Olympische Spiele: Schüler aus Valle di Ledro drücken tschechischen Eishockeyspielerinnen die Daumen
Zum zweiten Mal in der Geschichte nehmen tschechische Eishockeyspielerinnen an den Olympischen Spielen teil. Eine von ihnen erfreut sich besonderer Unterstützung von den Kindern aus dem mittelböhmischen Příbram sowie dem italienischen Valle di Ledro.
Jedes Jahr wird in der mittelböhmischen Stadt Příbram in der Weihnachtszeit ein Zeichenwettbewerb für Kinder organisiert. Diesmal waren außer Weihnachten auch die Olympischen Spiele das Thema. Am Wettbewerb nahmen allerdings nicht nur Kinder aus Mittelböhmen teil, sondern auch aus dem norditalienischen Tal Valle di Ledro – auf Deutsch Ledrotal. Denn Příbram hat eine besondere Beziehung zu dieser Gegend, wie der Koordinator des Wettbewerbs, Josef Hovorka, gegenüber Radio Prag International erläuterte:
„Während des Ersten Weltkriegs gehörten Böhmen sowie die Region von Valle di Ledro zur k. u. k. Monarchie. Die Österreicher rechneten damit, dass entlang der Grenze von Südtirol die Front verlaufen werde. Um die Zivilbevölkerung zu schonen, wurde diese von den k. u. k. Behörden im Jahr 1915 evakuiert. Ein Teil der Bewohner kam damals nach Příbram, weitere beispielsweise nach Nový Knín und Chyňava. Sie verbrachten fast vier Jahre in Böhmen. Seitdem ist eine Freundschaft zwischen den beiden Regionen und eine Zusammenarbeit entstanden.“
In der Nähe von Valle di Ledro werden einige der olympischen Sportwettbewerbe ausgetragen. Deswegen sind die Spiele auch zum Thema der Kinderzeichnungen geworden. Und Josef Hovorka nennt noch einen weiteren Grund.
„Wir sind dank der tschechischen Eishockeyspielerin Adéla Šapovalivová auf diese Idee gekommen. Sie stammt aus Chyňava. In der Gemeinde lebten während des Ersten Weltkriegs auch Italiener, die aus dem Ledro-Tal evakuiert worden waren. Die Eishockeyspielerin ist Mitglied des tschechischen Nationalteams und nimmt am olympischen Turnier teil. Damit ist die Gegenwart mit der Geschichte jener Italiener verflochten, die vorübergehend in Böhmen lebten.“
Adéla Šapovalivová spielte zudem früher Eishockey für den HC Příbram. Derzeit geht die 19-jährige Stürmerin für die Universität Wisconsin aufs Eis. Josef Hovorka:
„Adéla hat vor Weihnachten die Schule in ihrem Heimatort Chyňava besucht. Sie traf dort mit den Schülern zusammen. Wir haben ihr einige der Bilder geschickt, die die Kinder gezeichnet haben. Schüler aus dem Ort Concei in Valle di Ledro haben zudem ein Eishockeystadion aus Pappe gebastelt. Sie haben sogar die Figuren von Kindern ins Stadion gesetzt, die alle Adéla und das tschechische Team anfeuern. Auch das haben wir der Eishockeyspielerin geschickt.“
Am Zeichenwettbewerb nahmen laut Hovorka 163 Kinder aus elf Schulen in Tschechien und Italien teil. Die schönsten Bilder wurden inzwischen in einer Ausstellung im Wallfahrtsort Svatá Hora gezeigt. Eine Open-Air-Schau werde demnächst in Příbram-Brod zu sehen sein, erzählt der Koordinator:
„Die Zeichnungen werden in einem Park gezeigt. Wir bereiten Plakate vor, um auf die Ausstellung aufmerksam zu machen. Viele Menschen gehen jeden Tag durch den Park. Wir denken, dass sie sich die Bilder ansehen werden. Damit möchten wir an die gemeinsamen tschechisch-italienischen historischen Spuren erinnern.“














