Pädophilie in Tschechien

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Neun Prozent aller tschechischen Frauen und fünf Prozent aller tschechischer Männer sind vor ihrem 15. Lebensjahr von einer erwachsenen Person sexuell missbraucht worden. Straftaten sexuellen Charakters nehmen somit 1 Prozent der gesamten Kriminalität ein. Das ist das niederschmetternde Fazit, das aus detaillierten Polizeistatistiken folgt. Mehr darüber von Marcela Pozarek.

Die Statistiken führen gleichzeitig an, dass vor allem Kinder und Jugendliche von 15 bis 18 Jahre Opfer von Sexualdelikten werden.

Genau 1768 junge Opfer konnten im Jahre 1999 verzeichnet werden, davon 1150 Kinder und 173 Jugendliche. "Jedes Jahr wächst auch die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die zu pornographischen Filmen sowie zur Prostitution missbraucht werden", sagte in diesem Zusammenhang der Psychologe des Prager sexuologischen Instituts Petr Weiss. "Von den meisten Straftaten dieser Art erfährt man nichts, denn sie geschehen mit dem Einverständnis der Eltern", so Weiss weiter. Seiner Erfahrung nach haben manche Eltern nichts gegen das Geld, das sich ihre Kinder auf diese Weise verdienen. Dabei ist es wohl bekannt, dass Menschen, die in ihrer Kindheit sexuell missbraucht worden sind, im Erwachsenenalter oft an sexuellen Disfunktionen leiden, vermehrt promiskuitive Sexualbeziehungen haben und nicht fähig sind, partnerschaftliche Beziehungen einzugehen geschweige denn aufrechtzuerhalten, so Weiss weiter.

Charakteristisch für die Straftaten der Pädophilen ist, dass man sehr selten von diesen erfährt. Laut Experten hängt dies damit zusammen, dass Kinder oft nicht fähig sind, sexuellen Missbrauch als solchen zu erkennen. Viel öfter werden die Opfer aber von ihren Tätern so eingeschüchtert, dass sie nichts zu sagen wagen. Oft haben sie auch Angst vor der Strafe der Eltern.

"In 95 Prozent der Fälle sind die Täter Männer", fügten die Spezialisten des Präventions-Ausschusses des Innenministeriums an.

Autor: Marcela Pozarek
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