Nüchtern und ohne Schnörkel: das Werk und Leben von Josef Hoffmann

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Der Wahl-Wiener Josef Hoffmann war ein bedeutender Architekt und Designer. Geboren in Mähren verband den Künstler sein Leben lang etwas Besonderes mit Tschechien. Nun erinnert das Österreichische Kulturforum Prag noch bis zum 28. August mit der Wanderausstellung „Ornamente und Moderne“ an Hoffmann. Radio Prag sprach mit Florian Haug, dem Leiter des Forums.

Architekt und Designer Josef Hoffman
Herr Haug, was wird dem Besucher denn geboten auf der Ausstellung?

„Kurz gesprochen bekommt der Besucher einen Überblick, was Josef Hoffmann betrifft. Der Besucher findet etwa 25 Schautafeln vor, auf denen Beispiele von Hoffmanns Wirken und Werken zu sehen sind.“

Die Ausstellung hatte ihren Auftakt 2008 in Brtnice / Pirnitz und wanderte seitdem zum Beispiel durch Olomouc / Olmütz, Plzen / Pilsen oder eben Prag - alles Orte in Tschechien. Was verbindet den Österreicher Josef Hoffmann denn mit Tschechien?

„Josef Hoffmann stammt aus Mähren, aus dem damaligen Pirnitz. Und er hat dann später hauptsächlich in Wien gewirkt und das verbindet den späteren Wiener mit seiner Heimat. Soweit ich weiß, ist Josef Hoffmann sehr oft in Pirnitz gewesen. Es war ein gewisses Rückzugsgebiet für ihn. Er ist dort sicher inspiriert worden von der Schönheit der Landschaft und auch seines kleinen Ortes, der ein großes Schloss besitzt und einen wunderschönen Altstadtplatz. Die Ausgestaltung ist beispielhaft wie häufig in Böhmen und Mähren.“

Hoffmanns Architekturstil wirkt vor allem in seinen ersten Schaffensjahren ziemlich nüchtern und schnörkellos. Was, glauben Sie, hat ihn an dieser Art Design so fasziniert?

„In der Kunst ist man immer wieder zu Perioden übergegangen, in denen eine Reduktion gesucht wird, das Zurückführen auf das Wesentliche. Dies hat weder mit Josef Hoffmann begonnen, noch hat es mit Josef Hoffmann aufgehört. Es ging vielmehr immer weiter bis knapp vor unsere Tage. Jetzt denken wir wieder daran, auszugestalten und vielleicht das eine oder andere hinzuzufügen, das nicht unbedingt eine Notwendigkeit ist.“

Josef Hoffmann war Mitbegründer der so genannten „Wiener Werkstätte“. Wofür stand dieser Künstlerzusammenschluss?

„Josef Hoffmann ist einer der Namen, andere sind Adolf Loos, Joseph Maria Olbrich oder Otto Wagner. Sie waren alle Künstler, die der Nüchternheit, der Funktionalität großen Stellenwert einräumten und auch der günstigen Herstellung. Es geht also nicht mehr um das Wertvolle des Materials selbst. Es wird möglich, diese Designobjekte massenhaft herzustellen oder jedenfalls nicht mehr in der Arbeit eines einzelnen Künstlers. Und da war die Wiener Werkstätte führend.“

Autor: Vivian Hömke
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