Pilsner Urquell erhöht Preise, andere Brauereien in Tschechien ziehen nach

Pilsner Urquell schlägt bei seinen Preisen ab Freitag durchschnittlich drei Prozent auf. Die Erhöhung betrifft den Großteil des Brauereissortimentes. Ein halber Liter Bier kostet nun durchschnittlich 46 Heller (knapp zwei Eurocent) mehr. Erstmals seit drei Jahren betrifft dies auch gezapftes Bier.

Illustrationsfoto: Sonja Maric,  Pexels,  CC0

Bei Preiserhöhungen von Pilsner Urquell zogen in der Vergangenheit auch meist die anderen großen tschechischen Brauereien nach. Staropramen, der zweitgrößte Bierproduzent im Land, hat eine Reihe von Produkten allerdings schon im Juli verteuert, und das im Schnitt um 2,9 Prozent. Als Grund wurden spürbare Kostensteigerungen angegeben, etwa für Wasser, Energie und Erdöl. Vermutlich werden nun auch die Brauereien Ferdinand in Benešov / Beneschau, Primátor in Náchod und Bernard in Humpolec / Humpoletz ihre Preise anziehen. Im Gegensatz dazu haben die Unternehmen Budvar / Budweis und Svijany angekündigt, das aktuelle Niveau beizubehalten.

Pilsner Urquell erhöht erstmals seit 2018 wieder die Preise für gezapftes Bier. In den drei Jahren seitdem lag der Gesamtkostenanstieg in Tschechien bei acht Prozent. Trotzdem wurde das Preisniveau bisher gehalten, um der Gaststätten- und Restaurantbranche Stabilität zu geben nach einer Reihe von Veränderungen. „Dazu gehörte die Einführung der elektronischen Registrierkassen, das Rauchverbot in Innenräumen sowie die Folgen der Corona-Pandemie“, erläutert der Sprecher von Pilsner Urquell, Zdeněk Kovář. Zur Unterstützung des Gastrogewerbes habe das Unternehmen in den vergangenen zwölf Monaten mehr als eine halbe Milliarde Kronen (19,8 Millionen Euro) aufgewendet, so Kovář weiter. Dazu gehörten der kostenlose Ersatz von verfallenem Bier, die Aufschiebung von Ratenzahlungen sowie Investitionen in Außenbereiche und die Ausstattung von Kneipen und Restaurants.

Bierbrauerei Pilsner Urquell | Foto: Mark Healey,  Flickr,  CC BY-SA 2.0

Die Pilsner Brauerei hat 2020 auf dem einheimischen und ausländischen Markt fast 11,2 Millionen Hektoliter Bier verkauft. Im Jahresvergleich war das ein Rückgang von 4,2 Prozent. Allein der Absatz in Tschechien sank in dem Zeitraum um acht Prozent und lag bei 6,7 Millionen Hektolitern. Pilsner Urquell ist das größte Brauereikonsortium hierzulande. Seit 2017 ist es im Besitz der japanischen Asahi-Gruppe.

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