur hier – großartig zurecht. Hut ab, wie sie das in diesem Alter meistert.“

Die größte Stärke von Karolína Muchová hingegen sieht Siniaková in deren Kreativität:

Karolína Muchová | Foto: ČTK/AP

„Sie bringt eine seltene Abwechslung in das moderne Tennis, das sonst fast nur noch aus purem Power-Tennis und schnellen Punkten besteht. Karolína ist eine der wenigen Spielerinnen, die noch mit Slice, Stoppbällen und Netzangriffen variieren. Dank dieser Vielseitigkeit kann sie sich perfekt auf jede Gegnerin einstellen.“

Kateřina Siniaková hob zudem den unermüdlichen Kampfgeist von Marie Bouzková sowie die beeindruckende Schnelligkeit von Sára Bejlek hervor.

Kapitänin Barbora Strýcová führte das Team das erste Mal in den Billie Jean King Cup, der früher als Fed Cup bekannt war. Zuletzt hatten die Tschechinnen  2018 gesiegt. Zuvor gewannen sie auch in den Jahren 2011, 2012, 2014, 2015 und 2016. Zu Zeiten der Tschechoslowakei jubelten sie in den Jahren 1975, 1983, 1984, 1985 und 1988. Damit festigten sie den zweiten Platz in der Langzeitrangliste, an der Spitze stehen die US-Amerikanerinnen mit 18 Titeln.

Barbora Strýcová triumphierte als vierte Frau in der Tennisgeschichte sowohl in der Rolle der Spielerin als auch der Kapitänin. Vor ihr gelang dies nur Margaret Court aus Australien sowie Chris Evert und Billie Jean King aus den USA.

schlüsselwörter:
abspielen