Papst Franziskus in persönlichen Erinnerungen: offen, bescheiden und fröhlich
Papst Franziskus wird an diesem Samstag in einem schlichten Grab in der Basilika Santa Maria Maggiore in Rom beigesetzt. In der ganzen Welt wird um ihn getrauert. Wie bleibt er bei denjenigen in Erinnerung, die ihn persönlich treffen konnten?
Er habe geweint, als er vom Tod von Papst Franziskus gehört habe, sagte der Bischof aus Plzeň / Pilsen, Tomáš Holub. Den Papst habe er als seinen geistlichen Vater betrachtet, so Holub. Er betonte auch dessen Rolle außerhalb der katholischen Kirche: „Papst Franziskus hat mit seiner Bescheidenheit und Offenheit das Bild eines Papstes geschaffen, der den Menschen, die nicht gläubig sind, sehr nahe ist.“
Holub hatte mehrmals Gelegenheit, Papst Franziskus zu treffen. Während des Ad-Limina-Besuchs der tschechischen Bischöfe kam es zu einer zweistündigen Diskussion: „Es herrschte eine sehr offene, achtsame Atmosphäre, in der sehr praktisch darüber gesprochen wurde, wie man in Tschechien unter den konkreten Bedingungen von heute den Glauben leben kann. Franziskus hat sehr aufmerksam zugehört und ganz spontan geantwortet.“
Die Fröhlichkeit sei ein weiteres Merkmal aller Begegnungen mit dem Papst gewesen, erinnert sich Holub. Die überhaupt erste spielte sich ab, als der heutige Bischof noch Sekretär der tschechischen Bischofskonferenz war: „Er schaute mich an und sagte: ‚Bitte, hast du überhaupt Abitur?‘ Er machte sich darüber lustig, wie jung ich bin.“
Zu einem der Besuche brachte der Pilsner Bischof Bilder von krebskranken Kindern aus seiner Stadt mit. „Ich sagte zu ihm: ‚Papst Franziskus, bitte, ich würde gerne, wenn es möglich ist, einen Gruß auf meinem Handy aufnehmen‘. Er stimmte zu. Ich fing an zu filmen und war plötzlich nervös, weil ich den Papst noch nie zuvor aufgenommen hatte. Ich drückte irgendwie falsch an meinem Handy herum. Als er sein Grußwort beendet hatte, sagte ich: ‚Heiliger Vater, ich habe nicht richtig gedrückt‘. Da sah er mich an und sagte: ‚Also noch einmal, aber bitte, drück darauf!‘ In solchen Momenten entsteht eine großartige menschliche Beziehung.
Pavel Černý, Priester der Kirche der böhmischen Brüder, beschreibt den Papst als sehr freundlich und bescheiden. „Ich habe einmal mit einer Gruppe von Bischöfen verschiedener Kirchen im Vatikan auf die Ankunft von Papst Franziskus gewartet. Die Audienzen verlaufen in der Regel so, dass zunächst Reden gehalten werden und dann einzelne Personen vor den Thron vortreten, auf dem der Papst sitzt, und sich mit ihm grüßen. Das galt nicht bei Papst Franziskus. Er stand nach den Reden selbst auf und kam zu uns. Er hat jeden von uns gegrüßt und mit jedem von uns kurz gesprochen.“
Auch der katholische Priester und Theologe Tomáš Halík traf sich mehrmals mit Papst Franziskus. Er habe immer nach persönlichen Kontakten gesucht, betont Halík: „Er nahm sehr oft das Telefon in die Hand und rief jemanden an, von dem er wusste, dass er sich in einer schwierigen Situation befand. Seine Unmittelbarkeit und Offenheit gegenüber den Menschen hatte etwas Bezauberndes“, beschreibt Halík. Und er fährt fort: „Bei persönlichen Begegnungen beeindruckte seine großartige Güte und die Tatsache, dass er die Treffen immer mit den Worten beendete ‚bitte, betet für mich‘. Das werden wir nun weiter tun.“







